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Bausparvertrag oder Riester-Rente – eine schwierige Entscheidung

Die Riester-Rente wurde eingeführt, um die freiwillige und private Altersvorsorge attraktiver zu machen.

Damit soll die Gefahr von Altersarmut eingedämmt und durch staatliche Zuschüsse ein Anreiz geschaffen werden, selbst vorzusorgen.

Seit 2008 gibt es neben den klassischen förderfähigen Sparformen wie Bank- oder Fondssparplan auch noch die Eigenheimrente, häufig auch Wohn-Riester genannt.

Der Grundgedanke hinter Wohn-Riester als Bestandteil der Altersvorsorge leuchtet ein: Wer seinen Ruhestand in den eigenen vier Wänden verbringt, muss keine Miete zahlen und hat somit einen größeren finanziellen Spielraum.

Aber Riester-Rente in Form von Wohn-Riester muss nicht unbedingt die richtige Wahl sein. Zwischen riester-geförderten und klassischen Bausparverträgen gibt es Unterschiede, die für den Einzelnen von großer Bedeutung sein können.

Die Höhe der möglichen Zulagen ist sehr unterschiedlich

Ein zentraler Unterschied zwischen einem klassischen Bausparvertrag und einem Wohn-Riester-Bausparvertrag ist die Höhe der staatlichen Zuschüsse.

Bei einem klassischen Produkt können Zuschüsse von insgesamt rund 88,- Euro pro Jahr in Anspruch genommen werden, sofern die erforderlichen Kriterien erfüllt werden.

Beim Wohn-Riester sind die möglichen Zuschüsse deutlich höher. Um die maximale Riester-Förderung zu erhalten, müssen vier Prozent des Bruttoeinkommens des Vorjahres eingezahlt werden.

Ist dies erfüllt, beträgt die Grundzulage 154,- Euro pro Jahr. Hinzu kommen Kinderzulagen für kindergeldberechtigte Kinder.

Die Kinderzulage beträgt 185,- Euro pro Jahr und bei Kindern, die ab 2009 geboren wurden, sogar 300,- Euro pro Jahr. Somit sind gerade für junge Familien sehr hohe Zulagen möglich.

Unterschiede bei Verwendung und Folgekosten

Bei einem riester-geförderten Immobilienkauf ist vor allem zu beachten, dass das Eigentum selbst bewohnt und der eigene Lebensmittelpunkt sein muss.

Bei einem klassischen Bausparvertrag ist in der Regel das Darlehen auch zweckgebunden und auch die Wohnungsbauprämie setzt eine Verwendung für wohnwirtschaftliche Zwecke voraus.

Jedoch können hier auch Investitionen in Modernisierungsmaßnahmen getätigt werden. Auch der Kauf einer Immobilie zum Zwecke der Vermietung ist möglich.

Wichtig ist auch, dass bei einem durch (Wohn-)Riester-Rente geförderten Immobilienkauf eine dauerhafte Bindung an die Immobilie entsteht. Das bedeutet, dass ein Verkauf eines Hauses an klar definierte Auflagen gebunden ist.

So muss man bei einem Verkauf innerhalb von vier Jahren den Erlös in ein neues Objekt oder ein anderes Riester-Produkt investieren.

Auch die Folgekosten sind zu beachten: Während bei einem klassischen Bausparvertrag nach der Tilgung die Akte geschlossen ist, werden Riester-Produkte, also auch Wohn-Riester, dauerhaft versteuert.

Bei einer riester-geförderten Immobilie führt das Finanzamt also ein fiktives Konto, auf dem der eigene Sparanteil, staatliche Zulagen und Tilgungsraten verzeichnet sind. Diese werden jährlich mit zwei Prozent verzinst.

Für wen Wohn-Riester lohnenswert ist

Ist man sich sicher, bis zum Ende des Lebens in den eigenen vier Wänden wohnen zu wollen und zu können, ist Wohn-Riester grundsätzlich interessant.

Wie viele Bausparprodukte sind auch die riester-geförderten Verträge nicht der Inbegriff der Flexibilität, so dass man diszipliniert und konsequent zu einer langfristigen Bindung bereit sein sollte.

Große Profiteure können wegen der Kinderzulage vor allem kinderreiche Familien sein. Auch für Gutverdienende kann sich Wohn-Riester lohnen, da der eigene Sparanteil zunächst nicht besteuert wird.

Auch hier gilt jedoch, dass die individuelle Situation darüber entscheidet, welches Produkt am sinnvollsten ist.

16. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.