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Arbeitszimmer – Wie das Büro abzusetzen ist

Die Ausgaben für das häusliche Arbeitszimmer können Sie vielfach nur noch mit erheblichen Einschränkungen steuerlich geltend machen.

Unter bestimmten Voraussetzungen sind Ihre Kosten für das häusliche Arbeitszimmer nur bis zu einem Betrag von 1.250 Euro im Jahr als Werbungskosten abzugsfähig.

Grundsätzlich gilt: Sie können nur dann sämtliche Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer abziehen, wenn dieses den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen Tätigkeit bildet.

Dieser Mittelpunkt ist immer dort, wo Sie ausschließlich oder fast ausschließlich tätig werden oder die Leistung erbringen, die für Ihre gesamte berufliche Tätigkeit entscheidend ist.

Vorraussetzungen der Werbungskosten

Diese Voraussetzungen erfüllen Sie mit Einkünften aus Vermietung und Verpachtung nur, wenn diese Einkünfte Ihre einzige Einkunftsquelle sind, sie also praktisch von Ihren Mieteinnahmen leben.

In den meisten Fällen wird es darum gehen, die Kosten für das häusliche Arbeitszimmer zumindest bis zu einem Betrag von 1.250 Euro im Jahr abziehen zu können.

Wenn Sie Ihr Arbeitszimmer zur Verwaltung Ihrer Immobilien nutzen wollen, machen Sie die Kosten als Werbungskosten aus Vermietung geltend.

Auch hier gilt: Listen Sie alle Einzelkosten auf einem Beiblatt separat auf.

Diese Kosten sind dann Bestandteil der Sonstigen Werbungskosten, die in den Zeilen 55 und 56 der Anlage V berücksichtigt werden.

Vorsicht: Selbst wenn es bei der steuerlichen Anerkennung des häuslichen Arbeitszimmers „nur“ um die 1.250 Euro-Hürde geht, müssen Sie damit rechnen, dass sich das Finanzamt „querstellt“.

Das gilt erst recht dann, wenn Sie nur ein oder zwei Vermietobjekte besitzen. In einem solchen Fall hat das Hessische Finanzgericht das Arbeitszimmer nicht zum Werbungskostenabzug zugelassen.

Praxis-Tipp: Die Abzugsbeschränkung gilt nicht für Einrichtungsgegenstände, die gleichzeitig Arbeitsmittel sind und zur Ausstattung des Raumes gehören.


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Stellen sich also beispielsweise beide (Ehe-)Partner einen Schreibtisch ins Arbeitszimmer, können auch beide Schreibtische in voller Höhe steuerlich abgeschrieben werden.

Wie Sie ein häusliches Arbeitszimmer steuerlich absetzen können

1. Möglichkeit2. Möglichkeit
Sie können alle Kosten in voller Höhe absetzenSie können maximal 1250 € im Jahr absetzen
Achtung: Dies ist kein Pauschbetrag, sondern eine steuerliche Obergrenze. Die Kosten müssen Sie exakt nachweisen.

Voraussetzung für die 1. MöglichkeitVorraussetzung für die 2. Möglichkeit
Die häuslichen Arbeitszimmer bildet den Mittelpunkt Ihrer gesamten beruflichen und betrieblichen BetätigungEntweder: Sie üben mehr als 50 % der beruflichen oder gewerblichen Tätigkeit in Ihrem Heimbüro
Oder: Für Ihre berufliche Tätigkeit steht kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung

Privilegierter Personenkreis für 1. MöglichkeitPrivilegierter Personenkreis für 2. Möglichkeit
Heimarbeiter sowie selbstständige Ärzte, Rechtanwälte und Steuerberater mit Praxis/Büro im eigenen Haus.Angestellte, die viel zu Hause arbeiten, zum Beispiel wochentags, abends und am Wochenende
Ruheständler mit Nebentätigkeiten, Existenzgründer, die vom häuslichen Arbeitszimmer aus starten.Angestellte, die zusätzlich eine Nebentätigkeit und/oder die eigene Vermögensverwaltung (Vermietung, Aktienanlage) im häuslichen Arbeitszimmer erledigen.
Freie Mitarbeiter ohne Arbeitsplatz in Ihrer FirmaAngestellte ohne Arbeitsplatz im Büro, zum Beispiel Lehrer, Außendienstmitarbeiter und Außenprüfer des Finanzamts
Personen ohne Erwerbstätigkeit, die das Zimmer zur Fortbildung nutzen.Dazu zählen auch Immobilienbesitzer mit einem Hauptjob, die ihre Objekte nur nebenher vermieten
Aber auch hauptberufliche Immobilienbesitzer, die ihre Objekte vom Arbeitszimmer aus verwalten

Frist bei der Finanzkasse eintreffen. Das gilt auch dann, wenn Sie gegen den Steuerbescheid Einspruch eingelegt und unter Umständen zusätzlich das Ruhen des Verfahrens beantragt haben.

