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Asset Allocation: Portfolio sichern in jeder Lebenslage

Anlässlich der Veröffentlichung des Buches „Asset Allocation“ von Dr. Thomas Menzel und Dr. Jörg Rodenwaldt führte GeVestor ein exklusives Interview mit den Autoren:

GeVestor: Warum wird der Ansatz der „Asset Allocation“ im Börsenhandel immer wichtiger?

Dr. Thomas Menzel: Asset Allocation ist nichts anderes als die planvolle Aufteilung der Geldanlage auf verschiedene Anlageklassen.

Die Streuung der Anlage auf Anleihen, Aktien, Immobilien und Rohstoffe verhindert starke Wertverluste in Krisenphasen einzelner Anlageklassen, wie z.B. bei Aktiencrashs.

Dr. Jörg Rodenwaldt: In den letzten 20 Jahren sind insbesondere die Aktien und Rohstoffmärkte immer schwankungsanfälliger geworden.

Asset Allocation kann Anlegern helfen, diese Schwankung durch ein ausgewogenes Verhältnis offensiver Anlagen in Aktien und defensiver Anlagen in Staatsanleihen oder Unternehmens-Anleihen bester Bonität auszugleichen und eine kontinuierlichere Wertentwicklung sicherzustellen.

Besonders aber nach der letzten Finanz-, Wirtschafts- und der gegenwärtigen Staatsschulden-Krise sind wohl die meisten Anleger darüber verunsichert, welche Anlageklassen für sie die richtigen sind.

GeVestor: Das Risiko ist ein großes Thema bei der Gestaltung eines Depots. Wie lassen sich denn die Risiken einer Anlage erkennen?

Rodenwaldt: Die bewusste Gestaltung des Risikos im Depot ist der größte Mehrwert der Asset Allocation.

In unserem Buch widmen wir dem Erkennen, Messen und Vergleichen der Depotrisiken ein ganzes Kapitel. Aus unserer Sicht lassen sich die wichtigsten Risiken eines Depots in Marktpreis- und Implementations-Risiken unterteilen.

Die wichtigsten und bekanntesten Marktpreisrisiken sind das allgemeine Kursrisiko bei Aktien, das Zinsänderungs-Risiko bei Anleihen und das Wechselkursrisiko, falls Sie Wertpapiere nicht in Euro, sondern anderen Währungen erwerben.

Marktpreisrisiken sind unvermeidbar mit den unterschiedlichen Anlageklassen verbunden und können auch durch kluge Wertpapierauswahl nicht vermieden werden.

Menzel: Implementations-Risiken beziehen sich hingegen auf Ihre Auswahl einzelner Wertpapiere.

Kaufen Sie beispielsweise allein Aktien von Apple oder Facebook, um in der Anlageklasse „Aktien Nordamerika“ investiert zu sein, hängt die Wertentwicklung nicht nur von der Wertentwicklung der Aktien allgemein ab, sondern auch von den möglichen Fehlentscheidungen der Unternehmens-Leitungen bei Apple oder Facebook sowie der Einschätzung der Börsenteilnehmer zu diesen beiden Unternehmen.

Investoren in Telekom-Aktien haben dies vor Jahren schmerzhaft erfahren.

Erst ab ca. 20 Aktien kann man diese sogenannten „unsystematischen Risiken“ wegdiversifizieren. Daher empfehlen wir grundsätzlich, in breit gestreute Indizes wie den S&P 500 oder auch den MSCI World zu investieren.

Andere Implementations-Risiken liegen in der Intransparenz der Produkte, wie bei vielen geschlossenen Film- oder Schiffsfonds, oder auch in der Liquidität der gehandelten Papiere.

So sind diverse Zertifikate an vielen Handelstagen an der Börse schlicht unverkäuflich, da kein Käuferinteresse besteht.

GeVestor: Was sind die häufigsten Fehler, die Anleger machen?

Menzel: Aus Fehlern kann man bekanntlich am meisten lernen. Daher haben wir dieser Frage im Buch „Asset Allocation“ ein Kapitel gewidmet. Die häufigsten Fehler, die Anleger machen, sind die, dass sie entweder zu vorsichtig oder zu aggressiv sind.

Die vorsichtigen Anleger lassen ihr Geld auf dem Sparbuch liegen und denken dabei nicht daran, dass sie dadurch ihr eigenes Kapital vernichten.

Die Zinsen reichen besonders seit einiger Zeit nicht aus, die Inflation auszugleichen. Sie frisst im Zeitablauf das Kapital auf.

