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Anleihen, oder: Wenn Sie mit Zinserträgen kalkulieren möchten

Heute möchte ich Ihnen analog zum Thema Dividenden und Dividendenrendite das Thema Anleihen und Anleihenrendite vorstellen. Sie werden unter anderem lernen, wie Sie die aktuelle Rendite einer Anleihe genau berechnen können. Wir beschäftigen uns heute schwerpunktmäßig mit Unternehmensanleihen.

Das Pendant dazu sind Staatsanleihen. Alles was Sie heute erfahren und lernen (vor allem auch die Berechnung der Rendite), lässt sich 1:1 auf Staatsanleihen übertragen. In Zeiten der Nullzins-Politik der Zentralbanken ist es ziemlich schwierig geworden, gute Anleihen zu finden.

Was ist eine Anleihe und wie funktioniert eine Anleihe

Ich beschrieb Ihnen, wie Unternehmen über die Ausgabe von Aktien an frisches Geld kommen und wie Sie im Gegenzug Miteigentümer des Unternehmens werden. Miteigentümer deshalb, weil es sich bei dem frischen Geld aus Unternehmenssicht um Eigenkapital handelt. Bei Anleihen ist das anders.

Die Emission von Anleihen (Ausgabe von Anleihen) ist für Unternehmen eine andere Möglichkeit, um an neues Geld zu kommen. In diesem Fall werden Sie allerdings nicht Miteigentümer des Unternehmens und es handelt sich aus Sicht des Unternehmens auch nicht um Eigenkapital, sondern um Fremdkapital. Bei einer Anleihe handelt es sich um ein sogenanntes festverzinsliches Wertpapier mit einer festen Laufzeit.

Gemeinsamer Nenner: Der tägliche Börsenkurs

Genau wie bei Aktien gibt es auch bei Anleihen einen täglich festgestellten Börsenkurs. Wenn dieser Kurs zum Beispiel auf Grund von drohender Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens (= Anleihenschuldner) um 50% fällt, wäre in dem Moment theoretisch die Hälfte Ihres eingesetzten Kapitals verloren. Geht der Anleihenschuldner nicht bankrott, wird dagegen am Laufzeitende die Anleihe zum Nennwert (= 100%) zurückgezahlt.


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Was den Wert einer Anleihe ausmacht

Der Zins-Kupon: Dies ist der jährliche Zins, den die Anleihe abwirft – dieser darf allerdings nicht mit der Rendite gleichgesetzt werden!

Der Kurs: In der Regel wird der Kurs einer Anleihe am Ende der Laufzeit zu 100% getilgt. Wenn Sie zu einem niedrigeren Kurs einkaufen, erzielen Sie am Ende der Laufzeit einen Kursgewinn, der sich positiv auf die Rendite auswirken würde.

Die Bonität: Die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens (die sogenannte Bonität) beeinflusst den Kurs wesentlich. Vor allem, wenn Anleihen durch eine Herabstufung (geschieht durch Rating-Agenturen) ihren Investmentgrade-Status verlieren und einige Investoren laut Regelwerk die Anleihen verkaufen müssen, oder nicht mehr neu kaufen dürfen.

Die Laufzeit: Hier gilt grundsätzlich: Je länger die Laufzeit, desto besser sollte die Verzinsung sein.

Die Rendite: Ihr Ertrag aus einer Anleihe ergibt sich aus dem Kursgewinn (sofern Sie die Anleihe unter dem Emissionskurs gekauft haben, also unter dem Kurs, zu dem die Anleihe am Markt platziert wurde) bzw. -verlust. Hinzu kommen die Erträge der Zinskupons.

Berechnung der Anleihen-Rendite

Beispiel: Nehmen wir an, dass zwei Anleihen, eine von der Müller AG und die andere von der Meier AG, jeweils einen Zins-Kupon von 5% und eine Restlaufzeit von exakt 12 Monaten aufweisen. Sie als Besitzer einer der beiden Anleihen mit einem Nennwert von 1.000 Euro erhalten pro Jahr jeweils 50 Euro Zinsen. Die Zinszahlung ist in beiden Fällen identisch. Die Rendite jedoch nicht.

Aufgrund der höheren Risiken kostet die Anleihe der Meier AG in unserem Beispiel nur 900 Euro, obwohl der Nennwert bei 1.000 Euro liegt (der Verkäufer an der Börse hat Angst, dass die Meier AG zahlungsunfähig wird und bietet die Anleihe daher unter Nennwert an). Am Laufzeitende zahlt die Meier AG dann jedoch die Zinsen und auch den Nennwert zurück.

Die Rechnung lautet dann:

Der Käufer hat beim Kauf 900 Euro bezahlt, aber 1.000 Euro für den Nennwert und 50 Euro Zinsen (= 1.050 Euro) erhalten. Die Anleihenrendite liegt dann bei 1.050 : 900 = 16,67% Die Anleihe der Müller AG hat dagegen beim Kauf 1.000 Euro gekostet. Es gibt am Laufzeitende keinen Kursgewinn, sondern nur die 50 Euro Zinsen. Die Anleihenrendite liegt dann bei 1.050 : 1.000 = 5,00%

Fazit: Gleiche Höhe des Zins-Kupons bedeutet nicht gleiche Höhe der Rendite

Der Zins-Kupon war in beiden Fällen identisch, die Rendite fällt jedoch – je nach Einstiegskurs – sehr unterschiedlich aus. Lassen Sie sich daher nicht von einem hohen Zins-Kupon beeindrucken. Es kommt immer auf das Verhältnis von Zins-Kupon zu Einstiegskurs an.

24. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.