MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Banken zittern vor Moody-Rating

Für den Fall, dass ein Privatanleger über den Kauf von Staatsanleihen oder Unternehmensanteilen in einem Land nachdenkt, ist es nicht verkehrt, wenn er sich mit den aktuellen Ratings auseinandersetzt, um das Risiko für seine Investition einzuschätzen.

Ratings beziehen sich nämlich sowohl auf Anleihen von Unternehmen als auch auf Staaten und ihr Bankwesen. Gerade die Einstufung der großen Rating-Agentur Moody’s sagt etwas darüber aus, ob eine Bank oder ein Staat zahlungsfähig sind, weshalb dieses Rating stets mit Spannung erwartet wird.

Damit Privatanleger ihr Geld nicht auf das falsche Pferd setzen, lohnt es sich, das Moody-Rating genauer anzusehen.

Was bedeutet Rating?

Gerade für Banken wird das Rating häufig von international tätigen Ratingagenturen vorgenommen. Die bekanntesten haben alle ihren Sitz in den USA und heißen Moody’s, Standard & Poor’s und Fitch.

Diese Ratings sagen etwas über die Bonität eines Schuldners aus. In fast allen Ländern gibt es mittlerweile nationale Ratingagenturen, die großen internationalen Agenturen decken aber mit 97% den Großteil des weltweiten Ratingmarktes ab.

Ratingagenturen bewerten die Bonität eines Schuldners und stufen diese nach verschiedenen Kriterien ein.

Im Moody-Rating zum Beispiel gelten teilweise andere Rating-Definitionen als im Standard & ’Poor’s-Rating. Prinzipiell gilt: Je besser das Rating eines Schuldners ist, desto besser sind die Konditionen, zu denen er sich Kapital verschaffen kann.

Seine Bonität ist hoch, seine Zahlungsfähigkeit somit gegeben und er muss nur niedrige Zinsen zahlen.Schuldner mit einem schlechteren Rating müssen einen höheren Zinssatz zahlen, wenn sie sich Kapital verschaffen wollen, da die Wahrscheinlichkeit der Zahlungsunfähigkeit und somit das Bonitätsrisiko höher ist.

Wie funktioniert Moody-Rating?

Es gibt verschiedene Ratingcodes, die alle nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut sind. Aaa  steht dafür, dass ein Schuldner höchste Bonität hat und das Ausfallrisiko auch längerfristig so gut wie nicht vorhanden ist. Von Aaa werden dann Abstufungen in kleinen Schritten gemacht, bis hin zu D, das für Zahlungsausfall steht.

Die Agentur Moody’s wurde im Jahr 1909 gegründet und hat ihren Firmensitz in New York City. Im Jahr 1975 wurde Moody’s in die Liste der Ratingagenturen aufgenommen.

Die Gesellschaft ist die zweitgrößte Ratingagentur und beherrscht insgesamt 40% des Marktes. Die von Moody’s verwendeten Ratingcodes werden grundsätzlich in zwei Tendenzen aufgeteilt: investmentwürdig (Aaa bis Baa) und nicht als Investment geeignet (Ba bis C).

Zahlen von 1 bis 3 werden zusätzlich noch für die Ratings Aa bis Caa benutzt. 1 bedeutet, dass ein Unternehmen im oberen Drittel der Ratingspanne agiert, 2 steht für den mittleren Bereich und 3 für die unteren Range.

Häufig werden Ratingagenturen für ihre Arbeit kritisiert. Der Grund ist, dass sie für viele Kritiker nicht transparent genug arbeiten und es problematisch erscheint, dass ein Staat beispielsweise lange Zeit das Rating Aaa hat und dann von einem Tag auf den anderen auf Aa1 heruntergestuft wird, was für Anleger und Banken sehr teuer werden kann.

Diese Sprünge sind teilweise schwer nachzuvollziehen. Kritiker fordern täglich aktualisierte, fein abgestufte und mathematisch errechnete, transparente Ratings.

Was Privatanleger beachten müssen

Für Privatanleger, die Aktien von Unternehmen oder Anleihen von Banken kaufen wollen, ist es wichtig, sich über die Ratings zu informieren, da diese zumindest in ihrer Tendenz aussagekräftig genug sind, um eine Anlage als risikoreich oder sicher einzuschätzen.

Ist ein Land oder ein Unternehmen also mit C oder schlechter bewertet, so sollte davon abgesehen werden, dort zu investieren, da das Ausfallrisiko sehr hoch ist.

10. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.