Die aggressiven Anleger leben im Glauben, dass sie den Markt schlagen können. Sie kaufen und verkaufen Einzelwerte, lassen sich auf Finanzwetten und auf riskante Anlageprodukte ein.

Ein anderer Fehler vieler Anleger ist, dass sie zu sehr den Produktverkäufern in den Banken glauben. Ich nenne sie bewusst nicht Bankberater.

Viele Konsumenten informieren sich bei der Stiftung Warentest und aus anderen Quellen, wenn sie sich einen Fernseher anschaffen, und vergleichen ebenfalls die Preise im Markt.

Dieses Verhalten wird dann aber häufig bei Anlage-Entscheidungen und dem Kauf von Finanzprodukten vernachlässigt.


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Der potentielle Investor geht zu seiner Hausbank und kauft, was ihm empfohlen wird.

Wir sagen nicht, dass man nicht mit Banken zusammenarbeiten sollte. Wir sagen nur – und bringen es in unserem Buch zum Ausdruck –, dass jeder Anleger sich eine eigene Meinung bilden, Produkte und Banken vergleichen sollte.

GeVestor: Was muss ein Anleger beachten, wenn er zum ersten Mal ein Depot anlegt?

Rodenwaldt: Er sollte seine Ziele für die Geldanlage kennen; wissen, warum und wofür er das Geld anlegt.

Ist es zur Alterssicherung, für eine Immobilie, oder soll es vererbt werden? Daraus ergibt sich auch der Zeithorizont. Wird es eine kurz-, mittel- oder langfristige Anlage?

Ebenso sollte ein Anleger vor der ersten Investition einen Kassensturz vornehmen, um zu sehen, wie viel Geld angelegt werden kann.

Denn es ist für eine Anlage kontraproduktiv, wenn ein Portfolio für eine langfristige Anlage eingerichtet wird und man schon wieder nach kurzer Zeit Wertpapiere zu verkaufen hat, weil Geld benötigt wird.

Das sind wichtige erste Schritte, bevor ein Depot angelegt wird.

Anschließend sollte der Anleger seine Risikotoleranz und Risikotragfähigkeit kennen lernen. Was ist der Unterschied?

Bei der Risikotoleranz definiere ich, wie viele Risiken ich zu akzeptieren bereit bin. Werde ich nervös und habe schlaflose Nächte, wenn das Anlageportfolio nicht wächst oder erst, wenn es mit 10, 20% im Minus liegt? Das ist rein subjektiv.

Die Risikotragfähigkeit ist ein objektives Kriterium und ergibt sich aus meinen finanziellen Möglichkeiten und Fähigkeiten etwaige Verluste zu „verdauen“.

Menzel: Dann kann man mit einfachen Mitteln ein Zieldepot definieren und umsetzen, wie wir es im zweiten Teil unseres Buches auch Schritt für Schritt darlegen. Das geht mit, aber auch ohne Berater, wenn man es sich zutraut.

GeVestor: Was ist Ihrer Meinung nach die bessere Strategie: das Depot behalten oder möglichst häufig umschichten?

Rodenwaldt: „Hin und her, Taschen leer“ ist ein bekannter Satz in der Anlagebranche. Und er stimmt. Das wird immer und immer wieder durch Forschungsergebnisse untermauert. Dennoch kann ein planvolles, regelmäßiges Umschichten sinnvoll sein.

Menzel: Jährliche Anpassungen der Anteile der Anlageklassen im Portfolio auf die Ausgangsgewichte, das sogenannte Rebalancing, bringt zusätzliche Rendite und weniger Risiko. Warum ist das so ?

In unserem Buch haben wir unter anderem gezeigt, dass man ein Portfolio aus Bundesanleihen und Aktien der Schwellenländer über 20 Jahre nicht einfach laufen lassen sollte.

Dann trägt zwar die offensive, dynamische Anlageklasse – wie die Aktien der Schwellenländer – über viele Jahre zu einer tollen Performance des Depots bei, verdrängt jedoch die defensive Anlageklasse.

Bei der Finanzkrise war dann die Gewichtung zwischen Bundesanleihen und Aktien der Schwellenländer nicht mehr 50% zu 50%, sondern nur noch 10% zu 90%.

Als dann die Aktienindizes in den Keller rauschten, gingen all die schönen Gewinne auf einen Schlag verloren.

Dasselbe Depot, bei dem der Anleger jedes Jahr die besser gelaufene Anlageklasse verkauft und mit den so realisierten Gewinnen die schlechter gelaufene Anlageklasse zukauft, hat nach 10 oder auch 20 Jahren deutlich besser abgeschnitten.

GeVestor: Wie kann Ihr Buch bei der Gestaltung eines Depots helfen?

