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Bausparvertrag – wie sinnvoll ist ein Abschluss?

Sie wollen in Zukunft ein Grundstück kaufen, ein Haus bauen oder Ihre Immobilie renovieren? Klarer Fall, ein Bausparvertrag muss her! Oder doch nicht? Bausparen gehört zu den ältesten und am meisten verbreiteten Formen der Vermögensbildung für wohnwirtschaftliche Maßnahmen.

Man sollte sich vor einem Abschluss dennoch sehr genau überlegen, ob ein Bausparvertrag für die geplanten Zwecke wirklich sinnvoll ist. Pauschal lässt sich diese Frage nämlich nicht beantworten.

Die Grundzüge und Vorteile eines Bausparvertrags

Vereinfacht ausgedrückt funktioniert ein Bausparvertrag so: Zunächst wird gespart, dann ein Darlehen gewährt und danach dieses wieder zurückgezahlt.

Es wird also zunächst bis zum Erreichen eines festgelegten Mindestsparguthabens eingezahlt. In dieser Phase offenbart sich schon ein klarer Vorteil des Bausparvertrags: es sind Zuschüsse möglich.

Sinnvoll wird ein Bausparvertrag somit zum Beispiel durch die Arbeitnehmersparzulage oder die Wohnungsbauprämie. Durch diese Beträge kann sich die Rendite auf das Sparguthaben beträchtlich erhöhen, was aber auch daran liegt, dass das eigentliche Zinsniveau für das Guthaben meist recht niedrig ist.

Wenn das Mindestsparguthaben erreicht ist und sonstige Voraussetzungen erfüllt sind, wird das vertraglich vereinbarte Darlehen gewährt. Dieses kann nun für wohnwirtschaftliche Maßnahmen verwendet werden.

Das Darlehen muss nun wieder getilgt werden. Dabei wurde der Zinssatz für das Darlehen bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. In der Regel ist der Zinssatz recht attraktiv.

Hier zeigt sich ein weiterer Vorteil des Bausparvertrags: Es kann jederzeit eine teilweise oder komplette Rückzahlung des Darlehens erfolgen, ohne dass die sonst üblichen Vorfälligkeitsentschädigungen zu entrichten sind.

Die Nachteile eines Bausparvertrags

Der erste Nachteil eines Bausparvertrags zeigt sich schon beim Abschluss: Es wird die sogenannte Abschlussgebühr fällig. Diese beträgt meist 1,0 bis 1,6 Prozent der Bausparsumme (Bausparsumme = Sparbetrag + Darlehen). Ist also beispielsweise eine Bausparsumme von 30.000,- Euro vereinbart, werden 300,- bis 480,- Euro fällig.

Ein weiterer Nachteil ist der Zeitpunkt der Zuteilung. Dieser kann sich verzögern, so dass sich ein Bausparer nicht sicher auf einen bestimmten Zeitpunkt verlassen kann. Hintergrund dafür ist, dass ein Darlehen überwiegend aus dem Guthaben anderer, nicht zuteilungsreifer Bausparverträge finanziert wird. Da diese Guthaben schwanken, kann es zu Verzögerungen kommen.

Wichtig ist zudem die Tatsache, dass die Tilgung zumeist auf zehn bis zwölf Jahre ausgelegt ist. Deshalb sind die Tilgungsraten im Vergleich zu anderen Immobiliendarlehen recht hoch. Das ist insofern ungünstig, als dass man von den oft geringen Darlehenszinsen nur vergleichsweise kurz profitiert.

Zudem ist ein Bausparvertrag auf einen zukünftigen Immobilienwunsch ausgerichtet und somit für kurzfristige Entscheidungen völlig ungeeignet. Immerhin beträgt die gesamte Laufzeit – inklusive Tilgung – häufig rund 20 Jahre, wobei im Standardtarif allein meist etwa acht Jahre nur angespart wird.

Wann der Bausparvertrag sinnvoll sein kann

Grundsätzlich gilt ein Bausparvertrag als sichere Anlage, ist für risikoscheue Menschen also sicherlich eine Option. Ansonsten hängt viel von der individuellen Situation und Planung ab. Kann man von der Arbeitnehmersparzulage und der Wohnungsbauprämie profitieren, ist damit zumindest teilweise möglich, die ansonsten niedrigen Zinsen für das Sparguthaben ausgleichen.

Dennoch bleiben die weitgehend geringe Flexibilität, die hohe Abschlussgebühr und der kurze Tilgungszeitraum. Auch die Tatsache, dass das Darlehen zweckgebunden ist, sollte im Vorfeld eine Rolle spielen.

Als Fazit bleibt: Ein Bausparvertrag kann durchaus sinnvoll sein. Will man jedoch kurzfristig auf sein Erspartes zugreifen können und/ oder eine hohe Rendite erhalten, ist er eher keine gute Wahl. Es gilt also, die eigenen Ziele klar zu definieren, die Angebote und Möglichkeiten zu betrachten und zu rechnen.

12. Juni 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.