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Autoverkauf mit Verlust? Steuern sparen!

Ein gerade veröffentlichtes Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) dürfte so manchem Aktionär Freude bereiten, der zwar an der Börse saftige Spekulationsgewinne eingefahren hat, bei seinem privaten Autoverkauf jedoch weniger Glück hatte. Einer Meldung des Bundes der Steuerzahler Bayern zufolge lässt sich durch das BFH-Urteil der Verlust aus dem Verkauf eines PKW steuerlich geltend machen, wenn der Wagen binnen Jahresfrist veräußert wird. Nach Ansicht der Richter liegt in diesem Fall genauso ein Spekulationsgeschäft vor, als würden Aktien oder andere Papiere verkauft. Im Gegenzug sind Gewinne ab 600 € im Jahr steuerpflichtig.

Spekulieren mit den Waren des täglichen Bedarfs

Wie der Bund der Steuerzahler Bayern weiter erläutert, habe die Finanzverwaltung seit Jahren in Erlassen argumentiert, private Gebrauchsgüter könnten nicht mindernd berücksichtigt werden. Dem widersprach nun der BFH: Laut Gesetz seien alle körperlichen Gegenstände und somit auch ein Auto zu erfassen. Wer also sein neues Auto oder sogar ein Segelboot innerhalb eines Jahres mit Verlust verkauft, kann die Steuern absetzen.

Die Spezialvorschrift für private Spekulationsgeschäfte betreffe alle Wirtschaftsgüter im Privatvermögen und nicht nur Wertpapiere. Somit fielen tägliche Gebrauchsgüter auch dann darunter, wenn sie objektiv kein Wertsteigerungspotential besitzen. Denn gesetzlich sei der tägliche Gebrauch überhaupt nicht ausgeschlossen.

Private Verkäufe: Steuerliche Erfassung schwierig

Ein weiteres Argument der Finanzbehörden gegen die Nutzung der Spezialvorschrift hatte darin bestanden, dass sich private Verkäufe nicht überwachen ließen. Deshalb liege ein verfassungswidriges strukturelles Vollzugsdefizit vor. Die Richter des Bundesfinanzhofs sehen es ebenfalls als schwierig an, Veräußerungen von privaten Wirtschaftsgütern steuerlich zu erfassen. Doch dies betreffe auch Kunstgegenstände, die als Spekulationsgeschäft gelten.

Da bei Gebrauchsgegenständen regelmäßig Verluste erwirtschaftet werden, müsse, so die Richter, der Besitzer jedoch nachweisen, dass ihm rote Zahlen entstanden sind. Zudem werde der Halterwechsel bei Kraftfahrzeugen verkehrsrechtlich registriert. Diese Erkenntnisse der Kraftfahrzeugsteuerstelle könnten auch für die Einkommensteuererklärung genutzt werden.

Bund der Steuerzahler rät zur Verrechnung

Die Richter gestanden zu, dass der Autoverkäufer auch mit Einkünfteerzielungsabsicht handele, sodass keine schädliche Liebhaberei vorliege. Verkaufe jemand innerhalb der Spekulationsfrist ein von ihm angeschafftes Wirtschaftsgut, sei das Ergebnis relevant und nicht anhand subjektiver Merkmale zu prüfen, so der Bundesfinanzhof. Die Finanzbeamten fragten auch nicht bei Börsengeschäften nach den privaten Motiven.

„Dieser Urteilstenor“ lässt sich nach Ansicht des Bundes der Steuerzahler Bayern, „optimal verwenden, Autos, Gemälde oder Einrichtungsgegenstände bis Ende des Jahres mit Verlust zu verkaufen“. Das „realisierte Minus“ lasse sich nicht nur mit Gewinnen aus Wertpapier- und Terminmarktgeschäften 2007 und 2008 verrechnen. „Fällt das Börsenplus nicht in entsprechender Höhe an, wirkt der Verlust bis Ende 2013 sogar unter der neuen Abgeltungssteuer“, erläutert der Landesverband.

3. Juli 2008

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.