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Aufwandsentschädigung beim Ehrenamt oft steuerfrei

Eine Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten gibt es dabei in vielen Fällen – und diese können oft von der Steuer befreit werden. Hierfür gibt es drei Formen der Steuerbefreiung: die oftmals bereits bekannte Übungsleiterpauschale, eine Reggelung für ehrenamtliche Vormünder sowie die Ehrenamtspauschale.

Übungsleiterpauschale in vielen Bereichen möglich

Die Übungsleiterpauschale gilt dabei nicht nur für Trainer und Betreuer in einer Sportmannschaft, sondern auch für Chorleiter, ehrenamtliche Lehrkräfte oder ambulante Hilfsdienste.

Diese und ähnliche Berufe können jährlich bis zu 2.100€ steuerfrei erwirtschaften. Hierzu zählt jedoch nicht nur eine Aufwandsentschädigung für das Ehrenamt, sondern sämtliche Einnahmen wie Honorare oder Vergütungen.

Ehrenamt: Aufwandsentschädigung bis 2.100€ steuerfrei

Um die 2.100€ wirklich ohne Steuerzahlungen verbuchen zu können, müssen jedoch bestimmte Bedingungen erfüllt werden. Der Steuerzahler muss als Ausbilder von einer „juristischen Person des öffentlichen Rechts“ angestellt worden sein. Hierzu zählen beispielsweise der Bund, Städte und Gemeinden, aber auch Religionsgemeinschaften, Sportvereine und sonstige gemeinnützige Körperschaften.

Das Ehrenamt darf dabei nicht für eine eigene Absicht zur Gewinnerzielung ausgeübt werden, sondern um einem gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecke dienen. Dies bedeutet, dass der Posten klar als nebenberufliche Tätigkeit ausgeübt werden muss, also nicht mehr als ein Drittel einer vollen Erwerbstätigkeit in Anspruch nimmt.

Ähnliche Regelung für Vormünder

Eine ähnliche Regelung existiert ebenfalls für rechtliche Vormünder une Betreuer. Diese erhalten ebenfalls eine Aufwandsentschädigung, die ähnlich wie beim Ehrenamt bis zu 2.100€ im Jahr steuerfrei einbehalten werden kann.

Liegen die Mehreinnahmen jedoch maximal 256€ über dieser Grenze, können sie als zusätzlicher Freibetrag ebenfalls behalten werden, ansonsten werden sie wie gewohnt versteuert.

Ehrenamt: Aufwandsentschädigung bis 500€ ohne Steuern

Bei der Ehrenamtspauschale liegt die Betragsgrenze hingegen deutlich niedriger. Maximal 500€ im Jahr können hier steuerfrei erwirtschaftet werden.

Dafür gilt diese Pauschale für alle Ehrenämtler, auch wenn diese keine Ausbildungsfunktionen übernehmen. Daher können auch Vorständler, Schatzmeister und sogar Eltern, die fremde Kinder zum Training fahren, von dieser Steuerbefreiung profitieren.

Pauschalen nicht kombinierbar

Auch wenn ein Übungsleiter natürlich auch ein normaler Ehrenämtler ist, kann dieser die beiden Pauschalen nicht für die Ausübung einer einzelnen Tätigkeit kombinieren.

Dies bedeutet, dass ein Chorleiter monatlich zwar 210€ verdienen kann, die jährlichen Aufgaben von 2.520€ aber nicht durch eine Kombination aus Übungsleiter- und Ehrenamtspauschale vor der Steuer retten kann.

Die 420€, die über der Freigrenze für Übungsleiter liegen, müssen ganz normal versteuert werden. Wirkt er hingegen in einem oder mehreren Vereinen verschiedene Ehrenämter aus, kann er beide Pauschalen ausschöpfen.

Ist er beispielsweise gleichzeitig Trainer und Vorstand eines Sportvereins, kann er doppelt profitieren. Wichtig hierbei ist jedoch, dass beide Pauschalen auch hier nicht kombiniert, sondern nur auf die jeweiligen Bereiche angewandt werden können.

Beispiel: Vorstands- und Trainertätigkeit

Im Beispiel: Herr Müller erhält für seine Vorstandstätigkeit 400€ Aufwandsentschädigung. Das Ehrenamt als Trainer wird mit 2.500€ vergütet.

Herr Müller kann die Vergütung für den Vorstand komplett steuerfrei erhalten, vom Traineramt muss er jedoch 400€ versteuern. Die 100€, die von der Ehrenamtpauschale übrig bleiben, kann er jedoch nicht auf die Übungsleiterpauschale aufrechnen.

28. Februar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.