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Bausparvertrag in der Insolvenz

Viele Menschen schließen Bausparverträge mit der Perspektive ab, irgendwann in der Zukunft den Traum der eigenen vier Wände verwirklichen zu können.

Dabei unterteilt sich die Vertragszeit in zwei unterschiedliche Perioden – die Ansparzeit und die Tilgungszeit.

Denn nachdem man über in der Regel sieben bis acht Jahre Geld in den Vertrag eingezahlt hat, winkt nach der Zuteilung des Bausparvertrages ein zinsgünstiges Darlehen, mit dem man sich den Traum des eigenen Hauses erfüllen kann.

Guthaben des Bausparvertrages gilt als Vermögen

Allerdings gilt das in einem Bausparvertrag angesparte Geld grundsätzlich als Vermögen. Und ein Schutz vor dem Zugriff auf dieses Vermögen in Folge von Pfändungen oder auf Grund einer Privatinsolvenz besteht nicht.

Das heißt also, dass das Geld in einem Bausparvertrag, wenn es hart auf hart kommt, im Falle einer Insolvenz verloren sein kann.


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Der Fall einer Privatinsolvenz

Genau genommen heißt die Insolvenz einer Privatperson Verbraucherinsolvenz. Sie ist eine Reaktion auf die zunehmende Überschuldung von Privatpersonen und stellt ein vereinfachtes Insolvenzverfahren dar.

Ziel ist es einerseits, die Forderungen der Gläubiger möglichst zu befriedigen. Andererseits soll dem Schuldner ermöglicht werden, nach Ablauf des Verfahrens wieder auf eigenen Beinen stehen zu können – und das möglichst schuldenfrei.

Die Gläubiger bedienen – auch mit dem Bausparguthaben

Die Forderungen der Gläubiger können auch aus einem vorhandenen Bausparguthaben bedient werden. Denn grundsätzlich fließen alle Vermögenswerte des Schuldners in das Verfahren mit ein und werden verwertet.

Nach Abzug der Verfahrenskosten wird also auch ein Bausparguthaben als pfändbares Vermögen an die Gläubiger ausgeschüttet.

Die Gläubiger bedienen – auch mit einem Haus

Wenn jemand mit Hilfe eines Bausparvertrages ein Haus gebaut hat oder sich eine Wohnung gekauft hat, fließt das auch in das Insolvenzverfahren ein.

Allerdings ist es hier Abwägungssache, ob eine Zwangsversteigerung sinnvoll ist oder nicht. Gewöhnlich gibt es bei einer Zwangsversteigerung weniger Erlös als bei einem freien Verkauf einer Immobilie.

So gesehen haben beide Parteien, der Schuldner und die Gläubiger ein Interesse daran, das Haus möglichst zu verkaufen und nicht zwangszuversteigern.

Vollstreckungsgericht ist für Bausparverträge zuständig

Für die Pfändung eines Bausparvertrages ist nicht der Gerichtsvollzieher zuständig, weil der betreffende Vermögenswert, der Bausparvertrag also, nicht beim Schuldner liegt sondern bei einer Bausparkasse.

Daher muss die Forderung durch ein Vollstreckungsgericht bei der betreffenden Bausparkasse gepfändet werden.

Riester-Bausparer sind geschützt

Anders verhält es sich beim so genannten Wohn-Riester. Denn wie die gewöhnliche Riester-Rente so sind auch Riester-Bausparverträge vor Pfändungen und Forderungen geschützt.

Für den Schuldner bleibt das in einem Riester-Vertrag eingezahlte Vermögen im Unterschied zum Bausparvertrag also erhalten. Allerdings kann es dann sein, dass das die so erworbene Immobilie voll angerechnet wird.

In diesem Fall könnte das also dazu führen, dass es nur geringes oder gar kein Arbeitslosengeld II für den Schuldner gibt.

13. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.