Der Grund: Der Steuerbescheid ist sofort vollstreckbar.

Halten Sie die Zahlung zurück, beispielsweise um das Einspruchsverfahren abzuwarten, riskieren Sie zweierlei: Die Festsetzung von Säumniszuschlägen, immerhin 1% pro Monat, und den Besuch des Vollziehungsbeamten oder alternativ beispielsweise eine Kontopfändung.

Achtung: Soweit Ihr Einspruch Erfolg hat, muss Ihnen das Finanzamt die zuviel gezahlten Steuern selbstverständlich zurückerstatten.

Statt dessen können Sie aber auch bei dem Finanzamt, das den Steuerbescheid erlassen hat, beantragen, dass die Vollziehung des Steuerbescheids ausgesetzt wird. Damit können Sie erreichen, dass Sie zumindest den strittigen Betrag solange nicht zu bezahlen brauchen, bis über Ihren Einspruch entschieden ist.

Mit Ihrem Antrag auf Aussetzung der Vollziehung haben Sie Erfolg, wenn

  • ernsthafte Zweifel an der Rechtmäßigkeit des angefochtenen Steuerbescheids bestehen oder
  • die sofortige Vollziehung des angefochtenen Steuerbescheids für Sie eine unbillige Härte bedeuten würde.

Die „unbillige“ Härte betrifft nicht etwa die Nachzahlung selbst.

Vielmehr ist damit gemeint, dass es unangemessen (unbillig) ist, den Nachzahlungsbetrag sofort zu leisten. Das wäre etwa der Fall, wenn der angefochtene Steuerbescheid schwerwiegende Mängel aufweist und es Ihnen deshalb nicht zumutbar ist, zunächst einmal einen Betrag an die Finanzkasse zu überweisen, den Sie später mit großer Wahrscheinlichkeit ohnehin erstattet bekommen.

Wie sie genau Einspruch einlegen können

Den Aussetzungsantrag können Sie bereits im Einspruchsschreiben stellen. In diesem Fall empfiehlt es sich dringend, den Einspruch dann aber auch sofort zu begründen. Meistens geht es nicht ohne einen Steuerberater ab.

Der Einspruchsschrift können beispielsweise folgende Sätze hinzugefügt werden:

Aus den dargelegten Gründen reduziert sich die Einkommensteuer. Im Hinblick darauf wird beantragt, die Vollziehung des Einkommensteuerbescheids in der betreffenden Höhe bis zur Entscheidung über den Einspruch auszusetzen.

Für die Dauer der Aussetzung der Vollziehung erhebt das Finanzamt Zinsen, und zwar 0,5% pro Monat.

Die Zinsen müssen Sie nur insoweit zahlen, als Ihr Einspruch erfolglos bleibt. Außerdem müssen Sie damit rechnen, dass der Finanzbeamte eine Sicherheitsleistung, etwa in Form einer (Bank-)Bürgschaft verlangt.

Wenn Sie einen Liquiditätsengpass haben und deshalb den im Steuerbescheid festgesetzten Nachzahlungsbetrag ganz oder teilweise nicht fristgerecht an das Finanzamt entrichten können, stellen Sie am besten einen so genannten Stundungsantrag. Das bedeutet, dass Sie den Nachzahlungsbetrag in Raten leisten wollen.

Praxis-Tipp: Um Säumniszuschläge zu vermeiden, sollten Sie die Stundung rechtzeitig vor Ablauf der Zahlungsfrist beantragen.

Auch für die Dauer der Stundung erhebt das Finanzamt Zinsen, die ebenfalls 0,5% pro Monat betragen.Außerdem müssen Sie auch in diesem Fall einkalkulieren, dass das Finanzamt eine Sicherheitsleistung verlangt.

15. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.