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Anleihen – Anleger sollten sich auf Turbulenzen einstellen

Mit Blick auf ihre Entwicklung sind Anleihen 2015 eine Investition mit Überraschungspotenzial. Vor allem ist unklar, ob im Herbst die entscheidende Zinswende kommt und wie gravierend ihre Folgen sind.

Derweil wurden bereits kürzlich im großen Stil Anleihen, sprich Bonds, weltweit abgestoßen, auch Bundesanleihen. Bald darauf waren dann gerade letztere wieder gefragt, nachdem sich abzeichnete, dass Griechenland gegen die Wand fährt.

Anleihen Entwicklung 2015 – Schwankungen wie am Aktienmarkt

Anleihen zeigen 2015 Verwerfungen, die man normalerweise von den Aktienmärkten gewohnt ist. Traditionell gelten Schuldpapiere mit hoher Bonität als sichere Anlage. Deutsche Anleihen werden immerhin mit AAA bewertet und somit als Messlatte im Euroraum angesehen.

Aktuell sinkt wieder die zuvor angestiegene Rendite für 10-Jährige unter 0,82%: Seitdem sich der IWF aus der Griechenland-Rettung verabschiedet hat, flüchtet alles in sichere deutsche Anleihen Staatsanleihen. Gleichzeitig aber geraten spanische oder portugiesische Papiere unter Druck. Griechenland wird noch eine Weile für Unruhe sorgen.

Doch schon vorher kam es zu Turbulenzen. Im Mai 2015 schnellte die Rendite für 10-jährige Bundesanleihen innerhalb eines Monats von rund 0,05% Anfang April auf über 0,8%. Die höhere Rendite ging mit massiven Kursverlusten einher.


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Selten in der Geschichte war der Ausverkauf deutscher Anleihen derart massiv. Dabei waren noch zuvor die Bunds, so die Insiderbezeichnung für die deutschen Staatspapiere, äußerst gefragt. Bei den sonst eher ruhigen Anleihen geht es auf und ab.

Nervosität und Anleihe-Crash

War es Panik oder das Kalkül umfangreicher Leerverkäufe, mit denen Anfang Mai einige Großinvestoren Kasse machten? Wie meist in solchen Fällen, dürften verschiedene Faktoren ineinander gegriffen haben.

Zur gleichen Zeit waren die Wirtschaftszahlen für Europa besser als vermutet, und mit der Belebungstendenz stieg zugleich die Inflationserwartung. Das Szenario aus Stagnation und Deflation schien überwunden. Wenn das als Vorbote für eine Zinswende verstanden wird, werden bislang gehaltene Anleihen reihenweise verkauft.

Dies war aber auch in anderen Ländern der Fall. Zwar stiegen die Renditen amerikanischer, japanischer oder Schweizer Anleihen nicht so extrem wie die der Bundestitel, doch letztlich herrscht international Nervosität, wenn es um irgendwelche Anzeichen für eine Zinswende geht.

Der jüngste Crash ist zwar wieder vorüber, angesichts der ewigen Niedrigstzinsen indes befürchten die Märkte das Platzen einer Anleihe-Blase. Anleihen wurden bisher gekauft, ohne dass sie eine nennenswerte Verzinsung bringen. Anleger konnten die letzten beiden Jahre höchstens von Kursgewinnen bei fallenden Renditen profitieren. Ansonsten steht Anleihen außer Sicherheit keine nennenswerte Gegenleistung gegenüber.

Zinsschritt und Massenverkauf mit Folgen

Die bange Frage ist, was passiert, wenn die Fed im Herbst ihre immer wieder verschobene Zinsanhebung in die Tat umsetzt. Voraussetzung hierfür ist eine nachhaltige Belebung der Wirtschaft und steigende Inflation. In dem Fall wäre die Fed kraft ihres Auftrags zur Zinsanhebung gezwungen. Je höher der Zinsschritt ausfällt, desto mehr Anleger weltweit werden ihre alten Anleihen loswerden. Wenn dann die Masse die Dynamik verstärkt, kann es zu Panikverkäufen kommen.

Das Ausmaß und die Folgen lassen sich ungefähr an der Tatsache ablesen, dass Anleihen mit rund 45.300 Mrd. US-$ einer der größten Märkte überhaupt sind. Schon bei einem überschaubaren Crash wie Anfang Mai beliefen sich die Verluste auf über 900 Mrd. US-$.

Da sich die Fed der Tragweite ihrer Entscheidungen bewusst ist, wird allgemein eher von Zinsänderungen in einigen schonenden Etappen ausgegangen. Ihr Spielraum liegt in der Beurteilung darüber, ob es mit der US-Wirtschaft tatsächlich ungetrübt bergauf geht. Irgendwann aber wird der Schritt unausweichlich sein, aus Anleihen mehr zu machen als eine reine Versicherungsprämie.

Strategien für Anleihe-Anleger in 2015

Angesichts der damit verbundenen Spekulationen plus der Unsicherheiten in Sachen Euro und der noch schwelenden Ukraine-Krise dürften Anleihen bis Ende 2015 weitere Turbulenzen durchleben. Anleihe-Anleger können natürlich den Ausweg in Unternehmensanleihen suchen. Die mögen derzeit zwar ruhiger laufen, doch bei bester Kreditwürdigkeit bringen auch sie kaum Renditen.

Als Alternative bieten sich beispielsweise Schwellenländer-Anleihen über ETFs. Wer das einhergehende Währungsrisiko in Kauf nimmt, kann mit Renditen zwischen 4% und 5% rechnen.

Generell empfehlen sich Absicherungsstrategien wie das sogenannte Bond-Laddering. Durch die gezielte Staffelung mit Anleihen unterschiedlicher Laufzeiten wird der Schaden selbst bei einer Zinsanhebung in Grenzen gehalten.

7. Mai 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.