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Bei einem Aktiensplit fällt keine Abgeltungssteuer an

Mit dem Finanzinstrument des Aktiensplits erhöhte ein Unternehmen die Zahl der handelbaren Papiere. Dadurch reduziert sich der Aktienkurs, was die Papiere für Anleger günstiger – und somit auch attraktiver – macht.

Kein frisches Geld bei Aktiensplit und keine Abgeltungssteuer

Angenommen, das Unternehmen hat ein Aktiensplit von 2:1 vorgenommen. Jede Aktie wird also gegen zwei neue „umgetauscht“. Sie erhalten als Anleger also 2 Aktien, wenn Sie vorher nur eine besessen haben. Bei der Durchführung in der Praxis werden die bisherigen Aktien eingezogen und durch Aktien mit einem niedrigeren Nennwert ersetzt. Die Wertpapierkennnummer (WKN) bzw. International Securities Identificiation Number (ISIN) bleibt dabei gleich.

Mit einem Aktiensplit fließt einem Unternehmen kein „frisches“ Geld zu. Das Börsenkapital bleibt im Grunde also gleich. Auch für Sie als Anleger hat der Aktiensplit im Grunde keine große Bedeutung. In einem Schreiben vom 9. Oktober 2012 hat das Bundesfinanzministerium erst kürzlich Einzelfragen zur Abgeltungssteuer beantwortet. Auch der Aktiensplit wurde in dem Schreiben mit aufgenommen.

Das BMF schreibt:

„Die im Rahmen eines Aktiensplits zugeteilten Aktien werden durch diesen Vorgang nicht angeschafft und die gesplittete Aktie nicht veräußert. Als Tag der Anschaffung des Aktienbestands gilt weiterhin der Tag, an dem die jetzt gesplitteten Aktien angeschafft wurden. Die Anschaffungskosten der Aktien sind nach dem Split-Verhältnis auf die neue Anzahl an Aktien aufzuteilen.“

Keine steuerlichen Folgen durch Aktiensplit für Anleger

Ein Aktiensplit löst also keine negativen steuerlichen Folgen für Sie als Aktionär aus. Lediglich die Anschaffungskosten verteilen sich nach dem Split auf eine höhere Aktienstückzahl. Offiziell werden keine Kosten fällig, aber der Aktiensplitt muss dennoch irgendwie bezahlt werden. Inoffiziell werden die Kosten in den meisten Fällen von den Aktionären mitgetragen. 

Achtung: Trotzdem unterliegen spätere Veräußerungsgewinne in der Abgeltungssteuer. Hier gibt es nur eine Ausnahme, die die Zahlung der Abgeltungssteuer verhindert: Sie haben die Aktie bereits vor dem Jahr 2009 erworben. Dann unterliegen auch die durch den Aktiensplit erworbenen Gratis-Titel dem Bestandsschutz. Diese Aktien können Sie also verkaufen, ohne dass die Abgeltungssteuer dafür anfällt.

Aber: Bonusaktien unterliegen der Abgeltungssteuer

Nicht zu verwechseln mit Gratisaktien sind so genannte Bonusaktien. Diese sind Anteile einer Aktiengesellschaft, die neben der Dividende zum Beispiel als Treueaktien an Sie als Aktionär ausgegeben werden.

Wenn Sie zum Beispiel eine besonders hohe Haltefrist bei einer Aktie erfüllt haben, könnte Ihnen eine Bonusaktie zugeteilt werden. Anders als Gratisaktien des Aktiensplits unterliegen die Bonusaktien der Abgeltungssteuer und zwar in voller Höhe des Kurswertes der erhaltenen Aktien. Dafür belastet die Bank Ihr Bankkonto, da bei der Zuteilung der Bonusaktien kein Geld fließt.

20. Januar 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sabrina Behrens
Von: Sabrina Behrens. Über den Autor

Sabrina Behrens beschäftigt sich seit Ihrem Schulabschluss mit den Themen Wirtschaft, Politik, private Finanzen, Vorsorge und Versicherung. In ihrer Tätigkeit als freie Journalistin in Berlin hält sie die Leser in diesen Bereichen regelmäßig auf dem Laufenden.