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Bauherren aufgepasst: Forward-Darlehen sichern niedrige Zinsen

Eines der spannendsten Kapitel beim Bau eines Eigenheims oder beim Kauf einer Immobilie ist deren Finanzierung. Jeder Hausbesitzer möchte sich natürlich die niedrigsten Darlehenszinsen sichern. Das gelingt unter anderem mit einem so genannten Forward Darlehen.

Ein Forward-Darlehen ist ein Instrument der Anschlussfinanzierung. Denn damit können sich Immobilieneigentümer schon heute die derzeit günstigen, attraktiven Konditionen sichern – auch, wenn die bestehende Finanzierung erst in einigen Jahren ausläuft.

Und obwohl es das Forward-Darlehen erst seit 1998 gibt, ist es inzwischen ein häufig genutztes Instrument der Immobilienfinanzierung.

Forward-Darlehen: sehr gute Konditionen für Anschlussdarlehen

Bei einem Forward-Darlehen geht es um die Reservierung von günstigen Zinskonditionen eines Immobilienkredits. In der heutigen Zeit ist die Reservierung der niedrigen Zinsen bis zu 66 Monate möglich.


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Praktisch funktioniert das so: Der Kreditnehmer unterzeichnet heute einen Vertrag, ruft jedoch das Geld erst nach einigen Jahren ab. Diese Vorlaufzeit wird auch als Forward Periode bezeichnet. Und diese Zeit lassen sich die Kreditinstitute bezahlen, nämlich mit zwischen 0,02 und 0,04 Prozentpunkten pro Monat.

Beispiel: Aktuell können Kunden bei einer günstigen Bank mit einem Effektivzins von etwa 2,5% rechnen. Wenn ein Kreditnehmer seine Baufinanzierung erst in 24 Monaten erneuern muss, kann er sich für die Forward Variante entscheiden. Demnach läge ein Angebot etwa bei 3%.

Mit den Forward-Rechnern die günstigsten Angebote finden

Weil eine Reihe von Kreditinstituten für 6 bis 15 Monate auf den Forward-Aufschlag verzichtet, können sich die Angebote entsprechend verbessern.

Im Internet gibt es einige Forward-Rechner, mit denen sich – individuell angepasst – die günstigsten Banken finden lassen. Rechner gibt es beispielsweise auf den Websites vom Handelsblatt oder der WirtschaftsWoche.

Wann ist ein Forward-Darlehen sinnvoll?

Generell sollte sich ein Bauherr für ein Forward-Darlehen entscheiden, wenn er der Überzeugung ist, dass die Zinsen in den kommenden Jahren steigen werden. Und zwar stärker steigen als die Forward-Finanzierung kostet.

Alternativ können Immobilien-Finanzierer auch abwarten, weil es durchaus möglich ist, dass das Zinsniveau sich vorerst nicht verändert. Auf diese Weise würden die Vorlaufzeit kürzer und die Kosten geringer ausfallen.

Natürlich gibt es für Darlehensnehmer keine Garantie darauf, ob die Zinsen sich so verhalten, wie sie es erwarten. Schließlich muss jeder Bauherr nach seinen eigenen Gegebenheiten und Vorstellungen entscheiden, wie er bei der Finanzierung seiner Immobilie vorgehen möchte.

Wichtig: Auch bei einem Forward-Darlehen fallen bei einem Bankwechsel für eine Umschuldung Zusatzkosten für Notar und Grundbuchamt für das Löschen und Abtreten bzw. Neueintragen der Grundschuld an.

Dennoch sollten Immobilien-Finanzierer Forward-Darlehen als Form der Anschlussfinanzierung im Fokus behalten. Denn wenn ein Kredit ausläuft, bietet sich dies durchaus als sinnvolle Alternative an.

30. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.