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Basel I schreibt Banken mehr Eigenkapital vor

Basel I ist ein Meilenstein, der eine verbesserte Solvenz von Banken bewirkt. Diese müssen jetzt eine Eigenkapitalquote von 8% einhalten, wenn sie Kredite vergeben.

Früher bauten Banken oft Kreditgeschäfte auf, ohne angemessenes Eigenkapital vorzuhalten. Zugleich traten immer mehr Insolvenzen auf Seiten der Kreditnehmer auf, die dazu führten, dass die Eigenkapitalausstattung der Banken zunehmend sank. In der Folge dieser Entwicklungen brach 1974 die Herstatt-Bank zusammen.

Daher gründeten die G-10 Länder 1974 den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht mit dem Ziel, die Aufsichtsregeln für den Bankensektor zu vereinheitlichen. Diese verabschiedeten 1988 die Richtlinie Basel I.

Basel I: Das Abkommen von 1988

Vor dem Hintergrund der Herstatt-Pleite entwickelte der Baseler  Ausschuss für Bankenaufsicht das Abkommen Basel I, das den Anteil von Eigenkapital der Banken bei der Kreditvergabe neu regelte. Ziel dieser Richtlinie war die Sicherung und Förderung eines funktionierenden Bankwesens.


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Dabei beinhaltet die Richtlinie die Vorgabe, dass Kreditgeber bei der Kreditvergabe den Kredit mit Eigenkapital unterlegen müssen. Diese Eigenkapitalunterlegung muss mindestens 8% der Kreditsumme betragen. Dabei wird das Eigenkapital benötigt, um Verluste abzufedern und die Zahlungsfähigkeit zu gewährleisten. Kontrolliert wird die Einhaltung dieser Richtlinie durch die Bankenaufsicht.

Durch die Regelungen sollten Sicherheiten geschaffen werden, die Banken vor einem Konkurs geschützt und zugleich einheitliche, internationale Wettbewerbsbedingungen für den Bankensektor etabliert werden. Basel I war ein weltweit anerkannter Kapitalstandard für Banken, der in über 100 Ländern Anwendung fand.

Kritik an Basel I

Die beschriebenen Regelungen wurden einem immer dynamischer werdenden Finanzsystem aber bald nicht mehr gerecht. Alle Kredite – unabhängig vom tatsächlichen Risiko des Kreditnehmers – mussten in gleichem Maße mit Eigenkapital unterlegt werden.

Daher bemängelten Kritiker unter anderem, dass die tatsächlichen Risiken bei der Kreditvergabe durch eine Bank von Basel I nur unzureichend berücksichtigt wurden. Darüber hinaus wurden unter anderen neue Finanzierungsmöglichkeiten und Methoden der Kreditsteuerung nicht erfasst. Daher wurden die Vorgaben überarbeitet und angepasst. Das Ergebnis dieser Modifikationen war die Richtlinie Basel II.

Basel I als Reaktion auf eine Schieflage der Banken

Als Reaktion auf die Insolvenz der Herstatt-Bank sowie die Praxis der Vergabe von Krediten ohne ausreichende Eigenkapitalausstattung verabschiedete der Baseler Ausschuss die Richtlinie Basel I, die den Banken eine Eigenkapitalquote von 8% in Bezug auf die von ihnen vergebenen Kredite vorschrieb.  Von 1988 bis 2006 orientierten sich Banken weltweit an dieser Richtlinie.

Die Kritik an Basel I machte es jedoch erforderlich, dass der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht sich erneut traf und die Richtlinie Basel II ausarbeitete und verabschiedete, die zusätzlich zur Eigenkapitalregelung auf eine weitere Stärkung der Sicherheit des Finanzsystems abzielte.

Insgesamt war die Verabschiedung der Richtlinie Basel I ein erster notwendiger Schritt, der die Sicherheit von Banken auch aus Sicht der Anleger erhöhte, deren Einlagen so besser vor einer möglichen Bankenpleite geschützt wurden.

20. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Dr. Jürgen Nawatzki
Von: Dr. Jürgen Nawatzki. Über den Autor

Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre war Dr. Jürgen Nawatzki u. a. als Finanzberater tätig und hat individuelle Lösungen zur Vorsorge, Immobilienfinanzierung und zum Kapitalaufbau für Privatkunden entwickelt. Als Autor möchte er seinen Lesern Informationen und Hintergrundwissen zu Wirtschafts- und Finanzthemen liefern.