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Auf- und Abstieg an der Deutschen Börse – Die Regeln

Regelmäßig stehen in den großen deutschen Indizes wie dem DAX und dem MDax Veränderungen an.

Zu gesetzten oder auch außerordentlichen Anpassungs-Terminen für die Zusammensetzung können dann Unternehmen in den nächstgrößeren Index auf- bzw. in den nächstkleineren absteigen.

So kommen immer wieder unterschiedliche Index-Zusammensetzungen zustande.

Die Auf- und Abstiegs-Kriterien

Zu manchen Überprüfungs-Terminen werden „nur“ die Fast-Exit- bzw. die Fast-Entry-Regel angewandt.

Das ist immer dann der Fall, wenn es sich bei dem Termin um einen außerordentlichen Anpassungs-Termin handelt.

Nur jeweils zum ordentlichen Anpassungs-Termin im September jedes Jahres werden alle 4 Regeln angewandt.

Kommen wir jetzt zu den Anpassungs-Kriterien und -regeln. Grundsätzlich gibt es 2 Kriterien, die über den Auf- oder Abstieg im DAX entscheiden.

Dabei handelt es sich um den Börsen-Umsatz (Wert der täglich gehandelten Aktien) und die Streubesitz-Marktkapitalisierung (Börsenwert des Unternehmens unter Berücksichtigung des Streubesitzes).

Die 4 Auf- und Abstiegsregeln

Daneben gibt es jeweils 4 Regeln für einen Auf- und Abstieg. Diese möchte ich Ihnen in der Folge vorstellen:


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Fast-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 25 größten Unternehmen zählt.

Aus dem DAX scheidet dann jener Wert aus, welcher in mindestens einem der beiden Kriterien einen Rang schlechter als 35 (falls ein solcher existiert) ist und die niedrigste Marktkapitalisierung aufweist.

Regular-Entry:

Ein Unternehmen wird neu in den DAX aufgenommen, wenn es nach beiden Kriterien mindestens zu den 30 größten Unternehmen zählt.

Außerdem muss ein Indexwert existieren, der nach mindestens einem Kriterium nicht mehr zu den 35 größten Konzernen zählt.

Fast-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien (Börsenumsatz oder Marktkapitalisierung) nicht mehr zu den 45 größten Unternehmen gehört.

Ein Nicht-Index-Wert muss aber gleichzeitig bei der Marktkapitalisierung mindestens Rang 35 und beim Börsenumsatz mindestens Rang 45 erreichen.

Regular-Exit:

Ein Unternehmen wird aus dem DAX genommen, wenn es nach einem der beiden Kriterien nicht mehr zu den 40 größten Konzernen gehört, ein Nicht-Index-Wert aber in beiden Kriterien mindestens Rang 35 erreicht.

Auswirkungen der Index-Anpassungen

Kommen wir abschließend noch zu den Auswirkungen der Index-Anpassungen: Sie sorgen u. a. dafür, dass erfolglose Unternehmen die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken.

Das ist einer der Gründe dafür, warum die Indizes trotz vorübergehender Turbulenzen langfristig immer steigen. Die “Bremsen” werden entfernt.

Soweit die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktien der einzelnen Unternehmen, die auf- oder abgestiegen sind?

Häufig wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers aus – ein Abstieg dagegen wirkt sich oftmals negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Aktien der Absteiger aus. Hier gibt es allerdings auch Ausnahmen.

Der Hauptgrund: Sogenannte Indexfonds (Fonds, die komplette Indizes abdecken) müssen sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger verkaufen.

Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Da es aber weder pauschal so ist, dass die Aufsteiger sich in der Folge positiv entwickeln, noch so, dass die Absteiger sich in der Folge negativ entwickeln, sollten Sie auch nicht pauschal die Aufsteiger kaufen und die Absteiger verkaufen.

9. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.