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Amortisationsrechnung – am Beispiel statischer Verfahren erklärt

Die Amortisationsrechnung ist Bestandteil der Investitionsrechnung. Sie ermittelt den Zeitraum, der notwendig ist, um den Kapitaleinsatz durch Überschüsse zurückzugewinnen.

Die Amortisationsdauer beziehungsweise Amortisationszeit beschreibt, wie viele Jahre ein Mittelrückfluss nach einer Investition dauert.

Die Amortisationsberechnungen können auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. Angewendet wird einerseits die Durchschnittsmethode und andererseits die Kumulationsmethode.

Amortisationsrechnung: Die Durchschnittsmethode

Die Amortisationsrechnung nach der Durchschnittsmethode legt der Berechnung den durchschnittlichen jährlichen Mittelrückfluss zugrunde.

Beispiel: Ein Unternehmen plant, einen größeren All-in-One-Drucker anzuschaffen. Bereit stehen 2 Alternativen mit folgenden Eckdaten:

Gerät A kostet 10.000 €, bei jährlichen Betriebskosten in Höhe von 2.500 €. Das Alternativgerät B schlägt mit 12.000 € beim Einkauf zu buche. Zusätzlich fallen pro Jahr 2.000 € Betriebskosten an.

Die Nutzungsdauer beträgt jeweils 5 Jahre. Es wird von einem linearen Abschreibungsverlauf ausgegangen. Bei Gerät A beträgt die Abschreibung 2.000 €, beim anderen 2.400 €.

Die Finanzierung erfolgt mittels Bankkredit. Die Aufnahme erfolgt zu einem Zinssatz von 6% pro Jahr. Die Tilgung wird gleich der Nutzungsdauer kalkuliert.

Über 5 Jahre sind gleich hohe Tilgungsraten zu zahlen. Die anrechenbaren Kapitalkosten (Zinsen) betragen einmal 300 €. Der Kredit in Höhe von 12.000 € verursacht 360 €.

Beide Geräte sind hinsichtlich ihrer Kapazität vergleichbar. Die jährliche Produktionsmenge liegt bei 100.000 Seiten. Aufgrund höherer Qualität können Kopien von Gerät B den Kunden mit 0,12 € pro Stück berechnet werden, bei Gerät A sind es 0,10 €.

Amortisationsrechnung am Beispiel: Schritt für Schritt

Die Amortisationsrechnung ermittelt als erstes den durchschnittlichen Gewinn für beide Investitionen. Der durchschnittliche Gewinn wird einmal mit 5.200 € und ein anderes Mal mit 7.240 € berechnet.

Die jährlichen Erlöse ergeben sich aus der Menge 100.000 Stück multipliziert mit dem Erlös je Stück. Davon werden Abschreibung, Kapitalkosten, Betriebskosten abgezogen.

Die Amortisationsrechnung summiert die Abschreibungen wieder zum durchschnittlichen Gewinn hinzu, um den durchschnittlichen Mittelrückfluss zu erhalten.

Um die Amortisationsdauer zu berechnen, wird der ursprüngliche Kapitaleinsatz durch den entsprechenden Mittelrückfluss dividiert. Berechnung der Amortisationszeit am Beispiel von Gerät A: 10.000 € (Anschaffungswert) dividiert durch 7.200 € (Mittelrückfluss) ergibt 1,39.

Bis zur Amortisation benötigt Gerät A also 1,39 Jahre oder 1 Jahr und 5 Monate.

Gerät B benötigt lediglich 1,24 Jahre, womit die Amortisationszeit unter der des anderen Gerätes liegt. Aus Sicht der Amortisationsrechnung damit die günstigere Alternative.

Die Amortisationsrechnung nach der Kumulationsmethode bezieht nicht nur konstant bleibende Mittelrückflüsse, sondern jährlich unterschiedlich hohe Rückflüsse ein.

Amortisationsrechnung: Anwendungsvoraussetzung sind zurechenbare Erlöse

In der Praxis kommt es vor, dass Investitionsobjekten keine Erlöse zugeschrieben werden können. Eine Gewinnermittlung ist dann nicht möglich.

Die Amortisationsrechnung vernachlässigt – wie statische Investitionsrechenverfahren insgesamt – den Zeitwert des Geldes. Sie geht vereinfachend von einem durchschnittlichen Mittelrückfluss aus.

Bei der Berechnung der Amortisation werden Vorgänge vor Ablauf der Amortisationsdauer erfasst. Welche Erträge darüber hinaus zu erwarten sind, bleibt unbetrachtet.

Ein Investitionsobjekt kann gegenüber einer Alternative eine positivere Amortisationsrechnung aufweisen. Seine Rentabilität kann gegenüber dem Vergleichsobjekt über die gesamte Investitionsdauer unter Umständen niedriger ausfallen.

29. Mai 2013

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Thomas Detlef Bär
Von: Thomas Detlef Bär. Über den Autor

Thomas Detlef Bär ist diplomierter Ökonom. Seit einigen Jahren ist er als Autor rund um den Bereich Finanzen aktiv. Dabei hat er sich auf Ratgeber- und Wissensbeiträge spezialisiert. Lesern möchte er Fakten zur Vertiefung des eigenes Wissen vermitteln und gleichzeitig zu neuen Überlegungen anregen.