MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Bankenkrise in Italien – warum auch deutsche Banken betroffen sind

Die Schuldenproblematik holt Europas Banken wieder ein. Italiens drittgrößte Bank Banca Monte dei Paschi wird wohl gerettet werden, doch damit ist das Problem nicht aus der Welt.

Italiens Banken haben zu hohe Risiken auf sich genommen und sollen auf faulen Krediten in Höhe von rund 360 Mrd. € sitzen – dies entspricht etwa einem Fünftel der Wirtschaftsleistung Italiens. Nicht zuletzt wegen der Bankenkrise in Italien fordert der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, David Folkerts-Landau, eine neue Banken-Rettung für Europa – 150 Mrd. € soll das Rettungsprogramm kosten.

Der Vorstoß des Chefvolkswirts der Deutschen Bank kommt nicht von ungefähr, denn Deutschland und Frankreich sind in Italien stark engagiert. Allein bei deutschen Banken sollen sich die Risiken in Italien auf 90 Mrd. US-$ summieren – dies geht zumindest aus einer Auflistung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hervor.

Bankenkrise in Italien – Warum sind deutsche Banken in Italien engagiert?

Um das Geschäft in Europa auszubauen, haben einige deutsche Banken in den letzten Jahrzehnten eigene Niederlassungen in Italien aufgebaut, immerhin gilt Italien als die drittgrößte Volkswirtschaft in der Euro-Zone.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Zudem sind durch den weltweiten Handel auch die Banken durch die Kreditvergabe und den Aufkauf von Anleihen untereinander stark vernetzt. Dadurch betreffen die Schwierigkeiten der italienischen Banken auch deutsche Bankhäuser – man spricht hier auch vom sogenannten Exposure bzw. Kreditrisiko.

Welche deutschen Banken sind in Italien investiert?

Die Deutsche Bank unterhält zum Beispiel in Italien mit 370 Filialen das zweitgrößte Filialnetz außerhalb des Heimatmarktes in Deutschland. Zudem ist die Deutsche Bank über die italienische Tochter Finanza & Futuro auch im Bereich der Vermögensverwaltung aktiv.

Kein Wunder also, dass auch Deutschlands größtes Geldhaus von der Bankenkrise in Italien betroffen ist. Nach Angaben der Deutschen Bank summierten sich die Risiken im Italiengeschäft bis Ende 2015 auf 15,8 Mrd. €, davon etwa 750 Mio. € bei italienischen Banken.

Commerzbank leidet unter der italienischer Bankenkrise

Neben der Deutschen Bank ist auch die Commerzbank in Italien engagiert. Nach jüngsten Berichten hält die Commerzbank italienische Staatsanleihen im Wert von mehr als 10 Mrd. €, hinzu kommen noch Risiken im Volumen von 500 Mio. € bei italienischen Banken – damit ist auch die Commerzbank direkt von der Bankenkrise in Italien betroffen.

UniCredit mitten im Krisen-Tsunami

Auch Italiens größte Bank, die UniCredit, steckt in Schwierigkeiten. Die italienische Großbank, zu deren Tochterfirmen auch die deutsche Hypo-Vereinsbank gehört, benötigt frisches Kapital, um die Bilanzen wieder auf Vordermann zu bringen.

Von den insgesamt 360 Mrd. € an faulen Krediten, die bei Italiens Banken in den Büchern vermutet werden, sollen rund 80 Mrd. € in den Bilanzen der UniCredit liegen.

Fazit: Deutsche Banken haben ein Zukunftsproblem

Die Bankenkrise in Italien belastet auch deutsche Geldhäuser wie die Deutsche Bank und die Commerzbank. Die Schieflage italienischer Banken ist aber nur die Spitze des Eisbergs.

Der jüngste Stresstest der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) förderte die Problematik schonungslos an Licht. Bei einem Simulationstest (Belastung der Kapitalquote bei einer Finanz- und Wirtschaftskrise) landeten die Deutsche Bank und die Commerzbank auf den letzten 10 Plätzen von insgesamt 51 Teilnehmern.

Damit zeigt der Stresstest: Deutsche Banken haben ein Zukunftsproblem und dies ist nicht allein auf das Niedrigzinsumfeld zurückzuführen. Denn auch der klassische Geldverkehr fließt zunehmend an den Banken vorbei. Online-Zahlungssysteme wie PayPal und andere Dienste (Apple Pay etc.) erobern zunehmend den Markt und machen Banken das Leben schwer.

Anleger sollten daher trotz der „Schnäppchen-Kurse“ bei vielen Bankwerten einen Bogen um die Branche machen, denn das Geschäftsmodell einiger Banken wackelt beträchtlich. Weder die Deutsche Bank noch die Commerzbank haben bislang überzeugende Konzepte vorgelegt, wie sie künftig in einem geänderten Marktumfeld weiter wachsen und nachhaltig Geld verdienen wollen.

12. August 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands