Vorsicht, wenn Ihnen Ihre Hausbank bestimmte Geldanlagen empfiehlt. Zum Beispiel Zertifikate. Oder Fonds.
Denn nicht selten bekommt sie dafür Provisionen beziehungsweise sogenannte Kickbacks (Rückvergütungen). Die müsste sie ihnen auf Nachfrage eigentlich offenlegen. Das tun aber die wenigsten Banken, meldet die Verbraucherzentrale Bremen.
Demnach missachten zwei von drei Banken die Vorschriften, wonach Provisionen offenzulegen sind, sobald ein Kunde danach fragt. Üblich sei eine Verweigerung der gewünschten Auskunft oder eine nur unzureichende Information über die Provisionen und Kickbacks.
Besonders häufig komme es bei Zertifikate-Empfehlungen zu solchen Verstößen. Hier würden die Banken nur ungern offenlegen, was sie daran verdienen. Dabei sei diesen Auskunft längst Pflicht gegenüber Verbrauchern.
Tatsächlich entschied der Bundesgerichtshof bereits 2006, dass eine Bank ihre (Verbraucher-)Kunden darüber informieren müssen, welche Vergütungen sie für eine Finanzvermittlung erhalten (Az.: XI ZR 56/05). Sonst könne der Kunde nicht einschätzen, wie groß das Eigeninteresse der Bank an einer solchen Vermittlung sei.
Aber seien wir ehrlich: Dass eine Bank Ihnen die objektiv beste und günstigste Geldanlage empfiehlt, ist ohnehin unwahrscheinlich. Selbstverständlich wird sie an der Vermittlung verdienen wollen.
Deshalb lautet mein Rat an Sie: Verlassen Sie sich niemals nur auf die Beratung Ihrer Bank, und mag sie noch so kompetent sein. Vielmehr sollten Sie sich unabhängig informieren, zum Beispiel über Informationsdienste, Internetportale und Anlegermagazine.
Aber auch hier müssen Sie eine Unterscheidung treffen: Viele dieser Medien sind anzeigenfinanziert. Was heißt, dass die Fondsgesellschaften, Banken und Zertifikateemittenten für Werbung viel Geld an das entsprechende Medium zahlen.
Besser ist es daher, Sie suchen sich wirklich unabhängige Medien. Also solche ohne Werbeanzeigen. Die mögen zwar etwas mehr Geld kosten. Aber Sie bekommen ganz sicher Tipps, die nicht vom finanziellen Eigeninteresse des jeweiligen Herausgebers gesteuert sind.
Nicht vergessen: Am 21. und 22. Oktober 2011 eröffnet in Frankfurt die Messe World of Trading. Der GeVestor Verlag würde sich freuen, Sie dort zu sehen!
Glossar heute: Kickbacks
Kickbacks: So nennt man Rückvergütungen aus dem Fondsverkauf, die die Fondsgesellschaft an den Vermittler des Fonds (zum Beispiel eine Bank) zahlt. Es handelt sich dabei um klassische Provisionen, die üblicherweise aus dem Ausgabeaufschlag finanziert werden, den der Kunde beim Kauf bezahlen muss. Nach aktueller Gesetzeslage muss der Vermittler die Höhe der Kickback-Zahlungen dem Kunden auf Nachfrage offenlegen.



