Aufstrebende Märkte gibt es auch in Europa

Wer das Stichwort „Emerging Markets“ hört, denkt vermutlich zu aller erst, an die so genannten BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Allerdings muss man heute zumindest die Volksrepublik China im Hinblick auf zahlreiche Branchen bereits zu den Industrienationen zählen. Außerdem sind die aufstrebenden Märkte eben nicht nur in ferner Distanz zu finden – auch in Europa gibt es Emerging Markets.

Investitionen in Schwellenländer sind für Anleger mit besonderen Chancen und Risiken verbunden. Den Risiken einer größeren staatlichen Einflussnahme (Besteuerung, Verstaatlichung usw.), einem höheren Währungsrisiko und unklareren Bilanzierungsrichtlinien stehen größere Chancen unter den Aspekten eines besseren Wirtschaftswachstums oder einer günstigeren Altersstruktur gegenüber.

Emerging Markets in Europa: Keine klare Definition

Eine allgemeingültige Definition der Bezeichnung „Emerging Markets“ existiert nicht. Vielfach werden Schwellenstaaten noch als Entwicklungsländer eingestuft. Allerdings haben all diese Nationen gemeinsam, dass sie sich in einer tiefgreifenden Umstrukturierung befinden. Beispielsweise ist in zahlreichen Emerging Markets das Pro-Kopf-Einkommen sowie das Wirtschaftswachstum überdurchschnittlich gestiegen.

Dennoch hinkt in den meisten aufstrebenden Staaten der soziale Fortschritt den wirtschaftlichen Erfolgen hinterher. Dies besonders im Hinblick auf das Bildungsniveau, die allgemeine Lebenserwartung oder auf infrastrukturelle Gegebenheiten wie die Wasser- und Energieversorgung.


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Beispiel für ein europäisches Schwellenland: Rumänien

Rumänien gilt trotz der Mitgliedschaft in der Europäischen Union weiterhin als ein Vertreter der Emerging Markets. Allerdings ist die Wirtschaft des Landes bereits recht gut entwickelt und fokussiert sich in erster Linie auf die Textilindustrie, den Maschinenbau und den Technologiesektor.

Rumänien gehört zu den liberalsten Marktwirtschaften der Erde. Tiefgreifende Wirtschaftsreformen, die vor einigen Jahren durchgesetzt wurden, haben die Grundlagen hierfür geschaffen. Unter anderem wurden dabei ein einheitlicher Steuersatz auf Unternehmensgewinne und allgemeine Einkommen eingeführt. Der Effekt: Der einheitliche Steuersatz macht das Land zu einem attraktiven Ziel für ausländische Anleger.

Weitere Vorteile liegen auf der Hand: Im Vergleich mit anderen Emerging Markets weist die Börse der Hauptstadt Bukarest eine besonders hohe Effizienz für den Aktienmarkt eines Schwellenlands auf. Daneben besitzt sie eine enge Kooperation mit der österreichischen Börse in Wien, mit der sie sich bestimmte technische Instrumente teilt. Rumänien als ein Vertreter der Emerging Markets zeichnet sich auch wegen seiner Mitgliedschaft in der Europäischen Gemeinschaft und den engen Verbindungen zu anderen EU-Staaten mit relativ geringem Risiko aus.

Auch wenn es auf den ersten Blick nicht unbedingt schlüssig erscheint, gibt es auch in Europa Staaten, die als Schwellenländer oder als Emerging Markets bezeichnet werden. Diese befinden sich vor allem in Ost- und Südosteuropa und weisen wegen ihrer teilweise sehr guten Kontakte zur Europäischen Gemeinschaft gute Chancen für Anleger auf. Neben Rumänien werden häufig auch die Türkei, Polen und Ungarn zu den Emerging Markets Europas gezählt.

7. Dezember 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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