MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Anleger oder Trader – gibt es Unterschiede?

Beim Börsenhandel gibt es eine Reihe von Grundbegriffen, die auf Anhieb griffig erscheinen, aber zum Teil völlig unterschiedlich interpretiert werden. Was ist etwa der Unterschied zwischen einem Anleger und einem Trader?

Definition von Traden: jeder An- und Verkauf von Wertpapieren

Genau genommen müsste die Antwort lauten: Es gibt keinen. Per Definition ist traden zunächst das eingedeutsche englische Wort für trade, also schlicht: handeln. Wenn Deutsche vom traden sprechen, so ist in der Regel das Handeln mit Wertpapieren gemeint. Und nach dieser Definition ist traden eigentlich jeder An- und Verkauf, ganz gleich ob es um Aktien, Devisen oder Optionen geht.

Zwar mögen sich konservative oder unerfahrene Anleger nicht unbedingt als Trader verstehen. Traden ist landläufig eher etwas für halbprofessionelle Anleger oder Zocker, die vor dem Monitor sitzen und ständig irgendwelche Handelssignale verfolgen.

Doch auch die tun nur das, was für jeden erfolgreichen Vermögensaufbau nötig ist: Sie nutzen die passenden Bedingungen beim Handel, achten auf den richtigen Zeitpunkt und setzen je nach Situation geeignete Produkte ein. Daytrader und Profis, die tagtäglich auf kleinste Veränderungen reagieren, verwenden einfach in verdichteter Form die verschiedensten Instrumente, die sich in der Werkzeugkiste eines Wertpapierhändlers befinden.

Je nach Anspruch muss jeder Anleger einige davon einsetzen, wenn er Erfolg haben will. Und sei es nur wegen ein paar weniger Aktien. Allerdings sind die Ansätze hier etwas anders als etwa bei Devisen. Jeder Markt hat seine eigenen Gesetzmäßigkeiten.

Traden mit verschiedenen Ansätzen und Hilfsmitteln

Allein bei Aktien gibt es die verschiedensten Handelsstrategien – von der Buy&Hold– bis zur Trendfolgestrategie. Im letzten Fall heißt es: auf Trends aufspringen, Gewinne mitnehmen und rechtzeitig abspringen, bevor es abwärts geht. Bei Buy&Hold: Aktien kaufen und lange liegen lassen.

In beiden Fällen aber kommt es auf den richtigen Zeitpunkt beim Traden an. Selbst bei Buy&Hold gilt die bekannte Devise: Kaufen wenn die Preise am Boden sind. Dahinter steckt das Kalkül, dass der Abwärtstrend bald wieder dreht. In dem Fall kommt es weniger auf ein zeitlich genau datiertes Handelssignal an. Etwas anders ist das schon bei der Trendfolge. Das ganze lässt sich bis auf kürzeste Zeitabschnitte in den bekannten Entwicklungskurven verfeinern.

Dazu gibt es probate Hilfsmittel, die die Entwicklung eines Wertpapiers grafisch darstellen, die Chart-Analyse. Anhand grafischer Muster kann man die aktuelle Marktstimmung ablesen und für den eigenen Ein- oder Ausstieg interpretieren. Daneben die Fundamentalanalyse: Was macht das Unternehmen aktuell? Ist es konjunkturabhängig? Wird demnächst weniger verkauft?

Verbreitet sind auch Sicherungssysteme wie Stopp-Loss-Marken. Auch das ist Traden. Um Verluste zu vermeiden, werden Aktien verkauft, wenn sie unter eine gesetzte Verlustschwelle gehen. Gleichzeitig kann man mit Short-Strategien zur Absicherung auf fallende Kurse setzen, um Verluste im Depot auszugleichen.

Vom Anleger zum Daytrader

Kurz: Kein Anleger kommt ums Traden herum, auch wenn der Begriff üblicherweise erst bei häufigeren An- und Verkäufen zum Tragen kommt. Die Grenze vom einfachen Investment zum „echten“ Traden ist fließend. Wer allerdings dem Reiz erliegt, Daytrader zu werden, sollte sich keinen Illusionen hingeben.

Die Vorstellung beispielsweise aus 3.000 € Startkapital mit täglich nur 1% Gewinn in 3 Jahren einige Millionen zu machen, wäre eine Milchmädchenrechnung. Denn erstens kostet jeder Trade Geld, das man abziehen muss und zweitens wiegen zwischenzeitliche Verluste stets doppelt so schwer wie Gewinne. Abgesehen davon lässt nicht jeder Trade den Kontostand steigen. Selbst Profis haben im Schnitt Erfolgsquoten von nur rund 40%.

27. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.