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Bankhaus Mendelssohn – Geschäfte mit dem Zaren

Mit der Entstehung der Industrialisierung in England am Ende des 18. Jahrhunderts wurden auch in Deutschland höhere und anspruchsvollere Anforderungen an die Bankwirtschaft gestellt. Und auch wenn das industrielle Zeitalter hierzulande aufgrund einer schwächeren Infrastruktur noch nicht so recht Fuß fassen konnte, die Zeit der Geldverleiher und Wechselstuben war vorbei.

Das Bankhaus Mendelssohn & Co. wurde 1795 mit nur wenigen Angestellten gegründet. Das Institut stieg innerhalb Deutschlands zu einem der bedeutendsten privaten Bankhäuser auf. Während der Zeit des Nationalsozialismus kam es zur Übernahme des jüdischen Unternehmens durch die Deutsche Bank.

Das Bankhaus Mendelssohn & Co. und sein Einfluss in Europa

In den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die neu gegründete Privatbank in rasanter Art und Weise. Die Mendelssohns waren bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts hinein deutschen Regierungen ihrer wirtschaftlichen Macht mit ihren Beziehungen und in vielfacher Hinsicht behilflich.

Das Bankhaus Mendelssohn & Co. war ab den 1850er Jahren Hofbankier des russischen Kaiserhauses und dominierten den Finanzmarkt Mitteleuropas für russische Staatsanleihen bis zum Ausbruch des 1. Weltkriegs.

Nach dem 1. Weilkrieg gehörten Vertreter des auch international anerkannten Bankhauses Mendelssohn der Verhandlungsdelegation an, die mit den Zentralbanken Englands, Frankreichs, Italiens, Belgiens, Japans und der USA über die Reparationsleistungen Deutschlands debattierte.


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Arisierung oder „Übernahme“ durch die Deutsche Bank?

Auch beim Bankhaus Mendelssohn spürte man nach Hitlers Machtergreifung 1933 und der schon kurz darauf folgenden Übernahme jüdischer Unternehmen durch arische Geschäftsführer die gefährlichen Vorboten der „neuen Zeit“.

Zunächst konnten sich die Bankiers noch dank ihrer internationalen Verbindungen vor einem gewalttätigen Zugriff des Staates sicher sein. Auch den Nationalsozialisten war bewusst, dass eine „harte“ Arisierung des Bankhauses Mendelssohn der Kreditwürdigkeit Deutschlands im Ausland schaden würde. Allerdings nahm der Druck auf das Institut zu.

1938 begannen die Übernahme-Gespräche zwischen dem jüdischen Mendelssohn-Gesellschafter Rudolf Löb und dem für das damalige Auslandsgeschäft der Deutschen Bank zuständigen Vorstandsmitglied Hermann Josef Abs. Abs war es auch, der nach dem 2. Weltkrieg die Deutsche Bank als langjähriger Vorstandschef zum Marktführer in der Bundesrepublik an die Spitze der Bankenwirtschaft brachte.

1938 übernimmt die Deutsche Bank das lukrative Kundengeschäft des jüdischen Hauses und dessen arische Angestellte. Die jüdischen Mitarbeiter blieben auf der Strecke. Ende 1938 mussten auch die nichtarischen Gesellschafter ausscheiden, einige – wie Rudolf Löb – gingen ins Ausland.

Die Geschichtswissenschaftler sind sich bis heute uneins über die Frage, ob es sich bei der Auflösung des Bankhauses Mendelssohn & Co. um eine erzwungene Arisierung oder eine „freundschaftliche“ Übernahme gehandelt hat. Daneben steht auch im Raum, ob die Deutsche Bank der Familie und Geschäftspartnern Mendelssohns in schwerer Zeit fair beigestanden oder die dramatischen Umstände ausgenutzt hat.

4. November 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.