von Jan Aalto

Anti-Crash: Die neue Strategie für 2012

Investieren gegen die Eurozone

Krise voran - Crash in der EU wahrscheinlicher

Die Berichte um die Eurozone werden schlechter.

In der zurückliegenden Woche rückten immer mehr Analysten und Kommentatoren von der Linie der EU ab.

Auch wenn die Börsen die neue Geldspritze der Notenbanken feierten, wird mit jedem verübergehenden Tag klar: der Crash der Eurozone ist fast unabwendbar.

Eine Anti-Crash-Strategie wird für 2012 der wichtigste Schritt in Ihrem Depot sein.

Anti-Crash bedeutet: Sie bereiten sich darauf vor, dass mehr Anleihen ausfallen als bis dato bekannt wurden. Sie bereiten Ihr Depot darauf vor, dass Lebensversicherungen in größere Schwierigkeiten geraten - und deren Rendite massiv sinkt.

Und Sie bereiten Ihr Depot auf eine neue Währung vor. Denn: kurzfristig werden die neuen politischen Maßnahmen weder die Konjunktur vorantreiben noch die weitere Verschuldung abwenden.

DIW warnt

Daher fassen wir kurz zusammen, was Andere meinen - als bestätigende Meinung für unsere Einschätzungen der vergangenen Wochen.

So warnt auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW): "Die Spannungen am Interbankenmarkt sind ein klares Indiziz dafür, dass die Zeitbomen, die in den Bilanzen einiger Geschäftsbanken liegen, kurz davor sind zu explodieren".

Das heißt: die Banken leihen sich gegenseitig kaum noch Geld. Der Zinssatz, der auf diesem Markt herrscht, ist zu gering: etwa 1,5% sind des für den Euribor 3-Monats-Zins, der ein wichtiger Signalgeber ist. 

Die Konsequenz: Zinsen an den Märkten werden steigen müssen, soll der Interbanken-Kreditmarkt wieder in Gang kommen. Dieser ist entscheidend dafür, dass die Politik der Zentralbanken mit dem Kauf von Anleihen die Konjunktur tatsächlich in Gang setzen kann.

Wenn die Banken das neue Geld an den Märkten über Kredite nicht verteilen und mehr Geld schöpfen, versickern die Maßnahmen im Sand.

Wirkung der Notenbanken gering

Dabei wird der Zugriff der Notenbanken weitgehend ohne Folgen bleiben. Erholt sich die Konjunktur schon wegen der Interbanken-Krise nicht, bleibt deren Rolle darauf beschränkt, die Anleihen kränkelnder Staaten aufzukaufen.

Mit anderen Worten: sie verschaffen den Regierungen in Griechenland, Italien, Portugal und Spanien nur etwas Zeit.

Die Zeit aber werden die Staaten nicht nutzen (können), um dauerhafte Reparaturen zu schaffen. Weitere Stimmen dazu:

  • Jörg Krämer von der Commerzbank analysiert: "Die europäischen Finanzminister haben seit Ausbruch der Staatsschuldenkrise viele Vorschläge entwickelt, die jedoch die Anleger nicht überzeugt haben". "Das führt früher oder später zu einer hohen Inflation".
  • "Interventionen der Zentralbank sind immer nur eine Symptombekämpfung werden die Krise nicht dauerhaft aus der Welt schaffen".
  • Der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi meint: die EZB kann nur begrenzt  Staatsanleihen als Hilfe aufkaufen. 
  • Die Banken selbst wurden nervös. "Über Nacht" - mit Tagesgeldeinlagen - parkten die Banken ihr Geld bei der EZB in schwindelerregender Höhe: 300 Milliarden Euro, mehr als je zuvor in den vergangenen 15 Monaten.
  • Großbritannien spricht schon von einer "systemischen Bankenkrise", ganz offiziell. So jedenfalls warnte der "Gouverneur der Bank of England".

Gevestor meint: die Anzeichen und Stimmen für weitere Krisen mehren sich drastisch von Tag zu Tag. Damit aber steigen die Schulden schlicht immer weiter.

Unsere Empfehlung bleibt für die Vorweihnachtszeit: reduzieren Sie wo möglich Anleihe-Positionen und sonstige Geldleihe-Positionen wie Lebensversicherungen.

Alternativen sind Aktien und Edelmetalle. Gold bleibt ein Depot-Stabilisator - auf Jahre. 

 
 
Bildquelle: helix - Fotolia