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Anlage KAP 2016: Wann macht das Ausfüllen Sinn?

Die Anlage KAP ist eines der Formulare, die Teil einer Steuererklärung sind und muss dann ausgefüllt werden, wenn Kapitalerträge ab einer gewissen Höhe vorliegen.

Für viele Steuerzahler entfällt die Anlage KAP für Kapitalerträge in der Steuererklärung für 2016. Entweder liegen sie mit ihren Kapitalerträgen unter dem Freibetrag von 801 € bei Alleinstehenden und 1.602 € bei Verheirateten oder ihre Kapitalerträge werden automatisch mit der Abgeltungsteuer versteuert.

In diesem Fall liegt der Steuerabzug direkt bei den Geldinstituten und Anleger müssen sich um nichts kümmern. Die Abgeltungsteuer liegt pauschal bei 25% plus 5,5% Solidaritätszuschlag und 8 oder 9% Kirchensteuer (je nach Bundesland).

Unter gewissen Umständen müssen Anleger jedoch die Anlage KAP ausfüllen. In anderen Fällen kann es sich lohnen, die Anlage KAP freiwillig auszufüllen und abzugehen. Hat ein Anleger beispielsweise ein Auslandsdepot, muss er die Anlage KAP ausfüllen. Liegt sein persönlicher Einkommensteuersatz unterhalb von 25%, kann sich das Ausfüllen der Anlage KAP lohnen.

Wann müssen Anleger die Anlage ausfüllen?

Anleger, die ein Depot im Ausland haben, müssen die ausländischen Erträge in ihrer Steuererklärung angeben, sie werden dann mit der Abgeltungsteuer besteuert. Der Grund dafür ist, dass die ausländische Bank nicht für die deutsche Abgeltungsteuer zuständig ist, der deutsche Fiskus die Steuer aber natürlich trotzdem kassieren möchte.

Auch wenn jemand ein privates Darlehen mit Zinsen vergeben hat, müssen diese Zinsen in der Anlage KAP der Steuererklärung angegeben werden. Hierbei gibt es zwei Besonderheiten. Die Versteuerung der Zinsen nach dem persönlichen Grenzsteuersatz wird fällig, wenn die Darlehensnehmer Verwandte oder Freunde sind oder ein Gesellschafter seinem Unternehmen ein Darlehen gibt. In diesen Fällen werden die Zinsen aus den Kapitalerträgen nicht mit der Abgeltungsteuer besteuert.

Wann es für Anleger Sinn macht, die Anlage KAP freiwillig auszufüllen

Eine freiwillige Abgabe der Anlage KAP macht dann Sinn, wenn der persönliche Grenzsteuersatz eines Anlegers unterhalb des Abgeltungsteuersatzes von 25% liegt. Dank der Günstigerprüfung durch die Steuerbeamten erhalten Anleger, die zu viele Steuern auf ihre Kapitalerträge gezahlt haben, diese zurück.

Anleger können ihrer Bank bzw. ihren Banken Freistellungsaufträge in Höhe von 801 € als alleinstehende Person oder 1.602 € als verheiratetes Paar erteilen. Auf die erzielten Kapitalerträge wird dann keine Steuer fällig. Hat ein Anleger seinen Freistellungsauftrag vergessen oder diesen nicht in ausreichender Höhe erteilt, kann die zu viel einbehaltene Steuer auf Kapitalerträge über die Einkommensteuererklärung zurückgeholt werden.

Fazit: Anlage KAP bei der Steuererklärung 2016

Die Anlage KAP muss bei der Steuererklärung 2016 dann ausgefüllt werden, wenn Anleger ein Depot im Ausland haben oder ein privates Darlehen vergeben haben. Die Anlage KAP freiwillig auszufüllen und abzugeben macht dann Sinn, wenn Anleger einen individuellen Steuersatz haben, der niedriger ist als die 25% der Abgeltungsteuer. Auch wenn ein Freistellungsauftrag vergessen wurde zu erteilen, macht die Abgabe der Anlage KAP mit der Steuererklärung Sinn.

In der Anlage KAP müssen neben den Kapitalerträgen noch der Name und die Steuernummer des Steuerpflichtigen eingetragen werden. Anleger, die Kapitalerträge für 2015 erwarten oder bereits erhalten haben, sollten die Anlage KAP in ihrer nächsten Steuererklärung ausfüllen. So müssen Sie entweder noch Steuern nachzahlen oder erhalten sogar Geld zurück. Die Abgabefrist der Steuererklärung ist der 31. Mai 2016.

14. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.