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Behaviorismus: Das Menschenbild der Programmierbarkeit

Behaviorismus bezeichnet einen Teilbereich der Psychologie, welcher das Verhalten von Menschen und Tieren mit naturwissenschaftlichen Methoden untersucht.

Die Bezeichnung dieses wissenschaftstheoretischen Konzepts wird abgeleitet von dem amerikanisch-englischen Wort „behavior“ (dt.: Verhalten).

Konzept des Behaviorismus: Organismus als Blackbox

Der Behaviorismus zieht es vor, nur objektive und messbare Verhaltensweisen eines Menschen heranzuziehen, um Untersuchungen durchzuführen.

Diese Grundidee der Behavioristen rührt aus dem frühen 20. Jahrhundert.

Der Begründer des Behaviorismus, John B. Watson, war vornehmlich an dem Verhalten von Individuen interessiert.

Dabei wurden geistige Prozesse als nicht-beobachtbare Phänomene in den Untersuchungen zu menschlichen sowie tierischen Verhaltensweisen außer Acht gelassen.

Somit entwickelte sich der gesamte Organismus zu einer Art Blackbox.

Ausschließlich der Reiz (Input) sowie die daraus resultierende Reaktion (Output) finden im Behaviorismus Beachtung.

Mehr dazu: Behaviorismus: Naturwissenschaftliche Definition der Psychologie.

Ausgangspunkt für diese Methode der Behavioristen ist die Annahme, dass alle Menschen von Geburt an gleich seien und dass man durch antrainierte Verhaltensweisen alle Reaktionen des Menschen vorhersehen könne.

Behaviorismus und sein Menschenbild: Freier Wille als Illusion

Zusammenfassend lässt sich das Menschenbild der Behavioristen als mechanisch und materialistisch beschreiben.

Die Vertreter dieser psychoanalytischen Methode, speziell des radikalen Behaviorismus, betrachten den Menschen als Maschine, welche einzig und allein von äußeren Einflüssen gelenkt wird.

Die Grundannahme des vorhersehbaren Verhaltens eines jeden Menschen hat zur Folge, dass er als nicht autonomes Wesen angesehen wird.

Die Fähigkeit zum eigenständigen Denken und Reflektieren sowie der freie Wille werden ihm gänzlich abgesprochen.

Durch Konditionierung, so die Meinung der Behavioristen, ist die Steuerung jeglichen Verhaltens möglich.

Der Pawlow’sche Hund und die Herabsetzung des Menschen

Die Bezeichnung „Pawlow’scher Hund“ bezieht sich auf ein Experiment des russischen Forschers Iwan Petrowitsch Pawlow.

Dieser machte es sich im Jahr 1905 zur Aufgabe, mithilfe eines Versuchs an Hunden den Beweis zur klassischen Konditionierung und somit zum Behaviorismus zu liefern.

Mehr dazu: Die Bestandteile der Neuroökonomie im Video.

Pawlow verknüpfte die Darbietung von Futter (unbedingter Reiz) mit einem Glockenton (neutraler Reiz).

Nach kurzer Zeit stellte er fest, dass die Hunde schließlich allein auf das Ertönen der Glocke mit Speichelfluss reagierten, da sie durch die erprobte Konditionierung eine Futterlieferung erwarteten.

Pawlows Experiment jedoch löste eine Welle der Empörung aus.

Grund hierfür war das vom Behaviorismus vertretene Menschenbild, welches Menschen und Tiere auf dieselbe Stufe stellt und somit der Evolutionstheorie und der Idee des Menschen als „höherstehendem Wesen“ widerspricht.

Behaviorismus: Menschenbild funktioniert auch ohne Emotionen

Des Weiteren blenden die Behavioristen in ihren Theorien die Betrachtung von Wünschen und Gefühlen größtenteils aus.

Zwar gestehen sie dem Menschen zu, über Emotionen zu verfügen, jedoch glauben sie nicht, dass diese ausschlaggebend für das aktive Verhalten sind.

So werten manche Kritiker das Menschenbild des Behaviorismus als unrealistisch und als Verstoß gegen die Menschenwürde.

26. Juni 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.