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Asset Backed Securities – Erklärung von Anleihen zur Unternehmensfinanzierung

Für Asset Backed Securities (ABS) gibt es eine zentrale Erklärung: Mit ABS wollen sich Unternehmen unabhängig von Banken über den Kapitalmarkt Geld beschaffen. Im Gegenzug sollen Investoren von attraktiven Anleihezinsen profitieren. Dabei werden allerdings vorwiegend Großinvestoren angesprochen.

Asset Backed Securities sind ein relativ junges Kapitalmarktinstrument. Dabei verkaufen Unternehmen ihre Vermögenswerte wie offene Forderungen. Diese werden dann in Form von Wertpapieren handelbar gemacht und auf den Kapitalmarkt gebracht. Und zwar als strukturierte Anleihen, die mit Forderungen unterlegt und besichert sind. Asset Backed Scurities werden auch im Rahmen von ABS-Fonds angeboten.

Die Idee dieser Konstruktion: Investoren setzen auf hohe Zinsen und kaufen Anleihen. Für das Unternehmen auf der anderen Seite ist diese eine Art der Geldbeschaffung, bei der es nicht auf Bankkredite angewiesen ist.

Asset Backed Securities kamen Mitte der 1970-er Jahre in den USA auf. In Deutschland gewannen sie vor etwa 10 Jahren zunehmend an Attraktivität.

Die Erklärung für die Marktbelebung findet sich in den verschärften Regulierungen für Banken, kurz Basel II. Asset Backed Securities boten sich da als Gelegenheit, die restriktiveren Konditionen bei der Kreditvergabe zu umgehen.

Durch einige prominente Beispiele dieser Art von Unternehmensfinanzierung wurden Asset Backed Securities schließlich auch in der breiteren Öfffentlichkeit bekannt. Zu nennen wären hier die britische Pop-Ikone David Bowie oder der Fußballcub Schalke 04.

Asset Backed Securities: Erklärung und Vorgehen

Asset Backed Securities sind verzinsliche Wertpapiere, die mit Forderungen besichert sind. Die Basis sind also Vermögens- und Forderungebestände von Unternehmen oder Banken. Diese sollen zu Geld gemacht werden.

Dazu werden sie an eine eigens zu diesem Zweck gegründete Finanzierungsgesellschaft verkauft. Da diese Gesellschaft rein als Finanzierungsvehikel dient, wird sie im Fachjargon auch Special Purpose Vehicle (SPV) genannt.

Sobald die Forderungen auf die Finanzierungsgesellschaft (SPV) übergegangen sind, verschwinden sie mit ihren Risiken aus den Büchern des Unternehmens. Beim SVP werden sie nach gleichgelagerten Forderungstypen sortiert und gebündelt. Dann werden sie mit handelbaren Wertpapieren verbrieft und als ABS-Anleihen auf den Kapitalmarkt gebracht. Eine Ratingagentur „benotet“ die Anleihen.

Erklärung von Asset Backed Securities: Beteiligte im Spiel

Damit sind folgende Akteure im Spiel: Das Unternehmen bzw. die Bank als Forderungsinhaber werden Origniator bzw. Initiator genannt.

Die aufkaufende und emittierende Finanzierungsgesellschaft, kurz SPV. Die Ratingagentur, die den Bestand bewertet und damit die Höhe der Zinsen beeinflusst. Und dann natürlich der Investor, der die Papiere kauft.

Asset Backed Securities – Angebot und Struktur komplex

Anleger können nun in diese Form von Anleihen investieren. Sie bekommen regelmäßige Zinsen gezahlt, die mit Risikoaufschlägen deutlich über den üblichen Anleihezinsen liegen. Ein weiterer Vorteil: In der Regel haben diese Papiere eine variable Verzinsung.

Damit sind sie unabhängig von der allgemeinen Zinsentwicklung. Während traditionelle Anleihen auf steigende Zinsen mit Kursverlusten reagieren, ist dies somit bei Asset Backed Securities nicht der Fall.

Die Erklärung, warum Asset Backed Securities nicht für Privatanleger geeignet sind, findet sich zum einen in den sehr hohen Mindestanlagesummen. Zum anderen sind ABS relativ komplex und unterliegen mittlerweile strengen Zugangsregeln. Doch nicht nur das Produkt selbst., auch die Angebote sind schwer zu überblicken.

Das beginnt schon mit den unterschiedlichen Arten von Asset Backed Securities. So gibt es etwa Residential Mortgage Backed Securities, Forderungen aus Wohnimmobilien gegenüber Privatpersonen. Commercial Mortgage Backed Securities, also Forderungen aus Gewerbeimmobilien.

Collatoralized Debt Obligations, denen Unternehmensanleihen oder Firmenkredite zugrunde liegen. Oder Konsumenten-ABS mit Autokrediten oder Kreditkartenforderungen.

Erklärung von Asset Backed Secutities: Vor- und Nachteile

Für den Originator liegt der Vorteil in der Geldbeschaffung. Bei Unternehmen besticht zudem die Unabhängigkeit von Bankkrediten. Wird dieses Kapital etwa zur Tilgung von Verbindlichkeiten verwendet, verbessert sich die Bilanz. Durch diese Form der Innenfinanzierung wird gleichzeitig die Eigenkapitalquote erhöht.

Der Nachteil liegt vor allem am gesamten Aufwand. Gerade die hohen Kosten für die Finanzierungsgesellschaft können nicht von jedem Unternehmen gestemmt werden.

Die Vorteile für Investoren liegen vorwiegend in den attraktiven Zinsen. Allerdings erfordern ABS ein Mindestmaß an Kapital und Vorwissen. Voraussetzung für eine Investition ist zudem ein gutes Rating. Und damit ist zugleich ein Nachteil genannt. Auf die Bewertungen durch Ratingagenturen war in der Vergangenheit nicht durchgehend Verlass. Dies zeigte sich gerade in der Finanzkrise 2008.

Seit Asset Backed Securities zur Subprime-Krise beigetragen haben, sind sie bei Investoren in Verruf geraten. Während sich in den USA der Markt wieder erholt hat, werden sie hierzulande nach wie vor nur zögerlich angefasst.

1. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.