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Antizyklische Fiskalpolitik: Das wirtschaftspolitische Instrument des Staates

Mit der Fiskalpolitik versucht ein Staat die konjunkturelle Entwicklung in einem Land zu lenken.

Man versteht unter Fiskalpolitik also alle Maßnahmen, die ein Staat ergreift, um Einfluss auf konjunkturelle Schwankungen zu nehmen.

Vor allem in Phasen der Rezession und Depression betreibt der Staat vermehrt eine Fiskalpolitik, um ein stabiles Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten.

 Fiskalpolitik: Ein Überblick

Grundsätzlich ist die Fiskalpolitik ein Teilbereich der Finanzpolitik. Außerdem gilt sie als wichtiges Element der Konjunkturpolitik.

Die Ziele der Fiskalpolitik sind die Einflussnahme auf konjunkturelle Schwankungen, ein hoher Beschäftigungsgrad und eine gleichmäßig geringe Inflation.

Mehr zum Thema: Frühindikatoren – Ein Mittel für Konjunktur-Prognosen

Um diese Ziele zu erreichen, soll der Staat durch Veränderung der öffentlichen Einnahmen und Ausgaben vor allen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage beeinflussen.

Die theoretische Basis der Fiskalpolitik geht auf Maynard Keynes zurück.

Antizyklische Fiskalpolitik

Die antizyklische Fiskalpolitik nennt man auch diskretionäre Finanzpolitik.

Bei der antizyklischen Fiskalpolitik sollen die Staatsaugaben und Staatseinnahmen entgegen dem Konjunkturverlauf ausgerichtet werden, um konjunkturelle Schwankungen auszugleichen.

In einer Rezession muss der Staat demnach die gesamtwirtschaftliche Nachfrage erhöhen, indem er seine Ausgaben erhöht.

Expansive, also die Nachfrage steigernde fiskalpolitische Elemente sind hierbei zum Beispiel die vermehrte Vergabe von öffentlichen Aufträgen, der Ausbau von Sozialleistungen und die Senkung der Einkommensteuer.

Während eines Konjunkturhochs sollte der Staat seine Ausgaben verringern und die Einnahmen zum Beispiel durch Steuererhöhungen steigern, um Rücklagen für die folgende Rezession schaffen zu können.

Die Maßnahmen, die eine Hochkonjunktur drosseln sollen, nennt man auch restriktive fiskalpolitische Instrumente des Staates.

Eine solche antizyklische Fiskalpolitik wurde in Deutschland in den 1960er Jahren und bis Mitte der 1970er Jahre mit Erfolg betrieben.

Allerdings versagte die Fiskalpolitik Mitte der 1970er Jahre: Die konjunkturellen Ausschläge verstärkten sich und die Verschuldung der öffentlich Haushalte stieg enorm an.

Seitdem steht die antizyklische Fiskalpolitik unter Kritik.

Antizyklische Fiskalpolitik: Kritik

Insbesondere der Monetarismus lehnt die Fiskalpolitik zur Einflussnahme auf die Konjunktur ab. Im Monetarismus gilt die Geldwertstabilität als wichtigstes Ziel.

Mehr zum Thema: Monetarismus: Das antizyklische Eingreifen des Staates

Von Kritikern wird oft bestritten, dass die Fiskalpolitik überhaupt in der Lage ist, Einfluss auf die Volkswirtschaft zu nehmen.

Vor allem die Auslandsnachfrage lässt sich nicht vorhersehen oder korrigieren und erlaubt durch internationale Zwänge kaum ein Gegensteuern.

Außerdem treten bei allen wirtschaftspolitischen Instrumenten Wirkungsverzögerungen auf. Die Maßnahmen des Staates zur Regulierung der Konjunktur wirken oft erst dann, wenn bereits eine andere Konjunkturphase eingetreten ist.

Hinzu kommt, dass die Reaktionen der Wirtschaftssubjekte, also der Privathaushalte und Unternehmen, nicht vorhersehbar sind und höhere Staatsausgaben nicht mit Sicherheit eine höhere Nachfrage auslösen.

31. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.