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Bankberatung: Regierung liegt mit Verbraucherschutz daneben

Noch immer lässt sich in Deutschland eine Mehrheit von privaten Investoren oder als Bankkunde auch in der Geldanlage beraten. Verständlich, da die Beratung andernorts oft ersichtlich interessengebunden ist.

Dies ist bei Banken allerdings nicht anders.

Die Regierung versucht seit Jahren Sie als Investor zu schützen – mit immer wieder Regeln zur Bankberatung. Es stellt sich heraus: diese liegen oft daneben, auch Protokolle helfen in der Beratung sowie im Rechtsstreit kaum.

Herausholen, was herauszuholen ist 

Besonders die Beratungsprotokolle sollen laut dem Gesetzgeber helfen, Ihre Auswahl zu optimieren. Banken haften für fehlende Risikoprüfungen und dokumentieren dies theoretisch in Protokollen. Graue Theorie, die wir Ihnen hier kurz beschreiben.

Eine Bank muss Sie bei einem Beratungsgespräch daraufhin befragen,

  • welche Risiken Sie eingehen wollen,
  • wie Ihre persönliche Situation aussieht und
  • welche Renditen Sie erzielen wollen.

Daraus entsteht faktisch ein Risiko-Profil, auf das Banken eine passende Geldanlage empfehlen sollen.


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Verpflichtet sind die Banken, dieses Gespräch und die Prüfung genau zu protokollieren.

In klar verständlicher Sprache, so dass Sie als Kunde nicht nur die Empfehlung, sondern auch die Gründe dafür sowie die Konsequenzen schnell erfassen können. Bei Fehlberatungen bildet vor allem dieses Protokoll die Grundlage für Schadensersatzklagen.

Fehler im System: Regeln unklar

Für die meisten Fälle aber ist die Regelung zu den Protokollen vergleichsweise unklar. So fordert die Regierung knappe Informationsblätter zu einzelnen Anlageprodukten.

Deren genaue Ausgestaltung aber ist nicht geregelt – und kann nicht geregelt werden.

Zudem zeigt die Praxis, dass Banken fast mehrheitlich – Daten dazu sind unzuverlässig – Protokolle erst gar nicht anfertigen oder zumindest nicht aushändigen. Nur: wo kein Kläger – also Kunden – da gibt es keine Klage und keine Änderungen.

Dort, wo Banken gewissenhaft beraten und protokollieren, hat sich allerdings ein neues, systematisches Problem entwickelt. Da die Haftung des Beraters für eine juristisch noch nicht eingrenzbare Fehlberatung immer droht, wird ein Bankberater sehr konservativ empfehlen.

Ihm ist nicht verboten, Produkte des eigenen Hauses zu nennen – und hier diejenigen mit den geringsten Zinsen und Risiken.

Vorsichtige Beratung: nicht in Ihrem Interesse

Genau diese sehr vorsichtige Beratung ist allerdings auch nicht in Ihrem Interesse.

Schadenersatz wegen zu geringer Renditen bei gegebenem Risikoprofil können Sie nicht verlangen. Ein Bankberater ist kein Renditeoptimierer, sondern nur zur Transparenz verpflichtet.

Sie können allenfalls dann mit Aussicht auf Schadensersatz klagen, wenn die Beratung bestimmte Kosten verschwiegen hat, wenn das Risiko viel zu hoch war – gegen Ihre Interessen  – oder die bankeigenen Gebühren einer Empfehlung nicht sichtbar waren.

Klagen gibt es kaum. Wenn, sind diese oft aussichtslos – schon wegen eines Formfehlers, den Sie vermeiden können.

Unterschreiben Sie Bankprotokolle nicht, dann sind Sie mit den Angaben auch nicht "einverstanden".  Berät Ihr Bankberater Sie per Telefon, muss er ein Beratungsprotokoll hinterher senden. Fehlt dieses, kann sich auch daraus eine Klagechance ergeben.

Mit ihrem Verständnis vom Verbraucherschutz aber liegt die Regierung weit daneben – wie diese Einschränkungen zeigen und wie besonders konservative Ratschläge zu bankeigenen Produkten belegen. Am besten ist es, wenn Sie sich zusätzlich eigenhändig informieren.

Die Checkliste zur Bankprotokollen:

  • Informationen sind zu knapp – fragen Sie im Zweifel nach
  • Banken haben Angst vor der Haftung – Empfehlungen sind zu vorsichtig
  • Unterschreiben Sie nie  – sonst sind Sie mit den Ratschlägen einverstanden
  • Fehlt ein Beratungsprotokoll – auch nach telefonischer Beratung – legen Sie Klage ein
  • Schadenersatz ist möglich, wenn die Transparenz zu Gebühren fehlt
  • Schadenersatz ist möglich, wenn eigene Geschäftsverbindungen und Interessen nicht sichtbar werden

27. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.