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Bankenkrise: So sollen kleinere Banken krisenfest gemacht werden

Seit geraumer Zeit macht das Kürzel für ein Verfahren die Runde, das eigentlich nur Bankfachleuten geläufig ist: SREP. Die BaFin, die Bundesfinanzaufsicht, will es nun einsetzen, um Banken und deren Kunden vor Ausfällen zu bewahren.

SREP und BaFin: Vorgaben für Kapitalreserven

Dabei handelt es sich um eine Art Risikovorsorge bzw. Tauglichkeitstest in Sachen Kapitalreserve und Unternehmensgefährdung bei Kreditinstituten. Das entsprechende Verfahren nennt sich Supervisory Review and Evaluation Process, kurz SREP.

Die BaFin hat es bislang nicht angewendet, ganz einfach, weil es traditionell ein Prüf- und Vorgabeinstrument für Großbanken ist, und hier ist die EZB zuständig. Die BaFin wiederum überwacht alle kleinen und mittleren Kreditinstitute. Die wurden von dem Procedere bisher verschont.


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Die neue Kombination SREP und BaFin aber versetzt viele der gut 1.500 beaufsichtigten Banken in Unruhe. Der Grund: Sie haben zu wenige Reserven um sicher durch das anhaltende Zinstal zu kommen. Erhöht nun die Aufsicht den Druck, kann es für einige eng werden. Mit SREP durchforstet die BaFin die Bücher und gibt bestimmte Mindestkapitalquoten vor.

Bei Zinsänderung reichen geschrumpfte Erträge nicht

Dass die Banken neue Geldquellen suchen, erkennt man als Kunde bereits an der jüngsten Gebührenspirale – die niedrigen Zinsen machen deren Refinanzierung immer schwieriger und nagen an der Ertragsbasis. Der Abstand zwischen Einlagen- und Kreditzinsen ist geschrumpft. Das Problem betrifft vor allem die kleineren Institute. Während Zinsgewinne bei den Großbanken ca. 75% aller Erträge ausmachen, sind es bei den kleinen und mittleren Kreditinstituten über 80%.

Gerade die sind es, die vorwiegend Kredite vergeben. Um noch etwas zu verdienen, können sie zwar langfristige Kredite wie Immobiliendarlehen durch kurzfristige Einlagen wie Tagesgelder gegenfinanzieren. Doch was, wenn die Zinsen plötzlich steigen? Beim derzeitigen Zinsniveau wollen sich Anleger nicht länger binden. Kreditnehmer aber wollen ihre Zinsen möglichst lange sichern.

Je länger der Zustand anhält, desto bedrohlicher wird das Risiko einer Zinsänderung. Dann sind ausreichend Reserven gefragt, und ob die überall vorhanden sind, scheint fraglich. Den ungewohnten Einsatz von SREP plant die BaFin jedenfalls nicht ohne Anlass. Nach ihrer Erkenntnis hat bereits über die Hälfte aller Kreditinstitute ein Problem.

Einlagensicherung deckt nicht alles

Der Verdacht liegt nahe, dass viele die Individualprüfungen nicht bestehen. Gerechnet wird mit zusätzlich geforderten Kapitalaufschlägen von durchschnittlich bis zu 2%. Ist mehr erforderlich, könnten einige schwache Kandidaten ins Wanken geraten. Aus Sicht der Bankenaufsicht wäre das jedoch immer noch leichter zu bewältigen, als nichts zu tun und ein großflächiges Risiko heraufzubeschwören.

Sparer seien an der Stelle an die gesetzliche Einlagensicherung erinnert, die pro Kunde und Bank bis zu 100.000 € schützt, jedoch nur in Ausnahmefällen bis zu 500.000 €. Ist das Institut gar Mitglied im freiwilligen Einlagensicherungsfonds der Privatbanken, sind die Kunden bis 20% der haftenden Eigenmittel einer Bank geschützt. Letztere aber sind Teil der Risikoreserven.

Von den Vorgaben für Sicherheitspuffer gegen Zinsänderungsrisiken bleiben aber auch kleine Fintech-Unternehmen nicht verschont. Sie werden die Krisentauglichkeit ihrer innovativen Geschäftsmodelle unter Beweis stellen müssen.

2. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.