Liebe Leser,
Apple ist und bleibt ein Phänomen. Da setzen die Analysten im Vorfeld der Bilanzdaten ihre Schätzungen deutlich nach oben und was macht der High-Tech Gigant? Er springt mit Leichtigkeit über die angehobene Messlatte und lässt verblüffte Analysten zurück.
Auch im Ede Juni zu Ende vegangenen Quartal hat es wieder einige Rekordwerte bei Apple gegeben. Die einzelnen Verkaufszahlen klingen schon fas unglaublich: In nur drei Monaten gingen 9,25 Millionen iPads über die Ladentheken. Apple Finanzvorstand Peter Oppenheimer sagte dazu: „Wie haben jeden möglichen iPad auch verkauft.“
Im Vergleichsquartal des Vorjahres hatte der Vertrieb des iPad begonnen und es wurden 3,27 Mio. Einheiten verkauft. Der unglaubliche Sprung gelang im Vergleich zum Vorquartal: Durch die Einführung des iPad2 gelang Apple hier eine Steigerung des Absatzes um 97%.
Auch beim iPhone geht das Wachstum weiter ungebremst weiter. So wurde hier die 20 Mio. Grenze pro Quartal leicht überschritten. Das bedeutete noch einmal ein Anstieg von 9% im Vergleich zum Rekordabsatz im 2. Quartal 2011. Damit diese Welle nicht abebbt, wird es wohl im Herbst das iPhone 5 geben.
Bislang gibt es dazu nur Gerüchte, denn Apple macht um seine neuen Produkte traditionell ein großes Geheimnis. Das ist Teil der erfolgreichen Marketingstrategie des Konzerns.
Diese massiven Absatzzuwächse führten zu einem wahren Gewinnsprung: Im Vergleich zum Vorjahr legte der Nettogewinn um 121% auf 7,79 Dollar pro Aktie zu. In absoluten Zahlen sind das 7,308 Mrd. Dollar Quartalsgewinn.
Nach neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres (Stichtag Ende September 2011) hat Apple einen Umsatz von annähernd 80 Mrd. Dollar und einen Nettogewinn von 19,3 Mrd. Dollar erzielt.
Nur um diese Zahlen mal in einen Kontext zu stellen: Berkshire Hathaway, das Beteiligungsunternehmen von Warren Buffett, erzielte im gesamten Geschäftsjahr 2010 bei einem Umsatz von rund 136 Mrd. Dollar einen Gewinn von 13,44 Mrd. Dollar.
Selbst Exxon Mobil, der weltgrößte börsennotierte Konzern, brachte es bei einem Umsatz von 383 Mrd. Dollar auf einen Nettogewinn von 31,4 Mrd. Dollar.
Sie sehen: In Sachen Ertragskraft lässt Apple sehr viel größere Konzerne deutlich hinter sich. Aber natürlich bleibt die Frage: Kann es immer so weiter gehen bei Apple? Vielleicht müssen für Apple die Grenzen des Wachstums tatsächlich neu definiert werden. Bislang schient keine Hürde zu hoch zu sein für den High-Tech Konzern.
Die Börse reagierte auf jeden Fall euphorisch auf die Zahlen und die Aktie stieg im nachbörslichen Handel erstmals über die Marke von 400 Dollar. Damit ist das Unternehmen knapp 370 Mrd. Dollar an der Börse wert. Das ist nur noch ein kurzer Weg bis zu den annähernd 415 Mrd. Dollar von Exxon Mobil.
Was fehlt noch bei Apple? Das ist ganz klar eine Dividende. Wenn ein Unternehmen in neun Monaten einen operativen Cash-Flow von mehr als 27,2 Mrd. Dollar erzielt, wäre es schon an der Zeit, die Aktionäre auch einmal daran zu beteiligen. Doch bislang gibt es keine Ausschüttungen bei Apple.
Das ist eine Gemeinsamkeit zu Warren Buffett. Er zahlt bei Berkshire Hathaway auch keine Dividende. Sein Motto dabei: So lange 1 Dollar im Unternehmen noch einen Mehrwert erzielt, werden wir keine Dividende auszahlen. Das ist bei Apple sicherlich auch noch der Fall und so wird es wohl auch in absehbarer Zeit keine Dividende geben.
Bis morgen,
Heiko Böhmer
Chefredakteur „Privatfinanz-Letter“



