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Geldvernichtung oder sinnvolle Anlageform: Der Bausparvertrag

Bausparverträge gehören zu den am meisten verbreiteten Anlageformen in Deutschland. Wer sein erstes Geld verdient und sich bei einer Bank über Anlagemöglichkeiten informieren möchte, bekommt häufig auch einen Bausparvertrag empfohlen.

Die Pro-Argumente sind Folgende: Es ist eine sichere Anlageform, das Guthaben wird verzinst und außerdem kann man auch noch staatliche Zuschüsse erhalten! Und wenn der Bausparvertrag dann zuteilungsreif ist, kann man auch noch ein Darlehen mit günstigen Zinsen bekommen. Doch es gibt auch Stimmen, die sich gegen Bausparverträge aussprechen, sie sogar als Geldvernichtung bezeichnen.

Geldvernichtung: Kritik an Bausparverträgen

Wird im Zusammenhang mit Bausparverträgen von Geldvernichtung gesprochen, dann gibt es einige Punkte, die an dieser Stelle meist zur Sprache kommen. Zum einen sind es die Abschlussgebühren, die bei einem Vertragsabschluss für einen Bausparvertrag fällig werden. Diese betragen im Regelfall 1,0 bis 1,6% der Bausparsumme.

Wie umstritten diese Gebühr ist, zeigt eine Klage der Verbraucherzentrale NRW gegen eine Bausparkasse. Der Bundesgerichtshof bestätigte jedoch die Zulässigkeit der Abschlussgebühr und lehnte die Klage ab.

Umstritten ist neben der Höhe der Gebühr vor allem auch die Tatsache, dass man bei vorzeitiger Kündigung oder Nichtinanspruchnahme des Darlehens meist keine volle oder auch nur teilweise Erstattung der Abschlussgebühr erhält.

Ein weiterer Kritikpunkt an Bausparverträgen ist der niedrige Prozentsatz, mit dem das Sparguthaben verzinst ist. Dieser würde, so die Kritiker, höchstens die Inflationsrate ausgleichen, nicht aber zu einer realen Kaufkrafterhöhung führen.

Je nach Bauspartarif kann es auch noch zu weiteren Kosten kommen, wenn das Bauspardarlehen in Anspruch genommen und zugeteilt wird. So muss man sich zunächst einmal mit hohen Kosten und einem niedrigen Zinssatz abfinden, bevor man von den Vorteilen eines Bausparvertrags profitieren kann.

Ein Bausparvertrag muss keine Geldvernichtung sein

Bei all diesen Kritikpunkten hat ein Bausparvertrag jedoch auch seine Vorzüge. So gibt es staatliche Zuschüsse in Form der Arbeitnehmersparzulage oder der Wohnungsbauprämie. Auch ist der Zinssatz für das Bauspardarlehen in der Regel sehr niedrig, wobei an dieser Stelle auch zu beachten ist, dass das Darlehen häufig über einen vergleichsweise kurzen Zeitraum getilgt werden muss.

Sparer, die Anspruch auf die staatlichen Prämien haben und sich zudem sicher sind, dass sie das Darlehen beanspruchen werden, können mit einem Bausparvertrag durchaus eine gute Wahl treffen.

Dann gilt es aber, diszipliniert zu sein und das vertraglich gesteckte Ziel zu erreichen. Kündigt man vorzeitig oder nutzt das Darlehen nicht, sieht die Rechnung schnell ganz anders aus.

Prüfen Sie verschiedene Angebote

Es gibt viele verschiedene Bauspartarife und es lohnt sich, sie miteinander zu vergleichen. Die individuellen Bedürfnisse, Ziele und Möglichkeiten sind sehr verschieden und sollten berücksichtigt werden.

Man sollte aber auch stets über den Tellerrand schauen. Andere Anlageformen können wesentlich rentabler sein und für den Einzelnen kann sich ein Bausparvertrag tatsächlich schnell zu einer Geldvernichtung entwickeln.

Folgende Überlegung sollte man zugrunde legen: Man zahlt jahrelang in einen Bausparvertrag ein. In dieser Zeit wird das Guthaben niedrig verzinst. Im Anschluss kann ein zinsgünstiges Darlehen in Anspruch genommen werden.

Zeitgleich könnte man das Gesparte auch rentabler anlegen. So hätte man am Ende der Sparzeit mehr Eigenkapital und müsste einen niedrigeren Kredit aufnehmen. Dieser wäre dann jedoch höher verzinst.

Eine genaue Rechnung ist also wichtig. Nur so kann man entscheiden, ob ein Bausparvertrag für einen selbst eine lohnende Anlageform oder doch reine Geldvernichtung ist.

12. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.