Basiskonto: Das Konto für Jedermann

Auch wenn es für viele unvorstellbar ist: In eine wirtschaftliche Schieflage kann jeder geraten. Sei es aufgrund massiver gesundheitlicher oder familiärer Krisen oder weil man bei dem Neubau oder dem Kauf einer Immobilie Pech gehabt hat – Gründe für eine finanzielle Schieflage gibt es zu Hauf. Bis vor wenigen Jahrzehnten konnte es dann vorkommen, dass die eigene Bank nicht bereit war, das laufende Konto fortzuführen.

Im Jahr 1995 wurde das so genannte Basiskonto als Girokonto für Jedermann von den kreditwirtschaftlichen Spitzenverbänden „Deutsche Kreditwirtschaft“ eingeführt. Ein Basis- oder Jedermann-Konto gewährleistet den Anspruch finanziell schwacher Verbraucher am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen zu können.

Basiskonto – Definition und Betroffene

Ein Basiskonto funktioniert per Definition genau wie ein „normales“ Girokonto: Es ermöglicht den bargeldlosen Zahlungsverkehr, ebenso wie Bar-, Ein- und Auszahlungen. Geldinstitute dürfen niemandem mehr verwehren, ein Konto zu eröffnen. Auch Wohnungslose und Personen ohne Aufenthaltsstatus, wie Asylsuchende, haben einen Anspruch darauf. Einzige Voraussetzung: Der Kunde muss geschäftsfähig sein – also im Alter von mindestens 18 Jahren.

Durch das Basiskonto soll Verbrauchern der Zugang zu einem Girokonto ermöglicht werden, denen aufgrund von negativen Schufa-Auskünften, Kontopfändungen und ähnlichen Gründen das bisherige Girokonto gekündigt wurde und denen daher die Eröffnung eines neuen Girokontos verweigert wird. Nachdem das Basiskonto eingeführt wurde, wuchs die Zahl der Girokonten zwischen 1999 und 2006 von 1,1 Mio. auf etwa 2. Mio.


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Grundsätzlich handelt es sich bei dem Basiskonto um ein Konto auf Guthabenbasis. Der Kunde erhält normalerweise kein Recht, Schulden zu machen – es gibt also keine Möglichkeit das Konto zu überziehen. Im Vergleich zu anderen Zahlungskonten erhalten Inhaber eines Basiskontos besonderen Schutz. Kreditinstitute dürfen nur angemessene Gebühren erheben und die Möglichkeiten zur Kündigung durch die Bank sind deutlich eingeschränkt.

Gründe für die Ablehnung eines Basiskontos

Allerdings gilt die Pflicht der Kreditinstitute, jedem Kunden ein solches Konto anzubieten, nicht uneingeschränkt: Die Eröffnung oder Fortführung eines Basiskontos ist nach den Empfehlungen der Deutschen Kreditwirtschaft unzumutbar, wenn:

  • der Bankkunde falsche Angaben macht, die für das Vertragsverhältnis wesentlich sind
  • nicht klar ist, ob das Institut die üblichen Gebühren und Entgelte für die Kontoführung erhält
  • dem Kunden Missbrauch der Leistungen des Kreditinstitutes nachgewiesen werden können, vor allem wegen gesetzeswidriger Transaktionen wie Geldwäsche und Betrug
  • der Kunde andere Kunden oder Mitarbeiter der Bank vorsätzlich gefährdet oder belästigt
  • der Zweck der Nutzung des Kontos zur Teilnahme am bargeldlosen Zahlungsverkehr nicht gegeben ist, beispielsweise weil das Konto ein Jahr lang umsatzlos geführt wird oder durch Handlungen vollstreckender Gläubiger blockiert ist
  • der Kunde die weiteren Vereinbarungen nicht einhält

Durch das Basiskonto können auch finanziell schwache Verbraucher am bargeldlosen Zahlungsverkehr teilnehmen. Es leistet somit einen Beitrag dazu, dass wirtschaftlich schwache Menschen nicht noch weiter ausgegrenzt werden.

29. November 2016

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.

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