Angstwort Inflation. Die Preise steigen, das Geld ist weniger wert – allein der Gedanke daran beunruhigt Verbraucher und Sparer.
Anders als die Besitzer von Sachwerten sind Verbraucher und Sparer mit ihrem Geld und ihrem Geldvermögen die Verlierer einer Geldentwertung.
Anleihen mit einem Inflationsausgleich versprechen, das Depot und somit das Vermögen vor dem Preisauftrieb zu schützen. Diese Idee ist nicht neu, aber aktuell.
Die Idee des Inflationsschutzes ist nicht neu: Im Jahr 1780 gab die Massachusetts Bay Company eine Schuldverschreibung aus, die bei Fälligkeit die Rückzahlung von 280 Pfund Mais, 68 Pfund Rindfleisch, 10 Pfund Schafswolle und 16 Pfund Schuhleder vorsah.
Dadurch dieses Angebot konnte der Gläubiger das erste mal in der Geschichte mit einem festen Gegenwert rechnen, auch für den Fall eines Kaufkraftverlustes.
Anleihen mit Inflationsschutz: So funktionieren die Papiere
Bei traditionellen Anleihen zahlt Ihnen der Emittent zu meist jährlichen Terminen einen bestimmten Zins, zum Ende der Laufzeit wird Ihnen der Nennbetrag des Papiers erstattet.
Bei inflationsgeschützten Anleihen bekommen Sie einen garantierten Mindestzins, der – wie beim ersten Papier dieser Art in Deutschland – allerdings deutlich unter dem von Festzinsanleihen liegt. Dafür gibt es zusätzlich einen Inflationsausgleich zum Ende der Laufzeit.
Anleihen mit Inflationsausgleich: Ein Beispiel
Das könnte zum Beispiel so aussehen: Bei einer inflationsgeschützten Anleihe lautet der Kupon auf 1,50%, ein festverzinsliches Pendant mit gleicher Laufzeit brächte 3,75%.
Doch bei der inflationsgeschützten Anleihe besteht der Zins nicht nur aus einem fixen Anteil. Einmal im Jahr wird die Zahlung der Inflationsrate angeglichen, indem der vereinbarte Nominalzins mit einem bestimmten, in den Konditionen benannten Preissteigerungsindex multipliziert wird.
Dabei wird anhand eines Verbraucherpreisindex in der Eurozone eine sogenannte Index-Verhältniszahl ermittelt. Diese ergibt sich aus der Relation zwischen dem aktuellen Indexstand und dem Indexwert am Tag des Zinslaufbeginns, also dem Emissionsdatum.
Bonus entschädigt für niedrige Zinsen
Attraktiv werden inflationsgeschützte Anleihen dadurch, dass auch der Nennwert der Anleihe zum Fälligkeitstermin mit der dann aktuellen Index-Verhältniszahl multipliziert wird. Dadurch wird der Inflationsschutz auch auf den Nominalbetrag übernommen.
Bei einer Anteilsgröße von 10.000 € und einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,8% über die 10-jährige Laufzeit hinweg wächst der Auszahlungsbetrag im Beispiel auf rund 11.950 €. Zusätzlich gleichen sich, wie bereits geschrieben, auch die Zinszahlungen der Inflationsrate an.
Ausländische Anbieter mit größerem Angebot
Nachteil Inflationsgeschützter Anleihen: Kurzfristige Schwankungen - Etwa wenn ausgeprägte Inflationsängste zu Zinssteigerungen und damit zu Verlusten am Rentenmarkt führen.
Spezielles Problem für Deutschland: Eine wachsende Nachfrage trifft auf ein recht geringes Angebot. Die Alternative: Ausländische Anleihen mit Inflationsschutz oder hierrauf spezialisierte Fonds


