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Bank Dreyfus: Deutsch-schweizerische Finanzhistorie

So undurchsichtig die diversen Aktivitäten heutiger Banken auch sein mögen, es ist nichts dagegen, wie wenig transparent die Rolle rein deutscher (im Sinne von „arischer“) Geldinstitute in der Zeit des Nationalsozialismus war. Zu den Instrumenten der politischen Machthaber zählten schließlich auch Boykottmaßnahmen, Erpressung und sogar die Bedrohung von Leib und Leben.

Zu den Leidtragenden zählten in erster Linie die jüdischen Bankhäuser, die in der deutschen Finanzwelt dieser Zeit eine bedeutende Rolle spielten. So auch die J. Dreyfus & Co. aus Frankfurt am Main und Berlin.

J. Dreyfus & Co.– Gründung und erfolgreicher Aufstieg des Unternehmens

Das deutsche Geldinstitut J. Dreyfus & Co. ist ein Ableger der noch heute bestehenden, schweizerischen Bank Dreyfus Söhne & Cie. AG, Banquiers. J. Dreyfus & Co. wurde 1868 in Berlin und Frankfurt am Main gegründet.


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In erster Linie beschäftigte sich die Frankfurter Privatbank mit Kommissionsgeschäften an der Börse und dem Arbitrage-Handel mit Devisen und Effekten (dem Ausnutzen von Preisunterschieden, das in der heutigen Zeit seine Bedeutung weitgehend verloren hat).

In den 90er Jahren des 19.Jahrhunderts erfolgte der Zusammenschluss von J. Dreyfus & Co. mit der Commerzbank auf Empfehlung des englischen Bankhauses Warburg & Co. In den darauf folgenden Jahren widmete sich das Institut verstärkt nationalen und internationalen Emissionsgeschäften.

Das Bankhaus J. Dreyfus & Co. in der Zeit des Nationalsozialismus

Aufgrund des Drucks der antisemitischen Politik des nationalsozialistischen Regimes kam es 1938 zur Übernahme von J. Dreyfus & Co. durch das Münchner Finanzinstitut Merck, Finck & Co. Es kann davon ausgegangen werden, dass Merck, Finck & Co. die Gunst der Stunde nutzte.

Bei der Bewertung der Vermögensgegenstände von J. Dreyfus & Co. kam es zu höchst einseitigen Bewertungen, die von Seiten des jüdischen Bankhauses zu akzeptieren waren. Schließlich wurde der Verkaufspreis zwischen den beiden Parteien auf rund 2. Mio. Reichsmark festgelegt.

Merck, Finck & Co. konnte durch die Übernahme seine neu gegründete Berliner Filiale mit wertvollen Konsortialverbindungen, einem umfangreichen Effekten- und Depothandel sowie dem Kreditgeschäft mit fast 8 Millionen Kunden aus dem industriellen Bereich ausstatten.

Allerdings ist auch davon auszugehen, dass J. Dreyfus & Co. – was als durchaus legitim betrachtet werden darf – die familiären Beziehungen in die Schweiz nutzte, um einen Teil der Geschäfte vor dem Zugriff zu schützen. So engagierten sich die schweizerischen Bankiers bis 1945 zugunsten jüdischer Flüchtlinge.

Auch heute noch besteht das Unternehmen in 6. Generation als Dreyfus Söhne & Cie AG, Banquiers, in der Schweiz. Das Institut verwaltete 2014 ein Kundenvermögen von 18,9 Milliarden Schweizer Franken.

2. November 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.