Die Menschen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg haben gewählt. Das Ergebnis ist ein Desaster für die Bundesregierung und wahrscheinlich der Anfang vom Ende für Schwarz-Gelb. Selbst falls sich Bundeskanzlerin Angela Merkel geschmeidig für die Grünen zu interessieren beginnt und so eine neue rot-grüne Bundesregierung verhindert, sind die Folgen für den Euro eher negativ.
Weichwährung Euro
Das Schicksal des Euro als Weichwährung ist damit beschlossene Sache. Wir werden auch bei anderen Landtagswahlen sehen, dass die Wahlenthaltung relativ niedrig bleibt und dass die politische Linke zulegt. Denn zurzeit gibt es keine echte konservative Partei in Deutschland – wer den Atom-Ausstieg will plus hohe Staatsausgaben und Inflation, der wählt gleich Rot oder Grün. Echte Konservative bleiben zuhause.
Da sich Deutschland als wirtschaftlich wichtigstes Land Europas also politisch neu aufstellt, ist eine stabilitätsorientierte Geldpolitik in der Eurozone noch viel weniger zu erwarten, als bisher schon. Eine neue rot-grüne Bundesregierung wird wahrscheinlich alle Hemmungen fallen lassen und Europa endgültig in eine Transferunion mutieren.
Deutsche Staatsanleihen unter Druck
Den Absturz des Euro werden wir nicht im Verhältnis zum Dollar erkennen. Denn die Federal Reserve in den USA vernichtet den Greenback ja ebenfalls durch die Druckerpresse. Euro und Dollar sind wie zwei Steine, die aneinander gebunden in einen Teich geworfen werden. Was wir aber sehen werden, ist dass das bisherige Schlachtross Deutschland allmählich in die Knie gehen wird.
Denn irgendwann kann auch der Stärkste keine neuen Lasten mehr schultern.
Schon jetzt ist beschlossene Sache, dass Deutschland zum künftigen Krisenmechanismus ESM voraussichtlich rund 190 Milliarden Euro beisteuern muss. Damit trage Deutschland einen Anteil von 27,1 Prozent am Gesamtvorhaben. Dadurch wird sich die Neuverschuldung des Bundes erhöhen – die Zeche zahlen Sie und ich in Form von höheren Steuern und sinkenden Investitionen des Bundes in Deutschland.
Zahlmeister Deutschland
Zwar rechnet das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) damit, dass auf Deutschland im Falle einer Euro-Rettung allenfalls extra-Kosten in Höhe von 15 Milliarden Euro zukommen - der Betrag entspreche vom Volumen her nur einer Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte.
Doch ich weiß nicht, wie das Institut auf solche optimistischen Zahlen kommt. Der DIW rechnet im schlimmsten Fall damit, dass Griechenland, Irland und Portugal durch Umschuldung einen drohenden Staatsbankrott abwenden müssen und auch Spanien Hilfen aus dem Euro-Rettungsfonds erhält. Von Italien ist noch gar keine Rede.
Zehnjährige deutsche Staatsanleihe gibt nach
Und auch davon nicht, dass vielleicht irgendwann in Deutschland das Licht ausgeht. Wer Vermögen aufgebaut hat, wird sich bei einem rot-grünen Politikwechsel überlegen, ob er auswandert oder ob er sein Geld ins Ausland bringt. Im Euro droht dem Anleger ein Verlust der Kaufkraft, die zusammen mit höheren Steuern das Leben nicht unbedingt angenehmer gestalten. Wenn die Leistungsträger gehen, dann sieht es auch mit der Staatskasse düster aus.
Vielleicht ist das ein Grund dafür, dass Bundesanleihen zuletzt auf dem Rückzug waren. Ich werde jedenfalls das Thema deutsche Staatsanleihen künftig in meinem Newsletter ganz genau im Auge behalten.



