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Bausparvertrag oder Riester-Rente: Was lohnt sich mehr?

Wenn es um die Finanzierung eines Eigenheims in der Zukunft geht, denken die meisten Menschen in Deutschland wohl an den klassischen Bausparvertrag. Spätestens seit dem Jahr 2008 aber gibt es eine sinnvolle Alternative – das Wohn-Riestern.

Wer die Wahl hat, hat die Qual – jeder sollte für sich genau prüfen, welche Form der Vermögensbildung für sich die sinnvollere Variante ist.

Riester bedeutet Eigenheim!

Einen grundlegenden Unterschied gibt es nämlich zwischen beiden Sparformen: Der Riester-Sparer darf von seinem Geld nur bauen oder kaufen. Die Modernisierung bestehender Häuser oder Wohnungen darf er damit nicht finanzieren.

Das ist bei Bauverträgen möglich. Bausparverträge sind aber noch in einer zweiten Hinsicht wesentlich flexibler: Der klassische Bausparer darf mit dem Bauspar-finanzierten Wohnprojekt machen, was er will: Er kann es vermieten, verkaufen oder selbst darin wohnen. Der Riester-Bausparer steht dagegen sozusagen unter staatlicher Aufsicht.

Und die legt fest, dass der Sparer selbst darin wohnen muss – und zwar als Hauptwohnsitz. Kurz: Die Riester-Förderung tritt nur bei im engen Wortsinn Eigen-Heimen in Kraft.

Der Verkauf vom Riester-Haus

Natürlich darf auch der Besitzer eines Riester-finanzierten Hauses dieses Haus verkaufen. Allerdings muss er dann den Förderbetrag des Wohn-Riesters innerhalb eines Jahres wieder in einen Riester-Vertrag einzahlen oder damit eine neue Immobilie bauen oder kaufen.

Für diesen Kauf oder Neubau wiederum darf er sich vier Jahre Zeit nehmen. Kommt er innerhalb dieser Zeit nicht zu einem Abschluss, muss er die die staatlichen Zulagen schließlich zurückzahlen – mitsamt den Steuervorteilen, die er durch den Riester-Vertrag realisiert hatte.

Hat er das neue Haus innerhalb der Frist gebaut oder eine neue Immobilie gekauft, muss er schließlich auch diese vier Wände wieder selbst bewohnen. Das Wohn-Riestern bringt also zwar mehr Einschränkungen mit sich, hat aber auch einen Vorteil.

Wer einmal in die missliche Lage längerer Arbeitslosigkeit gerät, dem darf das Riester-Haus nicht gepfändet werden. Zudem fallen die Zinsen, die er für den Riester-Wohnvertrag bekommt, nicht unter die Abgeltungssteuer.

Bausparer leben flexibler

Daher lebt oder wohnt der Bausparer grundsätzlich flexibler. Wer also die Mittel und Möglichkeit hat, auf das Wohn-Riestern zu verzichten und in der Lage ist einen Bausparvertrag abzuschließen, dem ist auch dazu zu raten.

Denn dann kann er den Bausparvertrag und das Wohneigentum flexibel verwalten – er kann darin wohnen, es aber auch einfach nur als Kapitalanlage nutzen und später wieder zu Geld machen.

Wohn-Riester für längere Zeiträume

Wer sein Eigenheim über Wohn-Riester finanziert, der kann über längere Zeiträume profitieren. Denn während man Bausparverträge üblicherweise über acht Jahre ansparen und tilgen muss, ist die Riester-Wohnfinanzierung auf längere Zeiträume ausgelegt.

Einschränkung hier: Bis Ende des 68. Lebensjahres muss das Riester-finanzierte Haus abbezahlt, das Darlehen also getilgt sein. Wohn-Riestern lohnt sich also vor allem für jüngere Menschen, die noch eine lange Ansparphase vor sich haben.

Wer bereits einen Riester-Vertrag begonnen hat, kann den auch in einen Wohn-Riester-Sparvertrag umwandeln lassen. Am einfachsten geht das natürlich, wenn  der Anbieter beider Formen von Riester-Verträgen anbietet.

13. Oktober 2010

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.