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Bausparvertrag auf dem Prüfstand

Bauspareverträge sind grundsätzlich sinnvoll für Menschen, die über lange Zeiträume planen.

Denn die Vorteil eines Bausparvertrages liegen im Wesentlichen an zwei Eigenschaften: Zum einen bekommt der Sparer auf sein angespartes Geld Zinsen sowie zusätzlich dazu auch noch Prämien vom Staat. Zum anderen hat der Sparer in der zweiten Hälfte der Vertragslaufzeit ein Anrecht auf ein zinsgünstiges Darlehen, das er zum Bauen zusätzlich verwenden kann.

Ansparzeit und Darlehenszeit

In der ersten Hälfte der Vertragslaufzeit spart der Anleger Gelder an. Die Höhe dieser Einzahlungen ist frei verhandelbar mit der jeweiligen Bausparkasse. Der Anleger sollte sich also gut überlegen, wie viel Geld er monatlich zur Verfügung hat, das in den Bausparvertrag fließen kann und soll.

Das angesparte Geld wird verzinst, am Ende hat der Anleger also schon wegen der Zinsen mehr Geld zur Verfügung als das, was er eingezahlt hat.

Zuteilung und Darlehen

Am Ende der Ansparzeit von meist mehreren, in der Regel sieben bis acht Jahren, erfolgt die Zuteilung des Bausparvertrages durch die Bausparkasse. Die prüft, ob die Bedingungen erfüllt sind, um das Darlehen zu gewähren, ob sie es also zuteilen kann.

Das Darlehen ist meist noch einmal so hoch wie die angesparte Summe. Mit diesem Darlehen lässt sich nun also ans Bauen eines Hauses oder das Renovieren der eigenen vier Wände denken. Nach der Ansparzeit zahlt der Sparer weiter in den Bausparvertrag ein, um das vergleichsweise zinsgünstige Darlehen zu tilgen. Auch die Rückzahlungs- oder Darlehensphase ist auf mehrere Jahre angelegt.

Lange Laufzeiten

Das Beispiel zeigt bereits: Bausparverträge sind sinnvoll für denjenigen, der lange Zeiträume im Blick hat, meist macht ein Bausparvertrag erst ab einer Perspektive von über zehn Jahren Sinn.

Zudem sollte man auch bedenken, dass zwar die Zinsen für das Darlehen vergleichsweise niedrig ausfallen; dafür ist aber auch der Zins auf das angesparte Geld nicht besonders üppig bemessen.

Rechnet man den Anteil der Inflation hinein, also der schleichenden Geldentwertung, die die Europäische Zentralbank übrigens bei rund zwei Prozent sieht und auch dort halten will, sollte der Blick auf die Zinsen also nicht der entscheidende Grund für die Entscheidung sein, ob ein Bausparvertrag in der jeweiligen Lage sinnvoll ist oder nicht.

Zwei Staatsprämien winken dem Bausparer

Allerdings gibt es noch zwei mögliche Boni für Bausparer. Denn der Staat zahlt auf Bausparverträge zwei Prämien – die Wohnungsbauprämie und die Arbeitnehmersparzulage.

Die Arbeitsnehmersparzulage zahlt der Staat als Belohnung für diejenigen Arbeitnehmer, die Vermögen aufbauen wollen. Sie gilt für Bausparverträge und andere Sparformen und ist in Bausparverträgen nicht an einen Zweck gebunden.

Wer seinen Bausparvertrag auszahlen lassen will und das angesparte Geld etwa für den Kauf eines Autos verwenden will, darf das tun. Und soweit der Sparer die Bindungsfristen einhält, bekommt er auch die Arbeitnehmersparzulage ausgezahlt.

Die Wohnungsbauprämie dagegen ist wie der Name es schon sagt zweckgebunden. Sie muss auf jeden Fall in ein „wohnwirtschaftliches Projekt“ fließen. Sollte man sich das angesparte Geld in einem Bausparvertrag also für andere Dinge auszahlen lassen wollen, verfällt auch der Anspruch auf die Wohnungsbauprämie.

Wer bereits früh und sicher weiß, dass sein größter Traum die eigenen vier Wände sind, für den kann ein Bausparvertrag sinnvoll sein. Auch hier sollte sich der Sparer die Konditionen aber genau anschauen und zwischen den verschiedenen Angeboten vergleichen.

13. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Fehr
Von: Michael Fehr. Über den Autor

Michael Fehr wirkt seit fast zwei Jahrzehnten am internationalen Finanzplatz Frankfurt, ist ausgewiesener Finanz- und Wirtschaftsjournalist: Er arbeitete unter anderem für die Deutsche Börse AG, das ARD-Börsenstudio und die Financial Times Deutschland.