Rodenwaldt: Das Buch erklärt zunächst einfach einmal, warum Asset Allocation für praktisch alle Privatanleger besser geeignet ist, als andere Anlagestrategien.

Wir erklären dem Leser oder der Leserin schrittweise die Herangehensweise an den Aufbau eines Depots.

Ausgangspunkt ist dabei immer der Anleger mit seinen Anlagezielen, seiner individuellen Risikotoleranz sowie seiner individuellen Risikotragfähigkeit.

Wir erläutern anhand einfacher Praktiker-Regeln, wie man ein ausgewogenes Portfolio aufstellt und über die Zeit durch das oben angesprochene Rebalancing pflegt.

Ebenso bringen wir konkrete Musterportfolios für verschiedene Lebenssituationen.

Denn es ist ein Unterschied, ob ein Berufseinsteiger, der möglicherweise vorhat, für seinen Lebensabend vorzusorgen, langfristig sparen und Gelder anlegen möchte, oder eine ältere Person, die vor der Pensionierung steht und das Vermögen für den Lebensunterhalt im Ruhestand benötigt, weil die Rente nicht ausreicht.

GeVestor: Welche Erfahrungen haben Sie mit Asset Allocation gemacht?

Menzel: Frei nach dem Motto „put your money where your mouth is“ wenden wir Asset Allocation seit Jahren bei unseren Privatportfolios an und sind damit auch entspannt durch die Krisen der letzten paar Jahre gekommen.

GeVestor: Wie sind Sie darauf gekommen?

Rodenwaldt: Auch wir haben als Anleger in den vergangenen 20, 30 Jahren einiges an Lehrgeld bezahlt.

Nicht zuletzt aus leidvollen Erfahrungen der Dotcom-Krise heraus haben wir einen Schlussstrich unter individuelle Investitionen in spekulative Einzelwerte oder die Vergabe von Vermögensverwaltungs-Mandaten gezogen, die viel kosten, aber häufig wenig bringen.

Menzel: Die Finanzkrise in 2007 / 2008 gab bei uns dann den Ausschlag, uns nicht nur mit der Asset Allocation noch eingehender zu befassen, sondern auch damit, wie man Portfolios krisensicher gestalten kann.

Die Ergebnisse unserer Untersuchung sind in unserem Buch „Krisensicher investieren“ veröffentlicht und sprechen für eine klare Diversifikation in verschiedene Anlageklassen mit einem risikoarmen Kerninvestment.

GeVestor: Was würden Sie einem Anleger empfehlen, der von sich sagt, dass er eher risikoscheu ist?

Menzel: Wie bereits gesagt: auf keinen Fall das Geld nur auf ein Sparbuch legen. Die Inflation sorgt in jedem Jahr verlässlich für einen Verlust an Kaufkraft des Gesparten.

Ist zusätzlich Abgeltungssteuer im Spiel, sieht die Bilanz noch düsterer aus. Wir sind der Ansicht, dass auch ein risikoscheuer Anleger erfolgreich in Anleihen investieren kann.

In unserem Buch schlagen wir ein Portfolio aus Tagesgeld und Bundesanleihen vor, das gegenüber Sparbüchern erhebliche Renditevorteile aufweist – bei sehr geringen Wertschwankungen.

Aber auch Unternehmensanleihen und geringe Anteile Aktien können sinnvoll sein, solange der Anleger innerhalb seiner Risikotoleranz bleibt.

GeVestor: Haben Sie Anlageklassen, die Sie favorisieren?

Rodenwaldt: Nein, denn im Ansatz der Asset Allocation macht‘s ja die Mischung, nicht die eine Top-Anlageklasse.

Im Hinblick auf die langfristig wirkenden Megatrends favorisieren wir als offensive Anlageklassen Anlagen in Aktienindizes in Asien sowie allgemein in Indizes der Schwellenländer.

Sie könnten langfristig, da wir über Megatrends reden, ruhig übergewichtet sein. Bei Anleihen sehen wir als defensives Investment nach wie vor deutsche Staatsanleihen als tragende Säule, abgebildet z.B. durch eine Indexinvestition in den eb.rexx.

Dr. Thomas Menzel ist Volkswirt und arbeitet bei einem deutschen Finanzdienstleister als CFO in den Benelux-Ländern. Dr. Jörg Rodenwaldt ist ebenfalls Volkswirt und verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in leitender Position bei führenden deutschen Finanzdienstleistungs-Unternehmen. Lesen Sie hier mehr über die Autoren.

Das Buch ist im Campus Verlag erschienen und kostet 34,99€.

27. Juni 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.