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Arbeitsmittel absetzen: Was Sie bei der Steuer geltend machen können

Arbeiten Sie zu Hause für Ihr Unternehmen, dürfen Sie alle dort eingesetzten Arbeitsmittel steuerlich geltend machen. Ob Sie in Ihrer Privatwohnung ein abzugsfähiges Arbeitszimmer haben oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Als Arbeitsmittel von der Steuer abzugsfähig sind Einrichtungsgegenstände, Arbeitsgeräte und Büromaterial.

Arbeitsmittel, Privatwohnung, Steuer: Was dazugehört

Das heißt konkret: Zu den Einrichtungsgegenständen gehören etwa Schreibtisch, Bürostuhl, Aktenregale und Büroschränke. Ebenso eine Schreibtischleuchte sowie Papierkörbe. Computer und Drucker gelten als Arbeitsgeräte. Auch andere technische Einrichtungen wie Scanner und Tischrechner gehören zu dieser Kategorie. Die üblichen Verbrauchsmittel wie Papier, Toner und Schreibutensilien zählen als Büromaterial. Achtung: Probleme gibt es eventuell, wenn Sie eine komplette PC-Anlage mit Zusatzgeräten absetzen wollen.

In voller Höhe geht das nur, wenn Sie diese Geräte tatsächlich zu mehr als 90% betrieblich nutzen. Das glaubt Ihnen das Finanzamt aber nur, wenn Sie noch einen weiteren PC in Ihrer Wohnung haben. Diesem wird dann eine private Nutzung, etwa Computerspiele oder Surfen im Internet, zugerechnet. Fehlt ein zweiter PC in Ihrer Privatwohnung, dürfen Sie einen Computer ohne weiteren Nachweis nur zu 50% von der Steuer absetzen. Das folgt aus einem älteren Urteil des Bundesfinanzhofs.

Auslandssprachkurs als Werbungskosten absetzen: Das Finanzamt verweigert…

Wenn eine Reise ausschließlich oder zumindest fast ausschließlich deshalb stattfindet, um einen Sprachkurs im Ausland zu absolvieren, dann können die Kosten für diesen Sprachkurs von der Steuer als Werbungskosten abgesetzt werden. Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat mit diesem Urteil das Absetzen von Werbungskosten von der Einkommenssteuer erweitert.

Ein Steward musste für seine Beförderung zum Chefsteward noch einen Spanisch-Kurs absolvieren. Diesen Sprachkurs absolvierte er in Mexiko und wollte die Kosten in Höhe von ca. 218 € sowie 480 € als Werbungskosten von der Einkommenssteuer absetzen. Doch das Finanzamt stellte sich quer und argumentierte, dass der Mexiko-Aufenthalt nicht nur beruflichen Gründen diente, sondern auch Urlaub war.

…und das Finanzgericht erlaubt es

Doch dieser Argumentation schloss sich das Finanzgericht Rheinland-Pfalz nicht an: Zwar muss die Reise ausschließlich oder nahezu ausschließlich aus beruflichen Gründen stattgefunden haben, um als Werbungskosten von der Einkommenssteuer abgesetzt zu werden. Doch das Absetzen der Kosten für den Sprachkurs als Werbungskosten darf nicht nur deshalb verwehrt werden, weil der Sprachkurs im Ausland absolviert wurde. Es ist allgemein anerkannt, dass eine Sprache effizienter und effektiver dort erlernt werden kann, wo sie auch im Alltag gesprochen wird.

Generell gilt jedoch, dass der Auslands-Sprachkurs auf die besonderen beruflichen Bedürfnisse des Teilnehmers eingehen muss. Dies sah das Finanzgericht im vorliegenden Fall als erwiesen an.

Außerdem wurde der Sprachkurs in dem Zeitraum absolviert, den sein Arbeitgeber als Bildungsurlaub abgenickt hatte. Endlich werden Werbungskosten für häufig dringend notwendige Sprachkurse nicht mehr rigoros verwehrt. Beachten Sie allerdings beim Absetzen der Werbungskosten von der Einkommenssteuer, dass Sie gegenüber dem Finanzamt nachweisen müssen, dass der Sprachkurs im Ausland wirklich hauptsächlich beruflichen Gründen diente.

28. März 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.