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Bankhaus Simon Hirschland: ehemals die Nummer 1 im Ruhrgebiet

In vielfacher Hinsicht ist die Zeit des Nationalsozialismus ein sehr dunkles Kapitel der deutschen Geschichte. Auch die Beschlagnahme bzw. Auflösung jüdischer Unternehmen ist ein kleiner Teilaspekt.

Hierzu gehört zum Beispiel die Übernahme (Arisierung) entsprechender Geldinstitute durch „rein arische“ deutsche Banken, wie die des Bankhauses Simon Hirschland.

Bankhaus Simon Hirschland: Gründung und Aufstieg während der industriellen Revolution

Das Handels- und Bankgeschäft, das 1841 von Simon Hirschland in Essen gegründete wurde, hätte kaum zu einem günstigeren Zeitpunkt und an einem günstigeren Ort entstehen können. Denn im damaligen Zentrum der Industrialisierung des Ruhrgebiets boomte die Wirtschaft.

Spezialität des Hauses Simon Hirschland war sowohl das Emissions- und internationale Geschäft als auch die Finanzierung der Rheinisch-Westfälischen Großindustrie. Der Kundenstamm des Bankhauses Hirschlands als Finanzier des Bergbaus setzt sich unter anderen zusammen aus den bedeutendsten Pionieren der Ruhrindustrie wie u.a. Alfred Krupp, Franz Haniel und Mathias Stinnes.


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Das Geldinstitut entwickelte sich bis zur Zeit des Nationalsozialismus zu einer der wichtigsten deutschen Privatbanken. 1937 belief sich die Bilanzsumme unter der Leitung der Söhne des Gründers beachtliche 84 Mio. Reichsmark.

Die Arisierung des Bankhauses Simon Hirschland

Wie andere jüdischen Geldinstitute auch geriet das Bankhaus Simon Hirschland 1937 in das Visier der Gestapo. Die nationalsozialistische Organisation sah in der Privatbank „den Mittelpunkt der jüdischen Finanzherrschaft im Ruhrgebiet“ und bezichtigte sie unlauterer Geschäftstätigkeit.

Gleichzeitig beschwerte sich die Gestapo aber auch darüber, dass die Reichsbank angeblich plante, das Bankhaus Simon Hirschland unter „christlicher Tarnung“ weiterlaufen zu lassen.

Dennoch kam es noch 1937 zu Verhandlung des damaligen Geschäftsführers, Georg Hirschland, mit dem Reichskommissar für das Kreditwesen und mit der Reichsbank. Nach der Übergabe – so der Konsens – sollte die Bank als selbständiges Institut im Ausland, in den Niederlanden, weiter bestehen.

Schließlich wurde das Bankhaus Simon Hirschland im Herbst 1938 unter großen Verlusten an das Essener Bankhaus Burkhardt & Co. verkauft. Diese als „freundschaftliche Arisierung“ oder auch als „freiwillige Geschäftsaufgabe“ bezeichnete Enteignung war unter maßgeblicher Beteiligung der Deutschen Bank zustande gekommen. Allerdings trat diese nicht unmittelbar als Käufer auf.

Die überlebenden, teilweise noch in 1938 emigrierten Familienmitglieder erhielten nach dem 2. Weltkrieg Zahlungen zur Wiedergutmachung. Es wurde jedoch darauf verzichtet, dem mittlerweile in eine Kapitalgesellschaft umgewandelten Unternehmen seinen alten Namen zurückzugeben.

Seit 1910/1911 war das Bankhaus Simon Hirschland in einem repräsentativen Neubau im Essener Bankenviertel untergebracht, der von dem Architekten Carl Moritz geplant wurde. Das Gebäude ist heute nach verschiedenen Besitzerwechseln ein Geschäftshaus der Warenhauskette Galeria Kaufhof.

3. November 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.