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Banken-Stresstest: Die große Täuschung

Alles ist gut. So jedenfalls lautet die Nachricht von der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) hinsichtlich des jüngsten Banken-Stresstests.

Die 51 untersuchten europäischen Großbanken würden sich als weitegehend krisenfest erweisen.

Diese Widerstandsfähigkeit sei ein Ergebnis erheblicher Kapital-Aufstockung, so die EBA.

Die Bank-Eliten feiern sich selbst

Selbstverständlich fällt auch die Europäische Zentralbank (EZB) in diesen allgemeinen Jubel mit ein – wie könnte es auch anders sein…!?

Sie sieht die Banken-Branche in besserer Verfassung als noch vor 2 Jahren, beim letzten Stresstest.

Die Finanz-Institute hätten erheblich mehr Kapital aufgenommen und ihre Bilanzen weiter repariert.

Der Stresstest ist geschönt worden

Zahlreiche Experten sind allerdings der Ansicht, dass dieser Stresstest alles andere als beruhigend ist. Sie meinen, dass er teilweise manipulativ „geschönt“ wurde.


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Dies sei geschehen, um einem Ergebnis zu entsprechen, das die Finanz- und Politik-Elite in Europa geradezu erwartet hat.

Man sollte wohl vermeiden, dass noch mehr Unruhe in die – durch die noch längst nicht ausgestandenen Krisen – arg gebeutelten Mitgliedstaaten kommt.

Doch der Reihe nach.

Banken anscheinend nicht überlebensgefährdet

Dem aktuellen Banken-Stresstest nach liegt das Kernkapital der einzelnen Institute mehrheitlich bei 10 – 14% – und somit rund 2% höher als zuvor.

Bei einem makroökonomischen Schock, einer rezessiven Wirtschafts-Entwicklung in der EU würden diese Quoten im Zeitraum von 2016 – 2018 im Durchschnitt um 3,8 % fallen.

Damit wären die Banken nicht etwa „überlebensgefährdet“, sondern lediglich „sehr dünn kapitalisiert“. Am schlimmsten würde es wohl die italienische Monte Paschi dei Siena (MPS) erwischen – und zwar mit einem negativen Eigenkapital.

Das Kernkapital von irischen, italienischen, englischen, deutschen, spanischen und französischen Banken würde ebenfalls ziemlich zurückgehen; wie etwa das der Société Générale und der BNP.

Woraus diese Kapitalverluste resultieren sollen, können wir Ihnen auch sagen: aus Kredit-Verlusten sowie zusätzlichen operationellen Verlusten.

So wurde der Stresstest manipuliert

Am Beispiel der ältesten Bank der Welt, der Monte Paschi dei Siena, möchten wir Ihnen aufzeigen, wie der Stresstest manipuliert wurde.

Sie werden staunen, wenn Sie weiterlesen:

Kurz vor Veröffentlichung des Stresstests wurde der schwer angeschlagenen MPS eine Kapitalerhöhung von 5 Mrd. € zugeschustert – und zwar von einem italienischen Banken-Konsortium.

Gleichzeitig wurden rund 10 Mrd. € an faulen Krediten aus der Bilanz der MPS genommen – und das mit Genehmigung der EU-Kommission sowie der nationalen Regulatoren.

Innerhalb kürzester Zeit stand die wackelnde Krisenbank, die als schlechteste abgeschnitten hatte, fast gar als Saubermann da. So wurde manipuliert, um den Stresstest EU- und EZB-freundlich zu gestalten. – Unglaublich!

Übrigens: Die italienischen Banken hocken auf einem Berg von rund 360 Mrd. € ausfallgefährdeter Darlehen. Da wird es einem wahrhaft schwindelig…

2. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.