MenüMenü

Checkliste Betriebskosten zum kostenlosen Download:
Hilfreiche Checkliste zum Ausdrucken & zum täglichen Gebrauch als PDF . . . . . .
Hier Klicken und Checkliste erhalten ➜

Auf die Stimme der benachteiligten Eigentümer kommt es an

Wenn ein Wohnungseigentümer eine bauliche Veränderung zur Abstimmung bringen möchte, die nicht in Ihrem Interesse liegt, lohnt es sich für sie zu prüfen, ob Sie durch diese Maßnahme benachteiligt sind.

Wenn ja, können Sie die bauliche Veränderung durch Ihre Gegenstimme zu Fall bringen, und zwar unabhängig davon, wie viele der anderen Eigentümer für die bauliche Veränderung stimmen.

Als benachteiligter Eigentümer haben Sie diesbezüglich praktisch ein Vetorecht.

Planen Sie dagegen eine Maßnahme, durch die nur ein Eigentümer nachteilig betroffen ist, reicht ein Mehrheitsbeschluss, wenn dieser seine Zustimmung zu dem Beschlussantrag gibt.

Beispiel: In einer Gemeinschaft von 12 Wohnungseigentümern beantragt ein Eigentümer, auf seinem Balkon einen Windschutz errichten zu dürfen. Das Gesamterscheinungsbild würde hierdurch nicht beeinträchtigt, da bereits ein anderer Windschutz vorhanden ist.

Durch den Windschutz würde lediglich der Eigentümer der benachbarten Wohnung benachteiligt. Stimmen 7 Eigentümer, unter ihnen der benachteiligte Eigentümer, zu, kommt der Beschluss wirksam zustande. Stimmt der benachteiligte Eigentümer aber gegen die bauliche Veränderung, kommt der Beschluss nicht zustande.

Keine Gleichheit im Unrecht

Achtung: Einen Beschluss müssen Sie im Übrigen auch dann herbeiführen, wenn ein anderer Eigentümer die bauliche Maßnahme, die Sie planen, bereits ohne einen entsprechenden Beschluss vorgenommen hat. Eine Gleichheit im Unrecht gibt es nämlich nicht.


Betriebskostenabrechnung 2016:
Alles, was Ihr Mieter zahlen muss – kompakt im Überblick

Vermeiden Sie unnötige Streitereien mit Ihren Mietern. Erstellen Sie von vornherein eine unangreifbare Betriebskostenabrechnung.

Alle Positionen, die Sie für das letzte Jahr abrechnen dürfen – kompakt zusammengefasst in einer praktischen Übersicht –, finden Sie in der top-aktuellen Sonderveröffentlichung „Betriebskostenabrechnung 2016“.

Klicken Sie jetzt hier, um sich "Betriebskostenabrechnung 2016" GRATIS zu sichern! ➜


Sie möchten an Ihren Balkon eine Markise installieren. Hierbei handelt es sich um eine bauliche Veränderung, die einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft notwendig macht. Zuvor haben bereits 2 Eigentümer ohne Beschlussfassung eine Markise angebracht.

Dennoch müssen Sie einen Beschluss herbeiführen, ansonsten riskieren Sie, dass Sie zum Rückbau verpflichtet werden.

Ausnahme: Interesse an baulicher Veränderung überwiegt erheblich

In besonderen Ausnahmefällen kann eine bauliche Veränderung ohne den Beschluss der Eigentümergemeinschaft durchgeführt werden. Das ist der Fall, wenn Sie als Wohnungseigentümer ein besonderes Interesse an der Durchführung der Maßnahme haben.

Die anderen Wohnungseigentümer müssen dann die Beeinträchtigungen, die aus der baulichen Veränderung resultieren, hinnehmen. Ein solches besonderes Interesse des Einzelnen entspricht häufig einem besonderen Grundrecht, welches das Eigentumsrecht überwiegt.

Informationsfreiheit ausländischer Mitbürger überwiegt

So haben etwa ausländische Mitbürger aufgrund ihres Grundrechts auf Informationsfreiheit das Recht auf Installation einer SAT-Schüssel, um ausländische Fernsehprogramme zu empfangen. Verlangt Ihr ausländischer Mieter eine solche bauliche Veränderung, können Sie diese ohne einen Beschluss der Eigentümergemeinschaft erlauben.

Achtung: Verlangen Sie von Ihrem Mieter aber unbedingt, dass er die Schüssel durch einen Fachbetrieb anbringen lässt und lassen Sie sich eine Kaution für den Rückbau der Anlage geben. Anderenfalls laufen Sie Gefahr, auf den Kosten sitzen zu bleiben.

Übersicht: Nachteilige bauliche Veränderungen

Überprüfen Sie Ihre geplante bauliche Maßnahme: Ist einer der folgenden Punkte erfüllt, ist sie für andere Eigentümer nachteilig und Sie müssen einen allstimmigen Beschluss herbeiführen.

  • Veränderung des optischen Gesamteindrucks des Objekts
  • Beschädigung/intensivere Abnutzung
  • Höhere Wartungs- und Reparaturanfälligkeit
  • Entzug der Gebrauchsmöglichkeit für andere Eigentümer
  • Lärm- und Geruchsbelästigung
  • Entzug von Licht
  • Gefährdung der anderen Eigentümer/ des Gemeinschaftseigentums

13. Dezember 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.