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Aufruf zur Euro-Rettung

Christian Felber analysiert in seinem Buch „Retten wir den Euro“ auf anschauliche und verständliche Weise die Euro-Krise und die dahinterstehenden wirtschaftspolitischen Konstruktionsfehler der EU.

Dabei wirft er jedoch auch ganz gezielt einen Blick auf weitläufigere Hintergründe und erläutert die ökonomischen, politischen und rechtlichen Zusammenhänge einer globalisierten Wirtschaftswelt.

Retten wir den Euro!

Die ersten Kapitel befassen sich primär mit der objektiven Auswertung der neoliberalen Konstrukte Europas und der Erklärung ihres jeweiligen Einflusses auf die Weltwirtschaft und ihre momentane Krise.

Felber beschreibt, dass heutzutage eigentlich nicht mehr die Freie Marktwirtschaft das vorherrschend umgesetzte System sei, sondern eine Art Sozialismus der Bankenrettung.

Eng damit verknüpft ist seine Kritik, nach der die systemrelevanten Bankintitute zu viel Einfluss auf die Politik der europäischen Länder ausüben und damit auch politisch systemrelevant werden.

Laut Felber diktieren sie den Regierungen also Gesetze und Verfahrensweisen, die ihnen selbst zwar letztlich zugute kommen, die aber sozialökonomisch betrachtet die Krise immer aufs Neue befeuern.

Die Euro-Krise in neuem Licht

Der Autor ist bei seiner Diskussion besonders darum bemüht, Begrifflichkeiten wie Standortkonkurrenz, freier Kapitalverkehr ohne Sozialstaat oder Demokratiedefizit, die er allesamt mit den grundlegenden Konstruktionsfehlern eines europäischen Wirtschaftssystems in Verbindung bringt, in den Vordergrund zu rücken.

In den weiteren Kapiteln dieses überaus lesenswerten Buches wendet sich Christian Felber den verschiedenen von Regierungstellen geplanten oder bereits durchgeführten Rettungsversuchen für den Euro zu.

Nüchtern analytisch und sympathisch unpolemisch schildert er deren Vorzüge und Nachteile und deckt auf, welche Konsequenzen sie auf den weiteren Verlauf der europäischen Finanzkrise hatten beziehungsweise haben würden.

Sein schlussendliches Résumé sieht zunächst düster aus: keine der besprochenen Strategien würde sicher und zuverlässig zu einer endgültigen Bewahrung des Euro in einer stabilisierten Wirtschaft führen.

Ein Gegenmodell zu Rettungsschirmen

Doch das Buch ist nicht nur kritisch und kommentierend, es entwirft auch ein eigenes Gegenmodell zur Eurorettung.

Felber argumentiert stilsicher und absolut nachvollziehbar für die Tilgung der Staatsschulden über EU-weite Finanztransaktions-, Vermögens- und Gewinnsteuern. Eine Strategie, die endlich die Verursacher und Profiteure der Krise in die Pflicht nehmen und ihnen letztlich sogar nützen würde.

Seinen Standpunkt erläutert er detailliert und untermauert ihn anhand von Zahlen und Fakten der jüngsten ökonomischen und gesellschaftlichen Vergangenheit.

Insgesamt ist „Retten wir den Euro“ also kein destruktiver Unkenruf auf eine von vielen schon längst aufgegebenen Währung und vielleicht auch eines ganzen Staatenverbundes.

Die interessante und aufschlussreiche Lektüre regt dazu an, sich eigene Gedanken zur Krise zu machen und etwas über den Tellerrand hinaus zu schauen.

Nicht immer müssen es die Regierungen sein, die die Weisheit mit Löffeln verschlungen haben, vor allem dann nicht, wenn man nicht mehr sicher sein kann, welchen Interessen sie nun dienen.

Ein stabiles Europa und auch ein funktionierender und starker Euro sind laut Christian Felber sowohl wünschenswert als auch möglich.

Sein Buch beleuchtet gleichsam die Fehler, die bei der Beschreitung dieses Weges bislang gemacht wurden und eröffnet neue realistische Pfade in Richtung eines sozialen und demokratischen Wirtschaftssystems.

Über den Autor:

Christian Felber wurde 1972 in Salzburg geboren. Er studierte Romanistik und Spanisch in Wien und Madrid und machte 1996 seinen Abschluss mit dem akademischen Grad eines Magisters.

Seitdem ist er als freiberuflicher Autor tätig und verfasst hauptsächlich Bücher zu Wirtschafts- und Gesellschaftsfragen. Felber ist Gründungsmitglied der österreichischen Sparte von Attac, einer Vereinigung zur demokratischen Kontrolle der internationalen Finanzmärkte.

Gemeinsam mit einer Runde von mehreren Unternehmern entwickelte Felber das Modell der „Gemeinwohl-Ökonomie“, als theoretische Alternative zur kapitalistischen Marktwirtschaft und zur zentralen Planwirtschaft. Seit 2008 ist er zudem als Lektor an der Wirtschaftsuniversität Wien tätig.

Das Buch ist im Deuticke Verlag erschienen und kostet 10,00 €.

29. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.