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Bankenpleite, Einlagensicherung und Entschädigung

Die Pleiten ausländischer Banken sind international ein Desaster. Wir erinnern uns noch gut an den Sturm der Isländer auf die Banken oder die Banken-Pleite der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers, die auch auf die deutsche Wirtschaft enorme Auswirkungen hatten.

Der kleine Unterschied: In Deutschland gibt es den Einlagensicherungsfonds, mit dem wir uns schützen können.

Bankenpleite: Erspartes sichern

Für die deutsche Tochter der US-amerikanischen Bank Lehman Brothers hat die Finanzaufsicht BaFin jetzt den Entschädigungsfall festgestellt.

Was bedeutet: Die Kunden dieser Bank bekommen Ihre Einlagen zurück. Wohlgemerkt nur die Einlagen, also – grob gesagt – das, was auf Konten liegt.

Dagegen werden sich die Inhaber inzwischen wertloser Lehman-Zertifikate wohl weiter vor Gericht mit denjenigen Banken um eine Entschädigung streiten müssen, die sie ihnen empfohlen haben. Denn Zertifikate werden von der Einlagensicherung nicht erfasst.

Bankenpleite: Deutsche Lehman-Tochter im Einlagensicherungssystem

Immerhin einen Vorteil bietet die deutsche Lehman-Tochter, der sich jetzt, im Insolvenzfall, als entscheidend herausstellt: Sie ist dem deutschen Einlagensicherungssystem angeschlossen.


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Für 90 Prozent der Einlagen, maximal aber 20.000 Euro kommt die  Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) auf, eine Einrichtung, die also den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestschutz gewährleistet.

Für den Rest haftet die freiwillige Einlagensicherung des Bundesverbands deutscher Banken.

Lehman-Kunden werden also ihr Erspartes voll zurückbekommen. Aber eben nur das auf Konten Angesparte.

Bankenpleite: Deutsche Kunden können abwarten

Übrigens brauchen Sie als Kunde einer Pleitebank, die zum deutschen Sicherungssystem gehört, zunächst einfach abzuwarten.

Die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken meldet sich von selbst bei Ihnen und schickt Ihnen Formulare zu, mit denen Sie Ihre Einlagen und sonstigen Ansprüche gegen die Bank anmelden können. Das Geld wird dann später automatisch auf Ihr Konto überwiesen.

Formulare für ausländische Banken ohne deutsche Einlagensicherung

Anders sieht es dagegen bei Banken aus, die nicht der deutschen Einlagensicherung angehören. Hier müssen Sie selbst sich um die Formulare kümmern.

Bestes Beispiel: die isländische Bank Kaupthing-Edge, die ebenfalls pleite ist. Sie ist über den isländischen Einlagensicherungsfonds abgesichert.

Angeblich sollen auch hier bald die Entschädigungen fließen. Aber die Formulare bekommen Sie nicht automatisch, sondern Sie müssen sie sich selbst auf der deutschen Website der Bank oder beim isländischen Einlagensicherungsfonds Tryggingarsjodur herunterladen.

Kaupthing-Pleite: Frist verlängert

Immerhin eine gute Nachricht gibt es auch bei Kaupthing: Die Frist zur Anmeldung Ihrer Ansprüche wurde verlängert.

Ursprünglich hieß es, nur Anträge, die bis 30. Dezember 2008 den isländischen Einlagensicherungsfonds erreicht hätten, würden berücksichtigt.

Jetzt aber meldet besagte Institution, auch Anträge, die danach eingingen, werde man akzeptieren.

Hoffen wir, dass die Auszahlung, wie angekündigt, bald erfolgt.

Lesen Sie weitere Artikel von Dr. Erhard Liemen zum Thema der internationalen Bankenpleiten und Finanzpolitik. Zum Beispiel: „Morgen wird Geld gedruckt: Griechenland“

2. Januar 2009

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".