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Anglo-amerikanische Schule: Grenznutzen erklärt durch Glühweinkonsum

Ab wie viel Tassen Glühwein schlägt der positive Effekts des Alkohols ins Negative um? Die Vertreter des anglo-amerikanischen Schule (später auch Cambridge School genannt) verwenden die volkswirtschaftliche Theorie der Grenznutzenschule, um dieses Phänomen näher zu definieren.

Das Ziel der Grenznutzenschulen war die Lösung des klassischen Wertparadoxon, also die Erklärung des Unterschieds zwischen Nutzen, Wert und Preis eines Gutes. Dies gelang anhand der Grenznutzentheorie: Der Wert eines Gutes ergibt sich demnach aus seinen Grenznutzen (also der Nachfrage) und seinen Grenzkosten (dem Angebot).

Der Grenznutzen – Beispiel Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt

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Ein konkretes Beispiel: Schmeckt der erste Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt noch besonders gut und lecker, wird der zweite nicht mehr ganz so sehr herbeigesehnt. Ab dem vierten/fünften Glühwein dürfte sich die Trinklaune spätestens am nächsten Tag negativ bemerkbar machen. Der Nutzen des Glühweines schlägt also ins Negative. Dieser abnehmende Grenznutzen wird durch die Vertreter der anglo-amerikanischen Schule erstmals graphisch durch eine abfallende Grenznutzenkurve erklärt (siehe oben).

Vertreter der anglo-amerikanischen Schule

Als Vertreter der anglo-amerikanischen Schule der Neoklassik können im Besonderen der britische Wirtschaftswissenschaftler William Stanley Jevons (*1835, †1882) und der Nationalökonom Alfred Marshall (*1842, †1924) hervorgehoben werden. Sie entwickelten die mathematische Grundlegung der Grenznutzentheorie weiter. Marshall konzentrierte sich auf seine Theorie des Gleichgewichts des einzelnen Marktes, das durch die Darstellung einer Angebotskurve und einer Nachfragekurve des jeweiligen Marktes betrachtet wird.

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Was in der Theorie kompliziert klingt, wird anhand eines einfachen Beispiels schon deuticher – noch einmal zurück zum Weihnachtsmarkt: Ist am Weihnachtsmarktstand der Preis eines Glühweins zu hoch angesetzt, wird die Nachfrage sinken, je günstiger der Preis ausfällt, desto höher wird auch die Nachfrage sein.

Umgekehrt verhält es sich genauso: eine große Glühweinnachfrage verteuert den Wein, während bei einer geringen Nachfrage der Glühweinverkäufer den Preis reduzieren würde. Ein Gleichgewichtspreis kann erst entstehen, wenn Angebot (Grenzkosten) und Nachfrage (Grenznutzen) übereinstimmen.

Bedeutung der Grenznutzenschulen

Die Theorien der Grenznutzenschulen verlieren bis ungefähr zum Ersten Weltkrieg kaum an Bedeutung. Doch insbesondere die Weltwirtschaftskrise der 1920er Jahre brachten sie in Erklärungsnot. Sie konnten weder Erklärungen noch hilfreiche Ansätze zur Eindämmung der Krise bieten.

Auswege aus der Krise bot jedoch ein anderer Ökonom: John Maynard Keynes (*1883, †1946) löste mit seinen Betrachtungen zur gesamtwirtschaftlichen Nachfrage die neoklassischen Wirtschaftstheorien ab. Er befürwortete vermehrte Investitionen und staatliche Eingriffen ins Marktgeschehen und begründete damit den Keynesianismus.

Der Einfluss der Grenznutzenschulen ist jedoch weiterhin in den modernen Wirtschaftswissenschaften zu beobachten. Insbesondere die entwickelte Angebots- und Nachfragekurve der anglo-amerikanischen Schule ist aus den heutigen volkswirtschaftliche Theorien nicht wegzudenken.

11. Januar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.