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Aufs falsche Pferd gesetzt: So schnell kann das Geld weg sein

Hoppla, das ging daneben. Warum rauscht die Aktie nur so in den Keller, wo doch alles fürs Gegenteil spricht? Fehlentscheidungen an der Börse können wehtun.

Als euphorischer Anfänger schmerzt es einen erst recht, wenn man sich plötzlich an die Warnung alter Hasen erinnert: Halbiert sich der Kontostand, braucht es sogar die doppelte Erholung. Und selbst dann ist man nur dort, wo man angefangen hat, der Unterschied eben zwischen empfundenem und tatsächlichem Verlust.

Fehlentscheidungen – die Börse ist kein Spielplatz

Auf einmal zeigt sich das wahre Risiko von Fehlentscheidungen, die Börse ist kein Spielplatz. Dass sich auch Profis und Banken oft genug verspekulieren ist kein wirklicher Trost. Die haben ganz andere Reserven im Rücken als ein einfacher Anleger, der mal eben sein Erspartes vermehren will.

Das Sparkassenkonto ist aber erst recht keine Geldmaschine. Also bleibt es bei Wertpapieren, sie bringen mehr. Stellt sich nur die Frage, wie. Schon bei der Investitionsform werden gerne die ersten Fehlentscheidungen getroffen. Klar: je höher die Chancen, desto größer das Risiko. Doch was, wenn im Hochglanzprospekt das große Geld lockt?

Die Gier auf Gewinne macht blind

Ein fiktives Beispiel: Weil Chancen verführen, hat der Anleger Herr Kunz bei Derivate-Anbietern umgeschaut. Was ihn reizte, war die Option auf schnelle Gewinne mit wenig Einsatz und hohem Hebel auf Kursbewegungen an der Börse. Alles andere wirkte langweilig und verstaubt. Er entschied sich für CFDs, Contracts for Difference auf eine Aktie.

Der Name ist Programm: Man spekuliert auf einen bestimmten Schlusskurs und kassiert die Differenz zum Einstiegskurs, den Zeitpunkt kann man selbst bestimmen. Ein klarer Vorteil gegenüber fixen Termingeschäften. Herr Kunz hatte von Problemen einer AG gehört und spekulierte auf fallende Kurse. Sein Einsatz war eine Sicherheitsleistung an den Broker – mit nur 5% des Aktienwerts ein Schnäppchen.

Wenn der Hebel das Kapital hobelt

Er legte für gleich 100 Short-CFDs auf die Aktie 5.000 € ins Konto, um mit dem Hebel von 20 ganze 100.000 € zu bewegen. Für jeden Prozentpunkt Kursverlust winkten 1.000 €. Doch der Schuss ging nach hinten los. Nachdem die Aktie erst absackte, stieg sie plötzlich.

Herr Kunz saß die Verluste aus, er hoffte auf die Wende. Das Papier aber kletterte weiter und als er ausstieg, war sein ganzer Einsatz weg. Schlimmer noch: Weil das so schnell ging, konnte der Broker die Position nicht rechtzeitig glattstellen – Herr Kunz musste sogar noch nachzahlen.

Aus solchen Fehlentscheidungen in Sachen Börse kann und sollte man lernen. Beispielsweise zunächst einmal mit kleinen Beträgen anfangen und üben, wie man mit Stoppmarken Verluste in Schach hält.

Aus Fehlern lernen

Eine Erkenntnis: Derivate und vor allem CFDs sind nicht wirklich nicht für jeden das Richtige. Nächste Erkenntnis: Die meisten CFD-Konten werden mit Null geschlossen. Wäre es anders, würden die Anbieter nichts verdienen. Natürlich kann man stattdessen mit Optionsscheinen oder Zertifikaten die Kurse der Börse hebeln, aber auch das will gekonnt sein.

Die Quintessenz: Besser mit der Börse direkt anfangen, und wenn dann nicht sofort als Daytrader. Das wäre der nächste Fehltritt. Warum? Weil man ohne Erfahrung zu schnell meint, mit ausgefeilter Charttechnik den Markt schlagen zu können, nur um dann doch nervös auszusteigen, wenn Gewinne laufen. Rein und raus, das sind in sich lauter kleine Fehlentscheidungen, denn jeder Trade kostet Geld.

Die Kunst besteht darin, Gewinne laufen zu lassen und Verluste früh zu begrenzen. Möglichst viele Aktien und Positionen können sich ausgleichen. Streuung nimmt Druck aus dem System, einer der Hauptgründe für getriebene Fehlentscheidungen.

5. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.