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Bankgeheimnis Österreich: Verschwiegenheit in den Alpen endet bald

In Österreich ist das Bankgeheimnis fast so heilig wie in Indien die Kuh. Aber politischer Druck von außen zwingt die Regierung in der Alpenrepublik, sich zu bewegen. Auch Anleger aus Deutschland werden von diesen Änderungen betroffen sein.

Österreich, die unbekannte Steueroase

Bei dem Gedanken an Österreich denken die wenigsten an eine Steueroase wie beim Nachbarland Schweiz oder gar entfernten Steuerparadiesen wie den Bahamas. Dennoch: Österreich hat über Jahrzehnte mit seinem Bank- und Steuergeheimnis Vermögen aus dem Ausland angelockt. Aufgrund der Verschwiegenheit der Banken und der fehlenden Sprachbarriere versteckten auch viele Deutsche ihre Vermögen in Österreich.

Bankgeheimnis in Österreich: Schutz der Konten per Gesetz

In Österreich ist das Bankgeheimnis, anders als Deutschland, per Gesetz geregelt. Paragraph 38 des Bankwesengesetzes legt fest, dass Banken in Österreich zur Verschwiegenheit gegenüber Dritten verpflichtet sind. Ausnahmen gibt es weit weniger als in Deutschland.

Bei Strafverfahren oder vorsätzlichen Finanzvergehen kann allerdings auch in Österreich ein Gerichtsbeschluss zur Offenlegung der Konten führen. Allerdings haben Unstimmigkeiten zwischen den Finanzordnungen bisher dazu geführt, dass Rechtshilfeersuchen deutscher Behörden auch bei Vergehen wie Steuerhinterziehung oder Geldwäsche in Österreich oftmals abgelehnt wurden.

Das Bankgeheimnis in Österreich wird niemals aufgegeben, aber …

Der Druck anderer EU-Staaten auf Österreich wächst und trotzdem verkündet der seit Dezember 2013 im Amt befindliche Finanzminister Michael Spindelegger: „Ich werde das österreichische Bankgeheimnis niemals aufgeben.“ Ein Satz, der zunächst wie in Stein gemeißelt scheint.

Die Aussage Spindeleggers geht aber weiter: „Österreichisches Bankgeheimnis heißt, dass ein österreichischer Kunde bei seiner Bank das, was er dort einlegt, als geheim betrachten kann.“  Somit werden in Zukunft durchaus die Daten ausländischer Kontoinhaber im Rahmen des Abkommens für den Informationsaustausch von Banken in Österreich an andere Länder freigegeben.

Im Januar 2016 ist es vorbei, spätestens

Nicht nur die EU-Staaten üben Druck aus. Auch die G20-Staaten und die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) haben beschlossen, dass der automatische Informationsaustausch (AIA) mit Beginn des Jahres 2016 als globaler Standard gilt.

EU-Kommissar Algirdas Semeta gibt an, dass die EU hier eine Vorreiterrolle einnehmen will und den Standard sogar schon vor diesen Datum durchsetzen wird. Die Luft wird also immer dünner für diejenigen, die zweifelhafte Vermögen hinter dem Bankgeheimnis in Österreich versteckt halten.

Langsame, aber stetige Bewegung in Sachen Bankgeheimnis

Nicht nur in Österreich, auch in anderen Ländern, die bisher für ihr striktes Bankgeheimnis bekannt waren (wie Luxemburg, Lichtenstein oder die Schweiz) bewegt man sich langsam in Richtung internationaler Richtlinien. Einige wird das ärgern. Zudem gilt Steuerhinterziehung auch schon lange nicht mehr als Kavaliersdelikt, wie der Fall Uli Hoeneß zeigt.

Zusammenfassend kann man aber sagen: Auch wer Geschäfts- oder Privatkonten in Ländern wie Österreich hat, hat nichts zu befürchten, solange diese Konten rechtschaffen geführt werden.

Wer allerdings versucht, sein Vermögen zu verschleiern oder Geld aus Straftaten in anderen Ländern vor dem Zugriff der Justiz zu schützen, dem wird, mit gutem Recht, die Suppe immer mehr versalzen werden.

17. März 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rüdiger Dalchow. Über den Autor

Seit 1995 ist er selber aktiv an den Märkten tätig und hat dabei sowohl Hochs als auch Tiefs erlebt. Aus dieser Erfahrung heraus ist es sein Ziel, dem privaten Anleger oftmals zu kompliziert dargestellte Zusammenhänge an der Börse möglichst einfach, aber dennoch effektiv näherzubringen. Seit 2011 führt sein Blog www.aktienhandel-einsteiger.de mit interessanten Fachartikeln und Interviews durch das Aktiendickicht.