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Baumängel: Bei Schwarzarbeit bleiben Bauherren auf den Kosten sitzen

Es ist natürlich verführerisch, wenn man einen Handwerker im Bekanntenkreis hat, seine Leistungen unter der Hand zu beziehen, wenn man ein Haus baut. Das kann man aus rein menschlicher Sicht sicherlich nachvollziehen – gerade bei dem Kostenblock, der einem beim Hausbau entgegenkommt. Doch es gibt neben der Unrechtmäßigkeit klare Fakten, die deutlich dagegen sprechen!

Ein klarer Rat: Man sollte sich davor hüten, Bau-, Umbau- oder auch nur Renovierungsarbeiten in Schwarzarbeit durchführen zu lassen. Denn selbst wenn diese Schwarzarbeit nicht auffällt, kann es gravierende Folgen geben.

Das wird durch ein aktuelles Urteil des BGHs noch deutlicher (11.06.2015, Az. VII ZR 216/14). Denn das hat ganz eindeutig gezeigt – Auftraggeber haben hier keine Hilfe durch das Gericht zu erwarten.


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8.300 Euro  – nie wieder gesehen!

Im entschiedenen Fall ging es um eine Dachreparatur, die ein Unternehmen für einen Werklohn von 10.000 Euro durchführen sollte. Vereinbart war der (rechtswidrige) Verzicht auf die Berechnung der Umsatzsteuer.

Die Arbeiten wurden beendet und der Auftraggeber zahlte das vereinbarte Entgelt. Doch dann stellte er Mängel fest! Er sah erst nach der Bezahlung, dass die Reparatur keineswegs rechtmäßig durchgeführt wurde. Deshalb verlangte er 8.300 Euro vom Auftragnehmer zurück. Doch dieser weigerte sich, das Geld zurück zu zahlen.

BGH verweigert Anspruch auf Erstattung

In der ersten Instanz hatte der Auftraggeber Erfolg. Ihm wurde die Rückerstattung zugesprochen. Doch das sah der BGH anders. Hier scheiterte er mit seiner Klage und blieb stattdessen auf dem Schaden sitzen.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung so: Es sei richtig, dass der Auftraggeber auf seinem Schaden sitzen bliebe. Immerhin habe er mit diesem Auftrag gegen das Schwarzarbeitsgesetz verstoßen. Deshalb habe weder der Besteller einen Anspruch auf ordnungsgemäße Ausführung und  auf Gewährleistung, falls Mängel bestünden. Das gilt auch für einen Auftragnehmer: Dieser kann bei einem schwarz vereinbarten Werkvertrag keine Vergütung verlangen.

Fazit: Rechtlicher Schutz ist bei Schwarzarbeit nicht gewährleistet

Wenn man sich im rechtfreien Raum bewegt, muss man auch mit den Konsequenzen leben. Wenn man also Aufträge „schwarz“ vergibt, muss man sich auch bewusst darüber sein, dass man rechtlich nicht geschützt ist.

Man kann sich nicht darauf verlassen, von einem Gericht Hilfe zu bekommen, wenn es später womöglich um Gewährleistungsansprüche geht. Dieser Fall zeigt sehr deutlich, wie viel Geld dadurch verloren gehen kann.

Ein Rat: Schwarzarbeit ist definitiv Sparen an der falschen Ecke. Daher sollte man sich lieber rechtmäßig verhalten und sich dadurch die Ansprüche sichern, die entstehen, falls es zu Mängeln kommt. Das ist im Baugewerbe nämlich viel zu häufig der Fall.

25. August 2015

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Yannick Esters
Von: Yannick Esters. Über den Autor

Yannick Esters schreibt für den GeVestor-Newsletter "Immobilien-Telegramm" und ist Fachmann für die Immobilien-Branche.