Aufklärung für die Langfristvorsorge: Provisionsverluste meiden

Der Vertrieb von Finanzprodukten ist und bleibt teuer in Deutschland

Der Vertrieb von Finanzprodukten ist und bleibt teuer in Deutschland

Ein schöner Bericht über die künftige Provisionspolitik in Großbritannien rüttelte einen Leser auf – warum sind die Briten weiter als wir, so die Frage.

In diesem Punkt wird sich künftig der Erfolg von Langfristinvestitionen einstellen, zeigt sich bei näherer Betrachtung.

Denn: die Briten nehmen ab 2013 die Gebühren bei der Beratung direkt vom Kunden. Damit sollte der Ratschlag objektiver werden.

Objektiver beraten

Damit sind die Briten zumindest von Manipulationsversuchen der Finanzindustrie frei. Bis dato gilt aus Sicht vieler Berater: „Wes Brot ich ess, des...“. Denn:

Bei uns etwa werden oft Ausgabeaufschläge von 3% oder mehr fällig. Zusätzlich kassieren Berater eine so genannte „Bestandsprovision“ auf die eingegangenen Investitionen. Dies ist der Grund dafür, warum etwa so wenige Fonds zurück in den Verkauf gelangen.

Zudem aber sind auch die Banken und Geschäftsstellen selbst in der Verlegenheit, an dieser Form der Erfolgsmessung bezogen auf die objektive Beratung zu scheitern.

Wer mehr Umsatz über höhere Provisionen erreicht, wird in den hausinternen Rankings weiter oben landen. Ein simples Modell, das es in Großbritannien so nicht mehr geben soll.

Großbritannien: Anleger zahlen

Dort zahlen Investoren für die Beratung. Der Betrag selbst hängt vom Umsatz ab, so dass der Berater an hohen Anlagesummen Interesse hat. Ob diese aber dauerhaft in den Depots der Investoren bleiben oder gar steigen können, hängt wiederum an der Beratungsqualität.

Das heißt: Dieses Modell entspricht deutlich mehr den Interessen von Investoren als das deutsche provisionsgebundene Vorgehen. Aber:

Auch in Deutschland können Sie bereits in dieser Richtung aktiv werden:

* Honorarberatung gibt es in zwischen auch unabhängig von den Interessen der Anbieter.

* Sie können sich beispielsweise über den Berufsverband Deutscher Honorarberater informieren.

* Auch die Bank Quirin bietet gegen eine Pauschalgebühr die Honorarberatung an.

* Schließlich sind Sie auch „Ihr eigener Herr“: unsere Hinweise sind vollständig unabhängig von jedweder Einmischung oder gar finanziellen Interessen.

Bis dato aber ist die Vorsorge in Deutschland überwiegend noch in der Hand von Instituten, die schlicht eigene Produkte verkaufen (wollen). Großbritannien ist ab 2013 weiter.

Daher ist etwa auch der Anteil an Lebensversicherungen bei uns in Deutschland bei vergleichsweise geringen Renditen so hoch. Alternativen dazu sind Sparverträge auf ETF-börsengehandelte Fonds - unabhängig von Anbietern. Setzen Sie dabei etwa auf ETFs, die den Dax abbilden.

 
 
Bildquelle: Kzenon - Fotolia