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Auf einen Blick: So können Anleger und Unternehmen Investitionen planen

Anlegern geht es in gewisser Hinsicht wie Unternehmen. Erst gilt es die aktuelle Situation zu durchleuchten und zu analysieren bevor man entscheidet, wie das verfügbare Kapital optimal investiert wird. Als Hilfsmittel dienen 4 Felder im Portfolio. Doch zunächst zu den Grundlagen.

4 Felder Portfolio-Matrix verschafft Überblick

Als Anleger sollte man sein Geld optimal auf verschiedene Anlageklassen verteilen. Die Devise: möglichst viel Rendite bei möglichst hoher Sicherheit. Zuvor werden die Anlagemöglichkeiten auf diese Kriterien hin überprüft. Wie steht es mit Anleihen, wie mit Aktien? Große und geringere Renditechancen stehen hohen und geringen Risiken gegenüber.

In Bezug auf die Zuordnung ergibt das bildlich gesehen 4 Felder im Portfolio. Sie entstehen auf einer Grafik durch eine X-Achse mit dem zu erwartenden Risiko und eine Y-Achse mit der möglichen Rendite. Unterschieden wird nach niedrig und hoch. Bei Aktien ist das Risiko hoch, dafür aber die Rendite höher – umgekehrt bei Anleihen. Da sich aber Aktien meist eher auf einer mittleren Risiko-Skala bewegen, ist diese 4-Felder-Matrix für Anleger zunächst ein grober Anhaltspunkt.

Dennoch, dieses Grundgerüst reduziert eine Vielzahl von Aspekten auf eine überschaubare Größe. Man bekommt einen Überblick und kann abhängig vom persönlichen Risiko/Renditeprofil schwerpunktmäßig investieren – ein erstes probates Mittel für Weichenstellungen.

Wie Unternehmen ihre Investitionsschwerpunkte definieren

Dieser Ansatz, der auf die Portfolio-Theorie des Nobelpreisträgers Harry Markowitz zurückgeht, wurde 1970 auf strategische Entscheidungen von Unternehmen angepasst. Und zwar von der Boston Consulting Group, weshalb auch von der BCG-Portfolioanalyse gesprochen wird.

So wie Anleger müssen auch Firmen ihre Ressourcen optimal verteilen, um Gewinne zu erzielen. Nicht zuletzt erwarten Investoren und Aktionäre eine hohe Rendite für ihr eingelegtes Kapital. Mit dem Geld werden Mitarbeiter bezahlt, Rohstoffe und Material eingekauft.

Wie beim Anlegerportfolio muss regelmäßig überprüft werden, wo im System Schwachstellen und Chancen sind und was die Handlungskonsequenz ist. Die Anlageklassen sind hier die strategischen Geschäftsfelder. Wo muss verstärkt investiert werden? Eher in ein eingeführtes Produkt oder besser in einen neuen, viel versprechenden Geschäftszweig?

Wachstum und Marktanteil bestimmen Ertragschancen

Bei der Portfolioanalyse für Unternehmen geht es analog zu Risiko und Rendite um Marktwachstum und den relativen Marktanteil als Ausdruck der eigenen Wettbewerbsposition. Da in Bezug auf die beiden Punkte ein Geschäftsfeld bzw. Produkt besser oder schlechter dastehen kann, ergeben sich auch hier 4 Felder im Portfolio der Firma.

In die Felder werden die jeweiligen Umsatzpotenziale eingetragen, der Übersicht halber mit Zahlen in größeren und kleineren Kreisen. Jedes Feld trägt passend zu seiner Bewertung einen Namen: Fragezeichen, Stars, Melkkühe, arme Hunde. Außerdem die Schlussfolgerung, die sich daraus ergibt.

4 Felder, 4 Bewertungen, 4 Entscheidungen

  1. Fragezeichen: Das Wachstumspotenzial ist hoch, der Marktanteil gering. Die Konsequenz: selektiv vorgehen. Hier muss überprüft werden, ob sich das Geschäftsfeld durch Investitionen zum Star ausbauen lässt oder ob es in die Kategorie Arme Hunde abrutscht und unrentabel wird.
  1. Stars: Hoher Marktanteil, hohes Wachstum. Konsequenz: investieren. Das Geschäftsfeld sollte gestärkt und ausgebaut werden. Es bestehen reelle Chancen, aus dem Star eine Melkkuh zu machen.
  1. Melkkuh: Geringes Wachstum aber hoher Marktanteil. Konsequenz: Erträge abschöpfen. Das Geschäftsfeld ist der Geldbringer der Firma. Investitionen sind nur nötig um zu optimieren und die Gewinnspanne zu erhöhen. Mit den Einnahmen lassen sich Fragezeichen und Stars finanzieren.
  1. Arme Hunde: Niedriger Marktanteil und geringes Wachstum. Konsequenz: desinvestieren und vom Markt nehmen. Der Markt schrumpft ebenso wie die Potenziale. Verluste sind nur eine Frage der Zeit. Wird der Geschäftsbereich geschlossen, bleibt das Geld für andere Investitionen.

Vorstufe zum verfeinerten McKinsey Ansatz

Diese 4 Felder Portfolio-Matrix vermittelt einen ersten Überblick. Allerdings ist sie etwas vereinfacht. Es fehlen auf der Bewertungsskala die mittleren Werte. Nimmt man die konsequenterweise hinzu, um die Realität besser abzubilden, entsteht durch die Marken niedrig, mittel und hoch eine Matrix mit 9 Feldern. Dies ist die erweiterte Portfolio-Analyse von McKinsey, die zudem quantitative und qualitative Faktoren berücksichtigt.

Die entsprechenden strategischen Konsequenzen kommen nicht zuletzt Anlegern zugute, die für ihre Investition Wachstum und Renditen erwarten. Diese 4 Felder Portfolio-Matrix ist zwar nicht 1:1 auf Geldanlagen übertragbar, zeigt aber Anlegern, nach welchen Kriterien Investitionsentscheidungen grundsätzlich getroffen werden können.

Will sie ein Aktionär selbst zum Unternehmens-Check verwenden, so braucht er dafür nicht nur die Zahlen, sondern auch detaillierte Marktkenntnisse. Etwas einfacher ist die Einschätzung von Stärken, Schwächen sowie Chancen und Risiken eines Unternehmens. Hierzu kann man sich der ebenfalls übersichtlichen SWOT-Analyse bedienen.

14. Juni 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.