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Bausparvertrag: Bindungsfrist ist wichtig zu beachten

Grundsätzlich hat ein Bausparvertrag das Ziel, über Jahre hinweg anzusparen, um dann ein zinsgünstiges Darlehen zu bekommen.

Mit dieser Bausparsumme, also angespartes Geld plus Darlehen, kann sich der Bausparer dann etwa ein Haus oder eine Wohnung kaufen oder das Geld in die Renovierung seiner vier Wände investieren.

Zinsen und Prämien machen Bausparverträge attraktiv

Das angesparte Geld wird zu einem vertraglich festgelegten Satz verzinst. Darüber hinaus winken dem Sparer aber noch zusätzliche Prämien, wie die Wohnungsbauprämie oder die Arbeitnehmersparzulage.

Diese Prämien sind aber an Voraussetzungen gebunden – und hier kommen die Bindungsfristen ins Spiel.

Einfach gesagt sind damit Zeiträume benannt, die der Sparer einhalten und abwarten muss, damit er die in Aussicht gestellt Prämien auch bekommt.

Alte und neue Verträge

Dabei spielt eine entscheidende Rolle, wann der Vertrag geschlossen wurde. Bei Bausparverträgen, die vor dem Jahr 2009 abgeschlossen wurden gilt, dass nach Ablauf der Bindungsfrist von sieben Jahren der Sparer frei über das Sparguthaben und die Wohnungsbauprämie verfügen kann.

Nur für den Fall, dass man die angesparte Summe vor dem Ablauf dieser Bindungsfrist von sieben Jahren verwenden möchte, muss man einen Nachweis erbringen, dass man das Geld wirklich in wohnwirtschaftliche Projekte steckt, um auch die Wohnungsbauprämie einstreichen zu können.

Wohnungsbauprämie in Neuverträgen

Bei neueren Verträgen ab 2009 sind die Bestimmungen strenger geworden. Von da an gilt grundsätzlich, dass die Wohnungsbauprämie zweckgebunden ist.

Es muss also auch nach dem Ablauf der Bindungsfrist das Geld für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet werden, wenn man vom Staat die Wohnungsbauprämie ausgezahlt haben will.

Ausnahme junge Menschen unter 26

Wer allerdings als junger Mensch unter 26 Jahren schon ans Bausparen denkt und einen Vertrag abschließt, der kann nach Ablauf der Bindungsfrist von sieben Jahren das angesparte Geld verwenden, wofür er will – er bekommt trotzdem die Wohnungsbauprämie ausbezahlt.

Bindungsfrist bei der Arbeitnehmersparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine weitere Prämie, die Bausparern winkt. Sie liegt etwas niedriger als die Wohnungsbauprämie bei rund 43 Euro pro Jahr für ledige Personen.

Hier ist es nach wie vor so, dass der Sparer nach Ablauf der sieben-jährigen Bindungsfrist die Prämie ausgezahlt bekommt, egal, wofür er das Geld verwenden möchte.

Das liegt daran, der Name sagt es schon, dass die Arbeitnehmersparzulage Arbeitnehmer fördern will, die überhaupt ansparen und damit ihre Zukunft sichern wollen.

Es prüfe, wer sich siebenjährig bindet

Grundsätzlich sollte man die Bindungsfristen also im Auge haben, wenn man plant, einen Bausparvertrag abzuschließen. Denn neben den Zinsen auf das angesparte Geld sind die Prämien, die Vater Staat dem Bausparer zahlt, ein wesentliches Kriterium dafür, wie lukrativ ein Bausparvertrag für den Sparer ist.

Es gilt dabei: Wer die Bindungsfristen einhalten kann, ist in jedem Fall im Vorteil.

Denn wer den Bausparvertrag vor Ablauf der Bindungsfristen kündigt, verzichtet in jedem Fall auf einen Teil der Rendite, die Bausparverträge in den meisten Fällen in Form der Prämien erst lukrativ machen.

19. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.