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Auswirkungen der Fusion von Qualcomm mit NXP Semiconductors

Die Konsolidierung in der Halbleiterbranche setzt sich fort. Ende Oktober gab der amerikanische Mobilfunk-Chiphersteller Qualcomm bekannt, den niederländischen Chip-Spezialisten NXP Semiconductors für 47 Mrd. US-$ kaufen zu wollen – ein Paukenschlag in der Halbleiterindustrie.

Doch was bedeutet die Mega-Fusion für Anleger und die übrigen Marktteilnehmer in der Chip-Industrie?

Darum zahlt Qualcomm Milliarden für NXP Semiconductor

Qualcomm-Anleger können sich zunächst glücklich schätzen, denn mit der Übernahme von NXP Semiconductors holt sich der amerikanische Mobilfunk-Chiphersteller Know-how in den Bereichen ins Haus, in denen das Unternehmen bislang kaum oder gar nicht vertreten war.

Das Brot-und-Butter-Geschäft von Qualcomm ist das Geschäft mit Mobilfunk-Chips – kein Unternehmen verkauft mehr Smartphone-Chips auf der Welt als Qualcomm. Den Siegeszug in diesem Bereich trat Qualcomm mit der Einführung seiner Snapdragon System-on-Chip Serie im Jahr 2007 an, der heute als Herzstück in vielen Smartphones mit Android-Betriebssystem gilt.

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Quelle: Qualcomm

Im Bereich Halbleiter für die Autoindustrie oder für den Zukunftsmarkt Internet der Dinge hatte Qualcomm bislang kaum was zu bieten.

Das macht NXP so wertvoll für Qualcomm

Hier kommt die niederländische NXP Semiconductor ins Spiel. Durch die milliardenschwere Übernahme von Freescale im Jahr 2015 avancierte NXP nicht nur zu einem Schwergewicht in Sachen Chips für das Internet der Dinge, sondern auch zu einem führenden Anbieter von Halbleitern für die Automobilindustrie und für Sicherheitstechnik.

Gleichzeitig besitzt NXP die größte Produktlinie im Bereich ARM-basierter Mikrocontroller und Mikroprozessoren, die aufgrund der relativ einfachen Beschaltung und dem niedrigen Stromverbrauch eine echte Alternative zu 8-Bit-Controllern sind. Unter dem Strich betreut NXP eine breite Basis von mehr als 25.000 Kunden weltweit und ist auch noch hoch profitabel.

Die Übernahme von NXP für Qualcomm in Zahlen

Qualcomm hofft daher, die Übernahme bis Ende 2017 abschließen zu können. Gelingt dies, erwartet Qualcomm einen Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen in Höhe von mehr als 10 Mrd. US-$ binnen eines Jahres – der Deal würde sich damit also schon in wenigen Jahren amortisieren.

Gleichzeitig würde das kombinierte Unternehmen auf einen Jahresumsatz von 30 Mrd. US-$ kommen, wobei Qualcomm vor allem seine Einnahmen im Bereich Smart Devices (Sensoren für Drohnen etc.) mit einem Schlag auf mehr als 10 Mrd. US-$ verfünffachen könnte.

Der adressierbare Markt, den die beiden fusionierten Unternehmen mit ihren Halbleitern dann ins Visier nehmen, summiert sich auf 138 Mrd. US-$ im Jahr 2020.

Qualcomm fordert Intel als weltgrößten Chip-Hersteller heraus

Die Übernahme von NXP Semiconductor macht für Qualcomm also durchaus Sinn, auch wenn sich derart große Übernahmen oft nicht rechnen. Probleme mit der Integration und Produktüberlappungen führen oft dazu, dass die erwarteten Synergieeffekte ausbleiben. Dies scheint bei dieser Übernahme eher nicht der Fall zu sein.

Für Qualcomm hat die Übernahme von NXP Semiconductor eine große Bedeutung, denn damit macht sich Qualcomm unabhängiger vom schwächelnden Smartphone-Markt, der aufgrund von Sättigungstendenzen inzwischen an seine Grenzen stößt.

Gleichzeitig ist die Übernahme von NXP Semi eine klare Kampfansage an den bislang größten Chip-Hersteller Intel. Dieser hat jüngst eine eigene „Internet of Things“ (IoT) Sparte ins Leben gerufen, um Chip-Lösungen für das Internet der Dinge zu entwickeln. Qualcomm zeigt mit dem NXP-Zukauf, dass man Intel diesen Markt nicht allein überlassen will.

Druck für kleine Anbieter wächst

Der Milliardenzukauf hat aber noch eine andere Bedeutung für die Halbleiterindustrie: Durch die Fusion von Qualcomm und NXP steigt der Druck auf kleinere Chip-Hersteller wie Dialog Semiconductor, Skyworks und Infineon, einen starken Partner zu finden, um langfristig im Wettbewerb bestehen zu können. Anleger können daher weitere Übernahmen und Fusionen in der Halbleiterindustrie erwarten.

5. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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