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Aus der Praxis: Schadensersatz gegen Immobilienmakler

Es gibt Immobilienkäufer, die es darauf anlegen. Es darauf anlegen, nach einem erfolgreichen Immobilienkauf auch noch den Immobilienmakler auf Schadensersatz in Anspruch zu nehmen.

Sie kennen das aus Ihrer Praxis bestimmt auch, dass Sie einen Kunden gut bedient haben und dieser später dennoch gegen Sie vorgeht. Um einen solchen Fall ging es vergangene Woche in unserer Anwaltskanzlei.

Immobilienmakler berät seinen Kunden richtig

Die Ausgangslage ist denkbar einfach und ganz klassisch. Der Immobilienmakler hat ein Einfamilienhaus für den Verkäufer im Angebot. Die Immobilie stammt aus den 60er Jahren. Zu dem Haus gehört ein schönes Grundstück.

Das Haus liegt in einer typischen gewachsenen Einfamilienhaussiedlung. Keine Fancy-Gegend. Die Immobilien-Experten würden die Lage als B-Lage einschätzen. Das macht die Immobilie aber preislich interessant.

Zustand der Immobilie

Der Zustand des Einfamilienhauses ist altersgemäß. Es muss etwas daran gemacht werden. Das Haus hat die eine oder andere Narbe. Das schlägt sich im Preis nieder.

Der Immobilienmakler hat für sich eine Werteinschätzung vorgenommen und ein Gutachten mit einer gängigen Software erstellt. Aufgrund des Instandhaltungs-Rückstaus korrigiert er den Preis nach unten.


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Der Eigentümer ist von der Vorgehensweise des Immobilienmaklers überzeugt und geht diesen Weg mit.

Soweit der erste Teil der Geschichte.

Verschiedene Interessenten besichtigen das Haus. Zwei Interessenten verbleiben am Ende. Einer davon besichtigt das Haus insgesamt drei Mal. Der Interessent hat verschiedene Anforderungen, die er dem Immobilienmakler mitteilt.

Der Makler sagt zu, die geforderten Arbeiten zu koordinieren. Dabei geht es um Kostenvoranschläge für verschiedene Handwerker, die Beräumung und den Abriss eines Gartenschuppens sowie Kontrollarbeiten an der Heizungsanlage.

Alle Arbeiten wurden zur Zufriedenheit des Interessenten erledigt. Als dieser dann dem Verkäufer ein Kaufangebot unterbreitet, das noch einmal 15.000,- Euro unter dem Angebotspreis liegt, bekommt der Käufer den Zuschlag.

Der dritte Teil

Der dritte Teil der Geschichte wird nun richtig interessant. Käufer und Verkäufer unterschreiben einen notariellen Kaufvertrag. Der Makler stellt die Provisionsrechnung, die anteilig bezahlt wird.

Der Käufer schreibt dem Makler eine Mail und bittet ihn darum, ihm seine eigene Werteinschätzung für Zwecke der Immobilienfinanzierung zuzusenden. Der Makler schickt sein Marktwertgutachten.

Drei Monate später geht ein Anwaltsschreiben bei dem Immobilienmakler ein. Das Wertgutachten, das er erstellt habe, entspreche nicht den Tatsachen.

Man habe ein Bau-Gutachten eingeholt, das einen früheren Holzbockbefall im Dachstuhl ausweise. Außerdem habe man hinter einer Holzvertäfelung Brandspuren entdeckt, die auf eine Feuereinwirkung schließen ließen.

Der Immobilienmakler schreibt zurück, dass das Gutachten nicht für den Käufer angefertigt sei. Zwei Monate später wird ihm die Klage zugestellt.

Der Käufer und frühere Kunde verlangt Schadensersatz für die Mängel. Vorgetragen wird, dass der Makler während der Besichtigungen gesagt habe, er habe ein Wertgutachten erstellt, das den Kaufpreis rechtfertige.

Eigentlich hat der Immobilienmakler alles richtig gemacht, oder? Was meinen Sie? Ich werde Sie auf dem Laufenden halten.

2. September 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.